Max Adolf Pfeiffer (Pfeifferzeit)

Die Schwertermarke mit dem Pfeifferpunkt.

Max Adolf Pfeiffer (* 22. Juni 1875 in Berlin; † 14. Januar 1957 in Tutzing) war ein Maschinenbau-Ingenieur, der später auch in leitenden Positionen der keramischen Industrie beschäftigt war. Ab 1913 war Pfeiffer kaufmännischer Direktor und ab 1918 bis 1934 Generaldirektor der Porzellanmanufaktur Meißen.

Biografie

M. A. Pfeiffer wurde in Berlin geboren und besuchte dort zunächst von 1881 bis 1888 das Friedrich-Wilhelms-Gymnasium sowie von 1888 bis 1895 das Kaiser-Friedrich-Gymnasium in Frankfurt am Main. Nach dem Schulbesuch studierte er Maschinenbau in Darmstadt und später auch in Braunschweig. Nebenher arbeitet er beim Bildhauer Carl Echtermeier in Braunschweig im Atelier.

Pfeiffer nimmt eine Anstellung als Konstrukteur in Berlin bei der Maschinenfabrik A. Borsig an, wechselt aber bereits 1903 nach Meißen in das Jacobiwerk. Auch hier ist er zunächst als Konstrukteur angestellt. Er ist dort an der Konstruktion sowie dem Bau von keramischen Maschinen und Schlämmerei-Anlagen beteiligt. Von 1904 bis 1908 ist Pfeiffer Konstruktionsassistent an der Technischen Hochschule Dresden. Ab 1908 wechselt er nach Unterweißbach und ist dort bereits als Direktor der Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst in Unterweißbach (Thüringen) tätig.

Ab 1. April 1913 wurde Pfeiffer zum kaufmännischen Direktor der Königlichen Porzellanmanufaktur Meißen berufen. Während des Ersten Weltkriegs setzte er 1916 den Bau eines Werksmuseums in der Meißner Manufaktur durch. Ab dem 1. November 1918 leitete er die Porzellanmanufaktur als Generaldirektor.[1]

Nach Kriegsende engagiert sich Pfeiffer für ein Gefallenen-Ehrenmal in Meißen. Dabei plant er die Nikolaikirche in Meißen als Kriegergedächtnisstätte umzubauen. Seine Idee wird schließlich mit einer künstlerisch und technisch anspruchsvollen Ausstattung aus Meißner Porzellan umgesetzt und zur Tausendjahrfeier 1929 konnte die Kriegergedächtnisstätte eingeweiht werden. Im gleichem Jahre wurde ebenfalls das erste stimm- und spielbare Porzellanglockenspiel in der Frauenkirche Meißen eingeweiht, welches auf Anregung Pfeiffers in der Manufaktur Meißen entstand. Während der Jahre von 1924 bis 1934 wurde die Schwertermarke mit einem zusätzlichen Punkt oben zwischen den Klingen der gekreuzten Kurschwerter versehen (die sogenannte Pfeifferzeit). Durch die Produktion nach Modellen von Paul Scheurich, Max Alexander Wilhelm Esser, Gerhard Wilhelm Albert Marcks, Ernst Barlach, Emil Paul Börner und anderen Künstlern verschaffte M. A. Pfeiffer der Meißner Porzellanmanufaktur nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch eine internationale Vorrangstellung.

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Pfeiffer am 20. Mai 1933 von seinem Amt als Generaldirektor kurzzeitig beurlaubt und am 31. März 1934 endgültig entlassen. Anschließend war Pfeiffer als Berater für die Porzellanfabriken Lorenz Hutschenreuther AG Selb tätig. Von 1938 bis 1946 war er Direktor der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin. Daneben leitete er von 1941 bis 1945 die Glasmanufaktur Karlsbad. Seinen Lebensabend verbrachte Pfeiffer am Starnberger See.[2][3]

Literatur

  • Caren Marusch-Krohn: Meissener Porzellan 1918–1933. Die Pfeifferzeit. Edition Leipzig, Leipzig 1993, ISBN 3-361-00402-0.
  • Jürgen Schärer: Auf den Punkt gebracht, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen, Meißen 2000, ISBN 3-910063-28-4.
  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax–Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 122 und 123.
  2. Caren Marusch–Krohn: Meissener Porzellan–1918–1933–Die Pfeifferzeit.
  3. Jürgen Schärer: Auf den Punkt gebracht, Porzellane für Meissen, Max Adolf Pfeiffer zu Ehren, Staatliche Porzellan–Manufaktur Meissen, 2000, Seite 92 bis 94