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Porzellanbild am Franziskaneum.

Martin Wiegand (* 1867 in Ilmenau; † 1961 in München) war ein Bildhauer und Maler. Er war in der Zeit von 1907 bis 1909 für die Königliche Porzellanmanufaktur-Meißen als freischaffender Porzellanmaler tätig. M. Wiegand entwarf in Meißen zahlreiche figürliche Modelle und Dekor-Motive.

Bekannt wurde der Künstler durch die drei Wandbilder an der Fassade der Turnhalle des Franziskaneums im Stadtteil Cölln. Er wohnte in der Dresdner Straße Nr. 33 und wurde in den Adressbüchern der Stadt Meißen in den Jahren 1908 und 1910 als „Kunstmaler“ aufgeführt.

Die Wandbilder

Martin Wiegand schuf die 1907 in der Kändlerstraße angebrachten drei voneinander getrennten Wandbilder aus quadratischen Porzellanfliesen. Auf den drei Wandbildern sind „Läufer“, „Diskuswerfer“ und „Jugendliche mit Lorbeerkränzen“ dargestellt. Auffällig ist dabei die optisch starke Verbundenheit mit dem Fürstenzug in Dresden.[1][2]

Hintergründe

Das im Jahre 1902 abgegebenes Angebot der Königlichen Porzellanmanufaktur Meissen, das Wandbild des Fürstenzuges in Dresden auf Porzellan-Fliesen zu übertragen, gab offenbar auch diesem und weiteren Projekten eine entscheidende Wende. Auf Vorschlag des damaligen technischen Betriebsleiters der Manufaktur Oberbergrat Dr. Heintze, wurden in den Jahren 1903 und 1904 einige Porzellan-Fliesen aus der von Heintze neu entwickelten Scherbenmasse, an den Außenfassaden der Manufaktur in Meißen angesetzt. Das 1903 ausgeführte Probebild zum Fürstenzug (Friedrich der Ernsthafte 1324-1379) befindet sich noch heute am Gebäude ’C’ der Porzellanmanufaktur.

Söhne von Martin Wiegand

Die beiden Söhne Manfred Wiegand, geboren am 11. Dezember 1890 und Erwin Wiegand, geboren am 10. Dezember 1894, besuchten selbst das Realgymnasium in Meißen. Entsprechende Hinweise sind dazu im Jahresbericht des Realgymnasiums mit Realschule zu Meißen über das Schuljahr 1907/08 vermerkt.[3]

Der älteste Sohn Manfred Wiegand ist im Schuljahr 1907/08 am 8. August 1907 verstorben. Es gibt dazu entsprechende Einträge im Jahresbericht des Realgymnasiums mit Realschule zu Meißen. Vermutlich hatte der frühe Verlust des Kindes dazu geführt, dass die Familie Wiegand nach 1910 die Stadt wieder verlassen hat. Im Adressbuch der Stadt Meißen von 1912 wird die Familie nicht mehr aufgeführt.

Literatur

  • Jahresbericht des Realgymnasiums mit Realschule 1908: Das neue Realgymnasium auf dem alten Ratsweinberge zu Meissen – Beilage zum Jahresbericht des Realgymnasiums mit Realschule Meißen.
  • Weitere Jahresberichte des Realgymnasiums mit Realschule zu Meißen.
  • Adressbuch der Stadt Meißen 1908, 1910 und 1912.
  • Wilhelm Joliet: Die Geschichte der Fliese, Verlagsgesellschaft Rudolf Müller, Köln, 1996, ISBN 3-481-01146-6.
  • Bettina Schuricht: Schulgeschichte Schule 1907 – 2007. In. Franziskaneum Festschrift 1907-2007, Meißen, 2007.
  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 158, 362 und 363.
  2. Bettina Schuricht: Schulgeschichte Schule 1907 – 2007. In. Franziskaneum Festschrift 1907-2007, Meißen, 2007, S. 17 bis 19.
  3. Jahresbericht des Realgymnasiums mit Realschule zu Meißen über das Schuljahr 1907/08, Realschule 1. Klasse A (Fortlaufende Nr. 232) und 5. Klasse (Fortlaufende Nr. 378).