Dieser Artikel könnte unvollständig, unzureichend belegt oder anderweitig überarbeitungsbedürftig sein.

Du bist herzlich eingeladen, ihn zu überarbeiten und zu ergänzen (Registrierung erforderlich). Bitte entferne danach diesen Hinweis. Vielen Dank!

Die Huttenburg um 1928.
Statue Ulrich v. Hutten am Herrenhaus der Huttenburg.
Die restaurierte Kapelle 2021.

Die Huttenburg befindet sich am Huttenburgweg Nr. 1 auf der Gemarkung von Lercha. Es handelt sich dabei um einen ehemaligen herrschaftlichen Landsitz am Hang des Triebischtals.

Geschichte

Bauherr der Huttenburg war der Leipziger Advokat „Karl Theophilus von Hüttner“. Hüttner kaufte am 23. März 1857 das Bauerngut von Johann Gotthelf Weber und ließ es für sich und seine Ehefrau ,durch den Leipziger Architekten Oscar Mothes, einem Schüler „Gottfried Sempers“, im Sinne mittelalterlicher Ritterromantik umbauen. Es entstand ein kleines Schloss im Stile der Neugotik. Beginn des Umbaus war am 27. April 1857. Die Grundsteinlegung für den Turmbau erfolgte am 10. Juni 1857. Am 17. Oktober 1857 waren die Umbauarbeiten bereits beendet und am 9. November 1857 konnte der Turmknopf aufgesetzt werden. Das Schlösschen v. Hüttners bekam wegen der Ähnlichkeit seines Namens mit dem des „Ulrich v. Hutten“ und zu dessen Ehren den Namen „Huttenburg“. An der südlichen Fassade des Turmunterbaues wurde eine Statue des Ulrich v. Hutten geschaffen vom Leipziger Bildhauer Hermann Knaur (1811-1872) angebracht.

Besitzer

Bereits 1867 hatte v. Hüttner die Huttenburg und auch das Ehrlichtgut verkauft und am 15. Februar 1886 verstarb er in San Remo. Es folgten die Besitzer Schrage aus Bremen und später der Leutnant Maximilian Gilka aus Berlin gemeinsam mit seinem Bruder Gustav Gilka. Bekannt war die Familie durch die Erfindung des „Gilka-Kümmel“, einer Spirituose aus Berlin. Ab dem 16. November 1886 war das Schlössen im Besitz von Leopold Isaak aus Berlin und 1901 war der Besitzer Hans Beskow. Im Jahre 1903 gehörte die Huttenburg dem Major und späteren Oberstleutnant a.D. Charles Lomax und ab 1922 gehörte das Anwesen dem Landwirt Oberstleutnant a.D. Alfred von Olberg aus Berlin. Noch bis 1962 betrieb später die Witwe des Alfred von Olberg in der Huttenburg einen Geflügelhof.

Der Gebäudekomplex

Der herrschaftliche Landsitz bestand aus dem sogenannten Herrenhaus in der Gestalt eines Schlösschens mit einem rd. 28,8 m hohen Turm und Wendeltreppe. Es gab auf dem Areal ein Gärtnerhaus mit Gewächshaus, ein Verwalterhaus, ein Geflügelwärterhaus, ein Wirtschaftsgebäude und dazu noch die Park- und Gartenanlage. Zudem war ein umfangreicher Obstbaumbestand und ein ausgedehntes Gemüseland vorhanden.

In den Jahren 1915 und 1916 hatte man den Fahrweg von der Hirschbergstraße Nr. 43 bis zur Huttenburg im Zusammenhang mit dem Bau der heutigen Erlichtstraße neu hergestellt. Im Jahre 1917 besaß das Herrenhaus insgesamt 14 Zimmer und einen Bankettsaal mit „gemalten“ Glasfenstern“. Es bestand Gas-, Wasser- und Elt-Anschluss, es gab Gesinde-Unterkünfte, Pferdeställe und Garagen. Im Jahre 1923 umfasste die Liegenschaft „Huttenburg“ 13,9640 ha. 1926 wurden davon 4,1480 ha als Bauland verkauft.

Die Gebäude der Huttenburg wurden ab 1970 mehrfach umgebaut und einige Teile auch abgerissen. Damit ging die einstige Pracht der Gebäudeanlage verloren. Am Herrenhaus wurde zudem der einstige Turm teilweise abgerissen um den Einbau von kleineren Wohnungen zu ermöglichen. Dabei ging fast der gesamte neugotische Fassadenschmuck verloren. Erhalten blieb die Statue des Ulrich v. Hutten am Herrenhaus mit einem neugotischen Baldachin und das Eingangsportal. Erhalten blieb ebenfalls die kleine neugotische Kapelle, welche 2020 restauriert wurde. Das ehemalige Gärtnerhaus wird heute als Einfamilienhaus genutzt.[1]

Literatur

  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, S. 136 und 137.