Johann Joachim Kaendler
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Johann Joachim Kaendler, auch Kändler geschrieben (* 15. Juni 1706 in Fischbach, Arnsdorf, bei Dresden; † 17. Mai 1775 in Meißen), war ein Bildhauer, Porzellanmmodelleur und Manufakturist an der Königlichen Porzellanmanufaktur-Meißen. J. J. Kaendler war einer der bedeutendsten Modelleure an der Meißner Manufaktur.
Die Schreibweise „Kaendler“ oder „Kändler“ geht auf Kaendler selbst zurück, weil er für seinen Namen beide Schreibweisen benutzte. In letzter Zeit hatte sich jedoch „Kaendler“ durchgesetzt. In verschiedenen Quellen wird auch der 18. Mai 1775 als Todestag genannt.[1]
Leben und Werk
Johann Joachim Kaendler wurde als Sohn eines Pastors in Fischbach, Arnsdorf 1706 geboren. Sein Vater erkennt schon sehr früh das künstlerische Talent und unterweist den Knaben selbst in Mythologie und den Kunstwerken des Altertums. Zur künstlerischen Ausbildung kommt er ab 1723 in die Lehre vom Hofbildhauer, Holzschnitzer und Modelleur Johann Benjamin Thomä nach Dresden. J. B. Thomä war ein Schüler und Mitarbeiter von Balthasar Permoser. Einige bossierte Stücke des noch jungen Kaendlers sollen König August „dem Starken“ so gefallen haben, dass er Kaendler 1730 zum Hofbildhauer ernannte.
In Meißen
Im Jahre 1731 wird er zum Modellmeister berufen und bekommt die Oberaufsicht über die Gestaltungsbranche der Meißner Porzellanmanufaktur auf der Albrechtsburg. Der Einfluss Kaendlers auf die Porzellanmanufaktur Meißen war außerordentlich. Unter seinen Händen sind in dieser Zeit eine Fülle an Modellen entstanden. Im Jahre 1740 wurde er Leiter der plastischen Abteilung und 1741 Arkanist. Den Titel eines „Hofcommisarius“ bekommt er 1749 verliehen.
Der talentierte Künstler prägte im 18. Jahrhundert durchaus die Formensprache des Meißner Porzellans. Seine Porzellangestaltung reichte von der figürlichen Kleinplastik über Service bis zur Großplastik. Für den Grafen Brühl gestaltet er beispielsweise das über 2000 Teile umfassende „Schwanenservice“. Allein für den russischen Hof werden von ihm 40 allegorische und mythologische Gruppen entworfen und modelliert. Aber auch für Papst Clemens XIII. modelliert er einige Figurengruppen und Figuren wie „Die Kreuzigung Christi“, „Petrus und Paulus“, „Laurentius“ und „Franziskus“.
Johann Joachim Kaendler bleibt bis zu seinem Tode an der Porzellanmanufaktur und ist dort rastlos schöpferisch tätig. Er verstirbt am 17. Mai 1775 in Meißen. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem St. Afra-Friedhof an der Fürstenschule.[2][3][4]
Werke (Auswahl)
- Eine Reihe von Kaiserbüsten für den Wiener Hof.
- Grabmal für Gottfried Keil und seine Ehefrau, 1732. Die Steinbildhauer-Arbeit von Kaendler befindet sich heute im Stadtmuseum Meißen.
- Schnupfender Affe, Porzellanfigur 1732.
- Paduaner Hahn, Porzellanfigur 1732.
- Kasuar, Großfigur aus Porzellan 1733. Eine Kopie ist heute die Bekrönung vom Kaendler-Brunnen.
- Büste des Hofnarren Joseph Fröhlich, 1737.
- Grabmal für Alexander von Miltitz, 1738, Steinbildhauer-Arbeit.
- Harlekin, Porzellanfigur, 1738.
- Büste des Postmeisters Schmiedel, 1739.
- Schneeballblütenvase, 1740.
- Dame und Kavalier, Figurengruppe, 1744.
- Porzellanrahmen für den „Trumeauspiegel“ und eine Tischkonsole aus Porzellan um 1750.
- Affenkapelle“, Figurengruppe gemeinsam mit Reinicke modelliert von 1747 und 1764.
- Kinder- und Engelgestalten um 1774.[5]
Ehrungen
- Gedenktafel an J. J. Kaendler am Haus Domplatz Nr. 8.
- Die Kändlerstraße wurde 1905 nach J. J. Kaendler benannt.
- Kaendlerpark mit Kaendler-Brunnen. Park und Brunnen wurden im Jahr 1960 zum 250. Jahrestag der Gründung der Meißner Porzellanmanufaktur eingeweiht.
Literatur
- Mannschaftsbuch der Königlichen Manufaktur von 1744/95.
- Totenbuch von St. Afra von 1775.
- Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler (1888), Meißen, 1888.
- Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. C. E. Klinkicht & Sohn, Druck: Druckerei Klinkicht & Sohn, Meißen 1929 (online).
- Otto Walcha: Meißner Porzellan – Von den Anfängen bis zur Gegenwart, VEB Verlag der Kunst Dresden, Zweite Auflage, 1975.
- Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Einzelnachweise
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 158.
- ↑ Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler, Meißen, 1888, S. 43 bis 46.
- ↑ Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. C. E. Klinkicht & Sohn, Druck: Druckerei Klinkicht & Sohn, Meißen 1929, S. 541, 543 bis 546, 551, 553, 571, 578 und 579 (online).
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 158.
- ↑ Otto Walcha: Meißner Porzellan – Von den Anfängen bis zur Gegenwart, VEB Verlag der Kunst Dresden, Zweite Auflage, 1975, S. 36, 52, 69, 71, 75 bis 79, 88 bis 95, 97 bis 102, 104 bis 149, 152 bis 177, 197, 198, 202, 205, 212, 445 bis 449, 460, 461, 468, 470, 474, 476, 478, 480, 482, 486, 488, 490, 494 und 503.