Meißner Foto-Ateliers

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Im Foto-Atelier um 1900.
Eine Plattenkamera um 1900.

Viele Meißner Foto-Ateliers hat es im Laufe der Jahre in den Straßen und Gassen der Altstadt und auch in Cölln gegeben. Oft waren die Meißner Ateliers im Familienbesitz und die „neue Generation“ wuchs praktisch in den damals hoch angesehenen Beruf hinein.

Der Photograph

Wer einst zum „Photographen“ ging um sich direkt im Studio fotografieren zu lassen, der putzte sich heraus, denn Fotografieren war noch nicht etwas Alltägliches. Oftmals begab sich dabei gleich die gesamte Familie im sogenannten „Sonntagsstaat“ zum Fotografieren. Im Atelier brauchte alles seine Zeit. Zunächst musste man sich beispielsweise über die gewünschte Kulisse im Hintergrund einig werden. Ein Foto-Atelier hatte stets einige Hintergründe zur Auswahl und es konnten auch Attrappen ausgewählt werden. Danach waren noch eventuelle Requisiten abzuklären, welche später auf dem Foto eine wichtige Rolle spielten.

Es war damals noch Brauch zur Taufe, zum Schulanfang, Konfirmation oder Hochzeit ein entsprechendes Foto aus dem Foto-Atelier in das Familienalbum zu kleben. Ein Fotograf hatte damals alles vorrätig. Es gab im Atelier historische Stühle oder Sessel, Bücher, Weingläser, Spielzeug, Kunstschnee und sogar einen Weihnachtsbaum. Egal ob eine große oder kleine Zuckertüte gewünscht war, es waren viele Attrappen vorhanden. Eine wichtige Rolle spielte natürlich in dieser Zeit das Portrait-Foto mit Uniform, ob Feuerwehr, ob Militär, man wurde im Foto-Atelier vom Fachmann stets in die passende Pose gestellt.

Bürger der Stadt, welche den Beruf eines Photographen ergriffen hatten und dazu noch ein eigenes Atelier betrieben, gibt es in derartiger Form nicht mehr. Einige Photographen aus vergangenen Tagen, die sich in den Werbeanzeigen auch gern als „Berufsphotograph“ oder auch als „Lichtbildnermeister“ bezeichneten waren:

Foto-Ateliers in der Altstadt und im Triebischtal

Foto-Ateliers in Cölln

Interessant ist dabei auch die Tatsache, dass im Adressbuch Meißen aus dem Jahre 1904 nur noch vier Photographen mit Atelier aufgeführt sind.[1]

Sonstiges

  • Der Inhaber der Photographischen Artikelhandlung und Drogerie Emil Koch im Wohnhaus Fleischergasse Nr. 10 (Ratsdrogerie) in der Altstadt war kein Photograph und er betrieb auch kein Foto-Atelier. Die Drogerie E. Koch verkaufte nur Fotozubehör und entwickelte Filme.
  • Es gab noch den Fotografen Paul Kretschmer, welcher kein Atelier hatte und sich selbst als "Amateurphotograph in Meissen" bezeichnet hat. Seine Fotos waren ebenfalls mit diesen Angaben auf dem Passepartout bezeichnet.

Literatur

  • Adressbücher der Stadt Meißen 1880-1950.
  • Homepage "fotorevers", „Lexikon der Fotografen“ von Danuta Thiel - Melerska, 2006 - 2026.

Homepage „Lexikon der Fotografen“ von Danuta Thiel - Melerska.

Einzelnachweise

  1. Adressbücher der Stadt Meißen 1880-1950, Abschnitt Berufsklassen und Gewerbebetriebe, Werbeanzeigen.