Meißen in Farbe (Buch)

Buchtitel „Meißen in Farbe“, 2025.

Die Publikation Meißen in Farbe (Buch), vollständiger Titel Meißen in Farbe – Kolorierte Ansichten aus den 1860er- bis 1930er- Jahren, ist ein Bildband mit „nachkolorierten Ansichtskarten“ vom Autor Hans Georg Hoyer. Zur eigentlichen Buchgestaltung wurden sämtliche Originalvorlagen (Schwarz-Weiß-Fotografien) dem Archiv der Firma Brück & Sohn entnommen, bearbeitet und nachträglich von H. G. Hoyer koloriert.

Der Bildband wurde 2025 von der Sutton Verlag GmbH in Tübingen herausgegeben. Gestaltung und Herstellung hatte ebenfalls der Sutton Verlag übernommen. Das Vorwort auf Seite 7 ist vom Autor H. G. Hoyer verfasst. Der Bildband „Meißen in Farbe – Kolorierte Ansichten aus den 1860er- bis 1930er- Jahren“ umfasst 85 Seiten und zählt zur Literatur der Stadt Meißen, welche nach 1990 erschienen ist. Der Bildband ist im Buchhandel für 22,99 EURO erhältlich.

Bildband

Im Vorwort gibt der Autor nähere Einblicke in die Bearbeitungstechnik der „aufwendig kolorierten“ und durch ein Computerprogramm erstellten, Meißen-Fotografien. Alles wurde dabei digital bearbeitet. Trotzdem spricht H. G. Hoyer dabei von „per Hand“ erstellten Ergebnissen.

Tatsächlich präsentieren sich im umfangreichen Foto-Fundus nachkolorierte Bilder aus Meißen, welche den optischen Eindruck erwecken, anno dazumal mit Farbe, Pinsel und Feder bearbeitet worden zu sein. Allerdings fallen die zu den einzelnen Themen gemachten Einleitungsworte recht dürftig aus. So umfasst der einleitende Text beispielsweise auf Seite 9 zum Kapitel „Meißen an der Elbe“, nicht einmal vier Zeilen. Dazu wird dem Betrachter ein nachkoloriertes Foto präsentiert, dass angeblich von 1934 sein soll. Auf dem Foto ist noch die ehemalige Altstadtbrücke zu sehen und es fährt auch noch die Meißner Straßenbahn auf der Bahnhofstraße. Hier hat sich der Autor jedoch tüchtig geirrt, denn es gab ab Oktober 1934 bereits die neue Stadtbrücke und darüber verkehrte nun keine Straßenbahn mehr. Zudem spricht die Bekleidung aller Personen eher für eine Zeit um 1900. Allerdings ist dieser Fauxpas nur der Beginn einer ganzen Fehlerreihe.

Kritik

Der Meißen-Bildband wurde vermutlich recht ziellos und ohne Sorgfalt erstellt. Viele Bildunterschriften sind fehlerhaft, passen nicht zum Foto oder sind gar falsch. Ganze Straßen und Gebäude des Stadtzentrums wurden einfach in andere Stadtteile oder sogar in das „Meißner Umland“ verbannt. Gleich zu Beginn wird der ehrwürdige Burgkeller in „Burgschenke“ umgetauft, obwohl man auf dem Foto deutlich „Burgkeller“ lesen kann. Wer beispielsweise auf Seite 36 ein dort beschriebenes „Restaurant zum Trompeter“ betrachten will, bekommt das Bahrmannsche Brauhaus gezeigt. Das Restaurant zum Trompeter in der Neugasse, findet man jedoch auch auf den restlichen Seiten nicht. Doch damit nicht genug. Auch das Stadtkrankenhaus in der Gemeinde Niederfähre versetzt H. G. Hoyer nun in die „Meißner Altstadt“. Dafür steht das Waldschlösschen am Stadtpark dann im „Meißner Umland“.

Fazit

Viele bunte Bilder aber historisch unbrauchbar. Zahlreiche Fehler bestimmen den gesamten Bildband. Vermutlich hat der Autor auch keine Minute in der Stadt verbracht. Der Leser bekommt kaum Hintergrund-Informationen und wird an den vielen Sehenswürdigkeiten auf Ansichtskarten zu oft „allein gelassen“.

Literatur

  • Hans Georg Hoyer: Meißen in Farbe – Kolorierte Ansichten aus den 1860er- bis 1930er- Jahren, Sutton Verlag GmbH, Tübingen, 2025, ISBN 978-3-96303-549-5.