Markusglocke (Domgeläut)

Die Markusglocke aus dem Jahre 1959 befindet sich im Südturm vom Meißner Dom. Sie wurde 1959 von der Firma Franz Schilling und Söhne in Apolda gegossen. Sie gehört neben der Johannesglocke, der Lukasglocke, der Matthäusglocke und der Weihnachtsglocke zum Domgeläut.

Geschichte

Während im Ersten Weltkrieg die Markusglocke wie die Matthäusglocke vom Einschmelzen ausgenommen waren und im Dom verblieben, so traf sie das Schicksal im Zweiten Weltkrieg. Drei Domglocken sollten eingeschmolzen werden und nur die Lukasglocke durfte im Turm verbleiben. Die vier Glocken läuteten am 18. Februar 1943 letztmalig gemeinsam. Man verbrachte die Markusglocke mit den beiden anderen Glocken in das Hamburger Glockenlager. Dort hat man die Markus- und die Matthäusglocke sofort eingeschmolzen. Die Johannesglocke blieb wie durch ein Wunder verschont und konnte nach ihrer Wiederentdeckung im Hamburger Glockenlager bereits 1948 wieder im Dom geläutet werden.

Im Jahre 1956 fehlten dem Domgeläut noch immer zwei Glocken, die Markus- und Matthäusglocke. Inzwischen hatte das Institut für Denkmalpflege in Dresden den Vorschlag unterbreitet, nicht nur die beiden fehlenden Glocken zu ersetzen, sondern gleich noch eine dritte Glocke gießen zu lassen. Das Domgeläut sollte damit zur Fünfstimmigkeit erweitert werden. Der Vorschlag wurde angenommen. Ein großes Problem war damals die Beschaffung von Bronze, aber auch dieses Problem wurde bewältigt. Im Sommer 1959 wurden drei neue Glocken in Apolda von der Firma Schilling gegossen. Die Entwürfe dazu lieferte Pfarrer Dr. Christian Rietschel. Die Glockenweihe der Markusglocke erfolgte am 11. Juni 1960, zusammen mit der Matthäus- und der Weihnachtsglocke.

Technische Daten

  • Standort: Südturm
  • Gewicht: 2578 kg
  • Durchmesser: 1550 mm
  • Schlagring: 114 mm
  • Höhe der Krone: 1460 mm
  • Schlagton c¹ + 9

Dekor

An der Glockenschulter die Inschrift „Wachet und betet“. An der Flanke befinden sich ein im Ritzverfahren gezeichneter betender Christus und ein schlafender Jünger. Zudem ein Cherubin als tröstender Engel mit gekreuzten Flügeln.[1]

Literatur

Dombau-Verein Meißen e.V. und Freundeskreis der Albrechtsburg Meißen e.V., Verschiedene Autoren in: Monumenta Misnensia, Jahrbuch für Dom und Albrechtsburg zu Meißen, 2011/2012, ISBN 978-3-9812406-2-7.

Einzelnachweise

  1. Dombau-Verein Meißen e.V. und Freundeskreis der Albrechtsburg Meißen e.V., Verschiedene Autoren in: Monumenta Misnensia, Jahrbuch für Dom und Albrechtsburg zu Meißen, 2011/2012, ISBN 978-3-9812406-2-7, S. 6 bis 93.