Johannes Rudolf Hentschel
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Johannes Rudolf Hentschel, eigentlich Johannes (Hans) Rudolph Hentschel (* 21. Oktober 1869 in Vorbrücke bei Meißen; † 27. März 1951 in Meißen) war ein Porzellankünstler, Bossierer, Porzellanmaler und Radierer an der Porzellanmanufaktur Meißen. R. Hentschel gehöhrt zusammen mit seinem Bruder Konrad Hentschel zu den bedeutendsten Porzellankünstlern des Meißner Jugendstils.[1]
Leben und Werk
Rudolf Hentschel wurde in der damals noch selbstständigen Gemeinde Vorbrücke geboren. Er war der Sohn von Julius Konrad Hentschel einem Porzellanmaler. Sein jüngerer Bruder war Konrad Hentschel. Vater und Söhne arbeiteten an der Porzellanmanufaktur Meißen. Der Vater wurde bekannt durch die von ihm entwickelte „Pâte-sur-Pâte-Technik“ und sein Bruder Konrad wurde bekannt als Modelleur, Kunst- und Porzellanmaler sowie als Radierer.
Zunächst besuchte Rudolf Hentschel ab 1884 die Meißner Zeichenschule und begann 1888 eine Lehre als Bossierer an der Porzellanmanufaktur. Nach dem Lehrabschluss absolvierte er von 1888 bis 1891 ein Studium an der Kunstakademie in München. Danach kehrte er an die Meißner Manufaktur zurück und war dort als Figurenmaler tätig. Ab 1893 studierte er bis 1895 an der Pariser Académie Julian sowie in Étaples. Nach Meißen zurückgekehrt übernimmt er an der Porzellanmanufaktur erneut die Tätigkeit als Figurenmaler. Zudem unterrichtet er noch als Lehrer die Schüler der Porzellanschule. Einer seiner Lehrlinge war der spätere Maler Rudolf Schmidt.
Für die Porzellanmanufaktur Meißen entstehen in dieser Zeit zahlreiche malerische Entwürfe und Geschirrformen. Er gestaltet auch das wichtigste Meißener Jugendstilservice „T-glatt“. Außerdem entwickelt er Dekore mit der Bezeichnung „Flügelmuster“, „Krokusmuster“, „Arnikamuster“. Seine künstlerischen Arbeiten überzeugen noch heute und sind dabei von ästhetischer Klarheit geprägt. Rudolf Hentschel entwirft zudem Vasen mit geflossenen Kristall-Glasuren und von ihm stammen beispielsweise auch die figürlichen Modelle der „Tennisspielerin“ und die „Dame im Reitkostüm mit Windhund“.
R. Hentschel war Mitglied des Reichsverbands Bildender Künstler, des Deutschen Künstlerbunds und der Dresdner Kunstgenossenschaft. Seine Freizeit widmet er gern der Landschaftsmalerei sowie der Kaltnadelradierung. Bekannt ist beispielsweise das Ölgemälde „Zscheila“ auf Karton aus dem Jahre 1890.
Zusammen mit Vater und Bruder bewohnt Konrad Hentschel laut Meißner Adressbuch von 1906 das Wohnhaus Zscheilaer Straße Nr. 12 im Stadtteil Cölln. Zum 1. Juli 1929 wird Hentschel zunächst in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Am 1. März 1934 wird er in den dauernden Ruhestand versetzt.[2][3] Er verstirbt am 27. März 1951 in Meißen.
Werke (Auszug)
Der Künstler R. Hentschel beteiligt sich auf der 1. Meissner Kunstausstellung 1947 im Stadtmuseum Meißen mit vier Ölgemälden. Ausgestellt wurden dort:
- Hochsommer, Ölgemälde.
- Wandernde Wolken, Ölgemälde.
- Blick von Winkwitz, Ölgemälde.
- Helmmühle, Ölgemälde.[4]
Literatur
- Städtisches Kulturamt Meißen: Ausstellungskatalog zur 1. Meissner Kunstausstellung, Sachsenverlag, Zweigstelle Meißen, 1947.
- Johannes Just: Meissener Jugendstil Porzellan. Leipzig: Edition Leipzig, 1983, ISBN 3-570-09020-5.
- Otto Walcha: Meissner Porzellan. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Dresden: Verlag der Kunst, 1986, 8. Aufl., ISBN 3-364-00012-3.
- Caren Marusch-Krohn: Meissener Porzellan 1918–1933. Die Pfeifferzeit. Edition Leipzig, Leipzig 1993, ISBN 3-361-00402-0.
- Jürgen Schärer: Auf den Punkt gebracht, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen, Meißen 2000, ISBN 3-910063-28-4.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Einzelnachweise
- ↑ Martina Fischer und Stefan Förster: Manufakturisten als freie Künstler, in Manufakturisten als Bürger der Stadt Meißen, Schriftenreihe des Stadtmuseums Meißen, Heft 7, 2011, S. 96.
- ↑ Caren Marusch–Krohn: Meissener Porzellan–1918–1933–Die Pfeifferzeit, Edition Leipzig, 1993, S. 154.
- ↑ Jürgen Schärer: Auf den Punkt gebracht, Porzellane für Meissen, Max Adolf Pfeiffer zu Ehren, Staatliche Porzellan–Manufaktur Meissen, 2000, Seite 263
- ↑ Städtisches Kulturamt Meißen: Ausstellungskatalog zur 1. Meissner Kunstausstellung, Sachsenverlag, Zweigstelle Meißen, 1947, S. 1 bis 13.