Johannesglocke (Domgeläut)

Die Johannesglocke aus dem Jahr 1929 befindet sich im Nordturm vom Meißner Dom. Sie wurde 1929 von der Firma Franz Schilling und Söhne in Apolda gegossen. Sie gehört neben der Lukasglocke, der Markusglocke, der Matthäusglocke und der Weihnachtsglocke zum Domgeläut. Entworfen wurde die Glocke von Emil Paul Börner.
Geschichte
Nachdem die erste Johannesglocke neben der Lukasglocke 1917 im Ersten Weltkrieg zerschlagen und eingeschmolzen wurde, verblieben nur noch die Matthäus- und Markusglocke im Turmgeläut. Zur Tausendjahrfeier 1929 wurden beide Glocken ersetzt und am 10. November 1929 geweiht. Damit gab es wieder ein volltöniges Domgeläut. Im Zweiten Weltkrieg musste die Johannesglocke erneut abgegeben werden. Das Domgeläut war am 18. Februar 1943 letztmalig zu hören. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Glocke auf einem Hamburger Glockenfriedhof unversehrt gefunden und kam 1948 zurück nach Meißen. Am 17. Oktober 1948 konnte sie wieder geläutet werden.
Am Sonntag dem 22. April 1977 kam es zu einem Glockenunfall, bei dem die Johannesglocke abstürzte und sich im Glockenstuhl verkeilte. Die Glocke wurde notdürftig wieder aufgehangen und konnte auch wieder provisorisch geläutet werden. Am 16. April 2010 wurde eine neue Glockenkrone in Lauchhammer gegossen und der Glockenstuhl saniert. Die Glockenweihe fand am 13. Februar 2011 statt.
Technische Daten
- Standort: Nordturm
- Gewicht: 7820 kg
- Durchmesser: 2215 mm
- Schlagring: 167 mm
- Höhe der Krone: 1757 mm
- Schlagton g° + 1
Dekor
Die Johannesglocke gilt als eine der am umfangreichsten dekorierten Glocken der Welt. Allein der Dekor verursacht der Glocke ein Mehrgewicht von 1000 Kilogramm. Unterteilt ist die Glocke in vier Reliefs:
- Der erhöhte Christus
- Die Botschaft der Engel des Gerichts
- Die Anbetung des Lammes
- Der letzte Kampf
Die Glockenkrone zeigt die vier Evangelisten Markus, Matthäus, Lukas und Johannes. [1]
Literatur
Dombau-Verein Meißen e.V. und Freundeskreis der Albrechtsburg Meißen e.V., Verschiedene Autoren in: Monumenta Misnensia, Jahrbuch für Dom und Albrechtsburg zu Meißen 2011/2012, ISBN 978-3-9812406-2-7.
Einzelnachweise
- ↑ Dombau-Verein Meißen e.V. und Freundeskreis der Albrechtsburg Meißen e.V., Verschiedene Autoren in: Monumenta Misnensia, Jahrbuch für Dom und Albrechtsburg zu Meißen 2011/2012, S. 6 bis 93.