Johann Gregorius Höroldt
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Johann Gregorius Höroldt, oft auch Herold oder Hörold geschrieben, (* 6. August 1696 in Jena; † 30. Januar[1] 1775 in Meißen) war ein Kunstmaler, Porzellanmaler, Porzellankünstler, und Manufakturist an der Königlichen Porzellanmanufaktur-Meißen. Er ist im Jahre 1720 dort der erste angestellte Kunstmaler gewesen. Höroldt entwickelte in relativ kurzer Zeit für seine Dekore einbrennbare Porzellanfarben.
Leben und Werk
Johann Gregorius Höroldt wurde 1696 als Sohn des Schneidermeisters Johannes Wilhelm Herold (Höroldt) in Jena geboren. Nach seiner Schulzeit ging er nach Wien um dort an der Wiener Porzellanfabrik als Maler zu arbeiten. Der Meißner Manufakturist Samuel Stöltzel, welcher sich später zu Studienzwecken an der Wiener Manufaktur befindet, kann J. G. Höroldt überzeugen mit nach Meißen zu kommen.
An der Meißner Porzellanmanufaktur wurde er 1720 unter der Bedingung angestellt, nicht nur selbst zu malen, sondern auch andere Maler auszubilden. Im Jahre 1724 bekam er den Titel „Königlich Polnischer und Kurfürstlich Sächsischer Hofmaler“ verliehen. J. G. Höroldt heiratete am 6. Oktober 1725 die Tochter Rahel Eleonore des Gasthalters und Ratsherrn Gottfried Kreyl in Meißen.[2]
Ab dem Jahr 1732 erhält er an der Manufaktur ein festes Gehalt von 1.000 Thalern jährlich nebst freier Wohnung und Feuerung. Ihm wird nun die gesamte Aufsicht über die Malerei übertragen. J. G. Höroldt betrieb bereits ab 1722 eine eigene Malereiwerkstatt an der Porzellanmanufaktur Meißen in der Albrechtsburg. Er liefert dabei viele Zeichnungen mit Karneval-Szenen und zudem Entwürfe mit menschlichen Figuren, Geflügel und Bäumen. Hervorzuheben sind seine geschmackvoll dargestellten Szenen inmitten chinesischer Landschaft. Grund dafür war, dass in dieser Zeit wiederholt von der Hofkanzlei getreue Imitationen ostasiatischer Serviceteile verlangt worden sind. Höroldt war dazu mit der Erprobung der späteren „Höroldtschen Schmelzfarbenpalette“ beschäftigt. Er wird 1735 zum „Hof-Commissarius“ ernannt und seine Ernennung zum Bergrat erfolgte 1749.[3][4]
Johann Gregorius Höroldt verstirbt in seinem 79. Lebensjahr am 30. Januar 1775 in Meißen.
Werke (Auswahl)
- Teekanne aus der Erprobungszeit der sogenannten „Höroldtschen Schmelzfarbenpalette“ um 1720.
- Die sogenannte „Höroldtchinoiserie“ in konturenloser Pinseltechnik von 1723.
- Blaue Fondvase mit Chinoiserien und indianischen Blumen von 1726.
- Dekor zur Kaminuhr von J. G. Kirchner von 1728.
- Schlossvase, Deckelvase mit Blumenmalerei nach ostasiatischem Vorbild um 1735.
Ehrungen
Am 31. Mai 1996 wurde eine Straße im Triebischtal zur Erinnerung an den schaffensreichen Künstler in Höroldtstraße umbenannt.
Literatur
- Trauregister der Stadtkirche von 1725.
- Totenbuch der Stadtkirche von 1775.
- Nagler: Künstlerlexikon, Band 6.
- Klemm: Die Königlich Sächsische Porzellansammlung, 1834.
- Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler (1888), Meißen, 1888.
- Otto Walcha: Meißner Porzellan – Von den Anfängen bis zur Gegenwart, VEB Verlag der Kunst Dresden, Zweite Auflage, 1975.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Einzelnachweise
- ↑ Vergleiche dazu Otto Walcha: Meißner Porzellan – Von den Anfängen bis zur Gegenwart, VEB Verlag der Kunst Dresden, Zweite Auflage, 1975, S. 461.
- ↑ Trauregister der Stadtkirche (Frauenkirche) Meißen von 1725.
- ↑ Otto Walcha: Meißner Porzellan – Von den Anfängen bis zur Gegenwart, VEB Verlag der Kunst Dresden, Zweite Auflage, 1975, S. 47 bis 72, 97 bis 105, 443, 449, 459 und 461.
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 135.