Möbelfabrik F. W. Grosse

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Werbeanzeige der Möbelfabrik F. W. Grosse um 1902.

Die Möbelfabrik F. W. Grosse, vollständiger Name „Franz Wilhelm Grosse“ (auch „Große“ geschrieben), war 1902 ein Möbelhersteller in Meißen. Die Möbelfabrik befand sich im Stadtteil Triebischtal am Bismarckplatz Nr. 5 (heute Wohnhaus Wilhelm-Walkhoff-Platz Nr. 5) in der Nähe der Lutherkirche.

Der Möbelfabrikant F. W. Grosse war ein Bildhauer und Kunsttischler, sowie um diese Zeit auch der Haus- und Grundstücksbesitzer vom Haus Bismarckplatz Nr. 5.[1]

Das Unternehmen

Das Unternehmen von F. W. Grosse ist in den Meißner Adressbüchern von 1887/88 bis 1908 nachweisbar. Um 1887/88 ist der Bildhauer F. W. Grosse noch Mitinhaber der Firma „Große & Mirisch (Tischlerei) an der Burggasse Nr. 111 (heute Wohnhaus Burgstraße Nr. 30). Später befand sich die Werkstatt in der Altstadt im Haus Fleischergasse Nr. 299 (heute Wohnhaus Fleischergasse Nr. 14) und um 1895 im Haus Talstraße Nr. 5. Die Firma zog dann aber bald in die Fabrik am Bismarckplatz um.

Die Möbelfabrik übernahm sämtliche Aufträge zur Anfertigung ganzer Wohnungseinrichtungen, aber auch einzelne Möbelstücke wurden auf Wunsch hergestellt. Eine Spezialität war die Ausführungen kirchlicher Aufträge. Man fertigte Kanzeln, Altäre und Figuren, sowie kirchliche Schnitzereien aus Holz an.

Eine noch heute nachvollziehbare Meißner-Arbeit ist beispielsweise das äußerst dekorativ gestaltete Holzgehäuse der Jehmlich-Orgel in der Johanneskirche im Stadtteil Cölln. Aus der Werkstatt von F. W. Grosse stammt dabei auch die Bekrönung der Orgel mit den drei Engelgestalten und die prächtigen Intarsien-Arbeiten. Die seitlichen Figuren stellen zwei posaunende Engel dar und in der Mitte befindet sich ein singender Engel, der eine Spruchrolle mit der Inschrift „gloria in excelsis“ in den Händen hält.

Um 1908 ging die Möbelfabrik von F. W. Grosse an die Besitzer der „Möbelfabrik Gebr. Bernhardt & Co. über und wurde weitergeführt. Im Jahre 1935 gab es dort im Hintergebäude eine „Pharmazeutische G. m. b. H“.[2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Adreß- und Geschäfts-Handbuch der Stadt Meißen und der Vororte Bohnitzsch, Fischergasse, Hintermauer, Korbitz, Lercha, Neudörfchen, Niedermeisa, Obermeisa, Oberspaar, Questenberg und Zscheila, Ausgabe 1902, S. 109.
  2. ↑ Adressbuch der Stadt Meißen, 1887/88 bis 1935.