Stolperstein für Ludwig Fischer am Haus Görnische Gasse Nr. 2.

Ludwig Fischer, später der US-Bürger „Lawrence Fisher“, wurde als Sohn jüdischer Eltern im Jahre 1923 in Meißen geboren. Seine Mutter war die Hausfrau Hannchen Fischer und sein Vater war der Kaufmann Leopold Fischer. Aufgewachsen ist Ludwig Fischer in der Meißner Altstadt im Haus Görnische Gasse Nr. 2.

Sein Vater betrieb in Meißen ab 1906 das Pfandleihgeschäft Fischer als „Pfandleih- und Altwarengeschäft“, zunächst noch im Wohnhaus Görnische Gasse Nr. 39 und später im Haus Görnische Gasse Nr. 2.

Ab 1934 besucht Ludwig Fischer bis zur Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 das Franziskaneum. Bereits am 18. Dezember 1936 wurden Ludwig und Leopold Fischer grundlos verhaftet. Ludwig Fischer wird im Rathaus eingesperrt und sein Vater in das Gefängnis auf dem Domplatz verschleppt. Hannchen Fischer wird angesichts der nationalsozialistischen Repressalien am 16. Dezember 1936 in den Suizid getrieben.

Im Januar 1939 gelingt ihm mit einem Kindertransport über die Niederlande die Flucht in die USA. Ludwig Fischer lebte fortan als „Lawrence Fisher“ in den USA. Die Spuren vom Vater Leopold Fischer, welcher inzwischen entmündigt wurde, verlieren sich zunächst vermutlich im Jahre 1939 in Dresden. Nach Angaben von Lawrence Fisher (vormals Ludwig Fischer) im Jahre 2000 an den Meißner Autoren und Ortschronisten Gerhard Steinecke hatte man seinen Vater in eines der Dresdner „Judenhäuser“ verbracht.[1][2] Nach intensiven Recherchen wird bekannt, dass Leopold Fischer im Ghetto Riga ermordet wurde.

Gedenken

Vor dem Grundstück Görnische Gasse Nr. 2 befinden sich seit 2024 drei Stolpersteine für Ludwig Fischer, Hannchen Fischer und Leopold Fischer. Die Gedenksteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Nach Auszügen aus einem Brief von Lawrence Fisher vom 23. September 2000 an den Autor Gerhard Steinecke.
  2. ↑ Gerhard Steinecke: Unser Meißen – 1929-2004. Meißner Tageblatt, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 2004, ISBN 978-3-929705-09-6, S. 58.