Malerstadt Meißen
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Viele bedeutende Maler wurden in der Stadt Meißen geboren, weilten dort nur kurz oder blieben sogar für einige Zeit. Man kann daher zurecht von der Malerstadt Meißen sprechen.
Der Maler und Grafiker Hans Kirst hat einmal festgestellt, dass es wohl keine Stadt in Deutschland gibt, die so viel gemalt, so viel gezeichnet, so viel gestochen und radiert wurde, wie Meißen. Auch der zurecht als „Maler-Poet“ bezeichnete Ludwig Richter (1803-1884) war von der „malerischen Stadt Meißen“ begeistert. Er selbst war gebürtiger Dresdner. Er schrieb um 1828 in sein Tagebuch:
Fünf Stunden von Dresden liegt in dem fruchtbaren Elbtale das alte, malerische Meißen. Zur linken Seite des Flusses zieht sich ein steil abfallender, grün umbuschter Höhenzug bis zur Stadt Meißen, auf dessen Höhen, anderthalb Stunden vorher, die sehr alte Burg Scharfenberg, näher das freundliche Schloss Siebeneichen thronen; zur Rechten aber ist die Elbe von den weinreichen Spaarbergen eingerahmt. Wenn man nun damals auf der Poststraße um eine Ecke des Spaargebirges bog, wurde man gar anmutig von dem Anblick Meißens überrascht, welches in halbstündiger Entfernung sich höchst malerisch erhob. Die Albrechtsburg mit dem herrlichen Dom, der Bischofsturm an der Ecke des Berges, der St. Afraberg mit der Klosterkirche und der Fürstenschule senken sich zur Stadt und in das Triebischtal hinab, und das ganz schöne Bild spiegelt sich samt der Brücke in die Elbe.
Ganz sicher ist es auch mit ein Verdienst der vielen Künstler aus der Porzellanmanufaktur Meißen, dass Meißen so glänzend im Bilde leben konnte. Karl Wilhelm Loose vom Verein für Geschichte der Stadt Meißen hatte in einer Zusammenfassung von 1882 einmal versucht die Darstellungen von Meißen ab 1558 zu erfassen. Inzwischen ist eine derartige Aufstellung gar nicht mehr möglich. Wer einst an der Kunstakademie in Dresden studierte, der begab sich sehr oft mit Zeichenblock und Palette nach Meißen – mehr noch – es war eine persönliche Selbstverständlichkeit. Wenn man heute durch die Säle der Kunstausstellungen geht, wird man immer und immer wieder Bilder von der alten Stadt an der Elbe erblicken.
Der Künstler Hans Kirst brachte es damals schon auf den Punkt, wenn er sagte:
Wo auch in deutschen Landen gibt es einen so harmonischen Zusammenklang bedeutender Kunstdenkmäler mit der lieblichen Flusslandschaft, dass von fast allen Seiten sich immer wieder neue, packende Vorwürfe für malerische und graphische Gestaltung bieten?[1]
Literatur
- Hans Kirst: Die Malerstadt. In. Der Meißner Weihnachtsmann, Fritz Pfeiffer Verlag der Truhe Meißen 1933.
Einzelnachweise
- ↑ Hans Kirst: Die Malerstadt. In. Der Meißner Weihnachtsmann, Fritz Pfeiffer Verlag der Truhe Meißen 1933, S. 51.