Meißner Einback/Zwieback


Meißner Einback/Zwieback gehörte in den vielen Familien-Bäckereien der Stadt Meißen noch bis in die 1980er Jahre hinein zum Standard-Angebot. Das Einback wurde in den Familien gern in dicke Scheiben aufgeschnitten und noch mit Butter bestrichen. Der Meißner Zwieback dagegen ist ein Dauergebäck. Er wird aus Einback zubereitet und kann gelagert werden. Beide Backsorten wurden in den Haushalten auch selbst gebacken. Das sogenannte Einback („Eeback“) wird dabei nur einmal gebacken und dient dem Frischverzehr. Der „Zwieback“ ist in Scheiben geschnittener „Einback“, welcher um Zwieback zu werden, zweimal gebacken werden muss.
Einback/Zwieback
Der zweimal gebackene Zwieback hat eine lange Geschichte und war schon den alten Römern und Griechen bekannt. Große Bedeutung hatte der Zwieback allerdings in der Seefahrt als lagerfähiges Gebäck. Er war besonders bei längeren Seereisen stets in ausreichenden Mengen in den Schiffs-Kombüsen vorrätig. Auch beim Militär war das Einback oder auch der Zwieback in den Küchen vertreten. Beide Backwaren wurden dazu in den Kasernen in eigenen Bäckereien oder im Felde von den sogenannten „Feldbäckereien“ frisch gebacken. Dabei diente das Einback mit Margarine oder Butter und mit Marmelade bestrichen nicht selten als Kuchen-Ersatz.
Geschichte
Ob Einback oder Zwieback, beide Backwaren wurden nicht nur in den Meißner Bäckereien gebacken, sondern in ganz Deutschland. Das Einback lag in Meißen zu langen Stangen geformt in den Auslagen. Das Gebäck wurde, um das Gebäck leichter in dicke gleichmäßige Scheiben zu schneiden, bereits beim Backen mit mehreren Bruchstellen (Ausbund) vorgezeichnet. In vielen Familien kam Einback an heißen Sommertagen auch gern als Hauptmahlzeit mit einer warmen dicken Vanillesoße auf den Tisch. Übriggebliebene Einback-Scheiben wurden entweder mit einem Milch-Ei-Gemisch als Arme Ritter zubereitet, oder man hat sie getrocknet und danach zu Semmelmehl verarbeitet. Der Zwieback wurde bereits schon in Tüten verpackt angeboten. In Flüssigkeit aufgeweichter Zwieback galt dabei in den Familien auch als Schon- und Diätkost. Zudem bewährte er sich beispielsweise in Milch aufgeweicht als Brei-Kost für Kleinkinder.
Rezept (Einback)
Zur Verwendung kommen 250g helles Mehl, 15g frische Hefe, 100ml lauwarme Milch, 1 Ei, 40g Butter, 10g Mandelgrieß, 35g Zucker, 1 Prise Salz, und die abgeriebene Schale einer halben unbehandelten Zitrone.
In etwas Mehl wird das grob zerkleinerte Hefestück in der lauwarmen Milch aufgelöst. Danach die Hefe noch mit etwas Mehl überpudern und alles an einem warmen Ort zugedeckt gehen lassen. Nach ca. 35 Minuten die restlichen Zutaten unterkneten. Den Teig 30 Minuten weiter gehen lassen. Anschließend nochmals den Teig gut durchkneten und dann in lange Stücke zu ca. 40g aufteilen. Nun die Stücke ca. 7cm dick ausrollen und auf ein gefettetes Backblech legen. Inzwischen den Backofen auf 185 Grad erhitzen. Ist die Temperatur erreicht, das Backblech in den Ofen schieben und die Stücke, je nach gewünschter Bräune, ca. 20 Minuten backen.
Das frisch gebackene Einback wurde vielerorts vor dem Verzehr mit Butter und etwas Marmelade bestrichen. Dazu hat man gern einen kräftigen Kaffee getrunken.
Weiterverarbeitung zu Zwieback
Wenn man das Einback zu Zwieback weiterverarbeiten möchte, lässt man die Stücke nach dem Backen auskühlen, bedeckt sie mit einem Tuch und stellt alles an einem kühlen Ort. Am nächsten Tag das Einback in dünne Scheiben schneiden und im Backofen bei 130 Grad ca. 40 Minuten rösten. Zwischendurch die Scheiben wenden, damit sie auf beiden Seiten goldbraun werden.
Literatur
- Verschiedene Autoren: Das Backbuch“, Verlag für die Frau, Leipzig, 1967.