Kollreppwerk
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Das Kollreppwerk, war ein Betrieb der keramischen Industrie in Meißen. Die Fabrik befand sich in der Gemeinde Fischergasse.
Geschichte
Im Jahre 1860 gründete Johann Friedrich Wilhelm Kollrepp eine Fabrik zur Herstellung von feuerfesten Erzeugnissen, welche in der Metallurgie sowie der Glasindustrie Verwendung fanden. Das Unternehmen war eine der ersten Fabriken in Deutschland, die sich gegen eine starke ausländische Konkurrenz behauten sollte. Hergestellt wurden im Kollreppwerk zunächst Schamotteöfen und Schamottesteine aller Art. Bekannt waren ebenfalls die „Chamotte-Oefen“ für die Zimmer-Beheizung. Friedrich Kollrepp bekam im Juni1865 ein Patent vom Königl. Sächs. Ministerium des Innern für seine hergestellten „Chamotte-Oefen“. Ein weiteres Produkt der Kollreppwerke waren die keramischen Wasserleitungsrohre und geschlämmte Porzellanerde.
Friedrich Kollrepp war 1881 Mitbegründer des „Vereins Deutscher Fabriken feuerfester Produkte“ und war dort Mitglied des Vorstands. Vereinsziel war, die Zurückdrängung der Importe feuerfester Produkte, welche damals meist aus England kamen. Im Kollreppwerk gab es um 1888 ca. 75 Arbeiter, die vorwiegend mit der Herstellung von Steinzeugrohren und -trögen und dem Schlämmen von Porzellanerde beschäftigt waren.
Im Jahre 1892 wurde das Unternehmen in die „Meißner Thonwaren- und Kunststein-Fabriken, Act.-Ges., vorm. Fr. Kollrepp“ umgewandelt. Um 1896 waren dort ca. 100 Arbeiter mit der Herstellung von hochfeuerfesten Schamotte- und Formsteinen, Klinkersteinen für den Fußbodenbelag, glasierten Steinzeugrohren und Steinzeugtrögen für die Landwirtschaft beschäftigt. Für hervorragende Leistungen in Säure- und Feuerfestprodukten wurde das Unternehmen 1897 mit einer Goldmedaille auf der Sächs.- Thür. Industrie- und Gewerbeausstellung in Leipzig ausgezeichnet.
In den Jahren 1890, 1894, 1905 und 1906 gab es bedeutende Erweiterungen der Werksanlagen. Um 1906 entstand auch das 50 m lange und vierstöckige Hauptgebäude an der Leipziger Straße. Im Jahre 1904 wurde das Unternehmen zum Zweigwerk der „Vereinigten Dampfziegeleien und Industrie A.-G. Berlin“. Der Bau des 85 m hohen Schornsteins erfolgte 1905. Der Schornstein ist heute noch auf alten Ansichtskarten erlebbar. In dieser Zeit nahm man auch die Herstellung von Glas-Pressfliesen auf. Am 17. Juni 1913 wurde das Werk geschlossen und die restlichen 50 Arbeiter entlassen.[1]
Literatur
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax–Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Einzelnachweise
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax, Beucha 2009, S. 168 und 169.