Leinewebergasse

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Die Leinewebergasse eine Radierung von A. Barth 1920.

Die Leinewebergasse führt von der Burgstraße zum Kleinen Hohlweg. Der Fahrweg von der Burgstraße bis zu den Frauenstufen bekam schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts den Namen Leinewebergasse. Um 1770 hatten sich einige Leinenweber in recht einfachen Häusern niedergelassen. Von den in der Gasse einst stehenden alten Häuser der Leinenweber besteht nur noch das Haus Nr. 3 aus dem Jahre 1776, welches 1994 saniert wurde.

Das Haus Leinewebergasse Nr. 1, heute ein Wohnhaus, war das erste Haus für eine städtische Altenversorgung in Meißen. Ursprünglich gehörte das Haus zum Rittergut Schletta und stammt aus dem Jahre 1719. Es wurde damals als „Schlettaer Freihof“ bezeichnet, weil das Haus noch bis 1880 unter der Verwaltung von Schletta verblieb.

Bereits 1860 hatte das Haus der Rat der Stadt erworben um es zum „Städtischen Siechen-, Arbeits- und Armenhaus“ umzubauen. Ab dem Jahre 1911 wurde es zum „Städtischen Versorghaus mit Siechenabteilung“ umgebaut und 1920 nochmals, nun zum „Städtischen Verpfleg- und Siechenheim“ umbenannt. Eine Aufnahme in das Versorghaus setzte die Zahlung eines Pflegesatzes voraus. In die Siechenabteilung wurden dagegen auch mittellose Personen aufgenommen. Somit hatte man in Meißen erstmals eine annehmbare Altenversorgung, welche in ihrer Grundfunktion einem Altenheim mit Pflegestation entsprach.

Im Jahre 1921 wurde die Einrichtung erneut umbenannt und hieß „Städtisches Verpflegheim“ oder auch „Städtisches Altersheim“. In der DDR fungierte das Gebäude als „Feierabendheim“ mit 42 Plätzen (1958). Ab 1957 gab es dort 44 Plätze und ab dem 21. Januar 1956 führte das Feierabendheim den Namen „Dr. Wilhelm Külz“ (1875-1948).

Nach 1990 war das Heim als nicht mehr sanierungsfähig eingestuft worden. Im September 1998 wurde es privatisiert und am 28. Februar 2003 geschlossen.[1]

Literatur

  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax–Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax-Verlag, Beucha 2009, S. 195.