Katalog Medaillen aus Meissener Porzellan

Katalogtitel Meißner Porzellanmedaillen von 1979.
Katalogtitel Meißner Porzellanmedaillen von 1988.

Der Katalog Medaillen aus Meissener Porzellan ist ein Handbuch für Medaillen und Plaketten der Porzellanmanufaktur Meißen. Zunächst waren nur fünf Bände geplant. Bis 2018 sind jedoch neun Bände erschienen. In den neun Teilen wurde eine unvorstellbar riesige Menge von Medaillen aus Meißner Porzellan erfasst und katalogisiert. Der Katalog umfasst pro Band ca. 450 bis 500 Medaillen, welche ein Autorenkollektiv zusammengestellt hat. Autoren sind: Karl-Heinz-Weigelt, Sieglinde Weigelt, Gunter Weigelt, Manfred Fickert und Sigismund Szymanski. Der Katalog richtet sich an Numismatiker sowie an alle Freunde und Sammler von Meißner Porzellan. Jeder Band ist abgeschlossen und einzeln nutzbar.

Erschienen sind die Bände im transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin. Der erste Band (1970-1974) kostete im Buchhandel 48,- Mark (Mark der DDR) und der jüngste Band Nr. 9 kam im Jahre 2018 in die Buchläden.

Der Katalog in neun Bänden

Der Stadtwiki Meißen-Artikel orientiert sich am ersten Band (1970-1974) der Serie aus dem Jahre 1979. Alle weiteren Bände sind in der gleichen Weise aufgebaut. Im Jahre 1979 erschien der erste Band 1970-1974 mit einem Vorwort vom damaligen Direktor der Porzellanmanufaktur Karl Petermann. Ihm folgten:

  • 1981 Zweiter Band mit den Jahrgängen 1962-1969.
  • 1988 Dritter Band mit den Jahrgängen 1947-1961.
  • 1984 Vierter Band mit den Jahrgängen 1975-1979.
  • 1986 Fünfter Band mit den Jahrgängen 1980-1983.
  • Sechster Band mit den Jahrgängen 1984-1987.
  • Siebenter Band mit den Jahrgängen 1988-1990.
  • Achter Band mit den Jahrgängen 1991-2000.
  • 2018 Neunter Band mit den Jahrgängen 2001-2008

Ein weiterer Band mit den Jahrgängen 1819-1932 war von Anfang an geplant. Dieser Teil wurde offenbar schon am Ende der 1980er Jahre aufgegeben und erschien bisher nicht.

Wie man im ersten Band (erschien 1979) anmerkte, hatte man aus praktischen Gründen mit den Jahrgängen 1970-1974 begonnen. Die Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933-1945 wird im Gesamtwerk nicht aufgeführt.

Inhalt

Die Autoren geben im Katalog nach dem Geleitwort und der Einleitung einige Hinweise für die Benutzung. Es folgen Erläuterungen der im Katalog verwendeten Zeichen und Abkürzungen. Anschließend erfährt der Leser im umfassenden Fachartikel Die Herstellung von Medaillen aus Porzellan, wie eine Porzellanmedaille entsteht. Es folgen:

  • Übersichtstabellen mit den im Katalog aufgeführten Medaillen.
  • Katalogteil mit den Erläuterungen und Foto zur einzelnen Medaille oder Plakette.
  • Ein alphabetisches Verzeichnis der auf den Medaillen abgebildeten Persönlichkeiten.
  • Die Kurzbiographien der im Katalog abgebildeten oder benannten Persönlichkeiten.
  • Ein alphabetisches Verzeichnis der an der Gestaltung beteiligten Künstler und deren Kurzbiographie.
  • Ein alphabetisches Verzeichnis nach Stichworten der Medaillen ohne Ausgabeort in der Legende.
  • Das Literaturverzeichnis.

Die spezielle Nummerierung

Jede aufgeführte Medaille oder Plakette besitzt eine eigene Nummer. Um ein Stück leichter zu bestimmen gibt es ein spezielles Zahlensystem. Die erste Ziffer benennt die Art des Porzellans (weißes Biskuitporzellan oder braunes Böttger-Steinzeug). Die zweite Ziffer benennt die Farbe des Dekors und die dritte Ziffer gibt die Art des Dekors an.

Die Beschreibung

Das Motiv von „Avers“ und „Revers“ wird beschrieben und die Randgestaltung erklärt. Es gibt zudem Hinweise wer den Entwurf geliefert, und wer das Modell geschaffen hat. Dazu gibt es noch Angaben zur jeweiligen Ausführung (Durchmesser, Gipsform oder Stahlstempel) und der Auflagenhöhe.

Geschichtliche Betrachtung und Fazit

Einen Gesamt-Katalog mit allen Münzen und Medaillen aus der Porzellanmanufaktur Meißen gibt es bisher nicht. Der überhaupt allererste Katalog über Porzellanmünzen und Medaillen erschien im Jahre 1923 vom Meißner Weingroßhändler Ernst Otto Horn.

Der beschriebene neunbändige Katalog Medaillen aus Meissener Porzellan zählt mit zu den wichtigen Quellen der Numismatik. Einige einzelne Bände sind auch noch heute über den Zweitmarkt erhältlich.