Meißner Ansichtskarten mit Gedicht
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Lithographisch gestaltete Meißner Ansichtskarten mit Gedicht gab es gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Auch am Anfang des 20. Jahrhunderts waren derartige Karten noch sehr beliebt und wurden von Meißen-Besuchern verschickt. Die lyrischen Texte haben dabei einen unterschiedlichen Umfang und stets einen direkten Meißen-Bezug. Als Hauptmotiv wählte man überwiegend die Albrechtsburg und den Meißner Dom. Es gab allerdings auch Ansichtskarten nur mit Gedicht.
Die Motive wurden meist gezeichnet oder gemalt. Zur Tausendjahrfeier 1929 hatte man eine Ansichtskarten-Serie mit den Meißner Stadttoren herausgegeben und auf einigen Karten ist noch zusätzlich ein „Meißen-Gedicht“ abgedruckt. Oft sind es Autoren aus Meißen, welche die Gedichte verfasst haben. Beispielsweise sollen hier Gustav Klitzsch (Gemeindeschreiber), Berge, H. Martin und Carl Stein genannt werden.
Gedichte (Auszüge)
- Zum Gedicht „Alt-Meißen“ von Carl Stein hatte man ein Aquarell, „Blick von der Frauenkirche“ von Karl Kranke ausgewählt. Zitat: (Letzte Strophe) Im Herzen Sachsens las ich so! Mein Meißen mit Burg und Dom ward mir zum Heiligtum. Sein Wein lehrt mir die fröhlicheren Weisen, sein Porzellan bringt Brot und neuen Ruhm.
- Zur Grafik „Das Görnische Tor zur Jahrtausendfeier 1929“ verfasste Gustav Klitzsch folgende Zeilen. Zitat: Was dein Herz freudig grüßt, dein Auge hier schaut, hat die Liebe zur Heimat für dich erbaut. Durch dieses Tor zogen zu blutigem Strauß, geharnischt einst Ritter mit Mannen hinaus. Auch der Zünfte und Bürger ehrbarer Schar ging aus und ein friedlich viel‘ hundert Jahr‘, und winkte des Nachts ihnen süße Ruh‘, schloß der Torhüter sorgsam die Pforten zu.
- Ein unbekannter Dichter versah ebenfalls mit einem Gedicht eine Meißner Ansichtskarte aus dem Jahre 1895. Zitat: Bin auf Reisen und in Meißen, sitz ich nun auf einem Fleck. Wein von Meißen muß ich preisen denn der trinkt sich nur so weg,- Und ich trinke, wenn ich winke, dreht der Wirth den Hahn am Faß. Durch das Winken muß ich trinken immer noch ein volles Glas.- Fühl ein Wanken von den Blanken, Rother Schieler hält mich fest. Ach, mir schwanken die Gedanken, ist das ein gemüthlich Nest!
- Um 1903 war folgendes Gedicht, gesprochen von einem „recht weinseligen“ Herren, Bestandteil einer Meißner-Ansichtskarte. Zitat: Es wird jedz iwerall geschteierd, dass man den Meissner Dom erneierd. Zwee Dhärme godisch, weihevoll, man hoffd, dass er die kriegen soll. Ich aber habe dies Brojekd bereids vollended hier enddeckd, zwee Dhärme sah ich blädzlich ragen – (Ich kann nu mal keen‘ Wein verdragen).
- Um 1897 wurde folgendes Gedicht auf eine Meißner Ansichtskarte gedruckt. Autor unbekannt. Zitat: Wie schön bist du zu jeder Zeit, Markgrafenstadt, du alte. Zu Ehren dir schon manches Lied manch froher Gruß erschallte. So grüßt du uns, du graue Stadt, du Stadt im Sonnenscheine. Du mit den Mädchen schön und lieb, du mit dem goldenen Weine.
- Auf einer Ansichtskarte aus dem Meißner Verlag Hermann Seibt stand um 1900 gedruckt. Zitat: Alt Meissen grüsst Dich frohgemut. Komm, trink von seinem Rebenblut und schau die schmucken Mägdelein, bald mild, bald feurig wie der Wein. Gar bald froh, wer Sorgen hat; schnell kommt zu Kräften, wer da matt; wer alt ist, nehme Trunk um Trunk; er wird geschwinde wieder jung.
- Auf einer Ansichtskarte vom Wirt im „Burgtor“, Otto Wagner, stand um 1895. Zitat: Da ich hier im schönen Meissen stets den Wein so hörte preisen, kehrte ich im Burgthor ein. Hab den richt’gen Fleck gefunden, sitze nun schon ein paar Stunden, hier beim Glase Meissner Wein. Und der Wein, dem Herz so gütlich, ach mir ist so mollig hier, fühl mich vom Humor umschlungen, in den siebten Himmel schier. Hier wird’s Alter wieder Jugend und die Jungen lernen Tugend, komm mir selbst schon anders vor. Und im Taumel will ich schliessen, auch der Wirth lässt herzlich grüssen, Otto Wagner im Burgthor.
Ansichtskarten-Hersteller (Auszug)
- Hermann Seibt, Meißen
- Verlag H. Martin, Dresden
- Brück & Sohn, Meißen
- Kunstverlag Kretzschmar, Meißen
- R. Langbein & R. Reinhardt, Dresden
Literatur
Verschiedene Ansichtskarten mit Meißen-Motiv aus den Jahren 1895 bis 1914.