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Meine Katzenlieblinge, von Hugo Oehmichen.
Drei Lausbuben, von Hugo Oehmichen 1932.
Die Katzenmama, vor 1932.

Hugo Oehmichen (* 10. März 1843 in Borsdorf bei Leipzig; † im Dezember 1932 in Düsseldorf) war ein Genremaler und wirkte nach seiner Ausbildung vorwiegend im Rheinland. Er war während seiner Ausbildung in Meißen ein Schüler von Karl Gottlob Köhler und Karl Samuel Scheinert.

Leben und Werk

H. Oehmichen wurde 1843 in Borsdorf bei Leipzig geboren. Seine Eltern betrieben dort ein kleines Produktengeschäft. Die Mutter verstirbt bereits früh und die Familie zog mit Vater Fürchtegott Oehmichen und dem älteren Bruder nach Brockwitz bei Meißen. In Brockwitz besuchte er zunächst die Dorfschule und sein Bruder erlernte in Meißen den Beruf eines Schlossers. Mit Vorliebe widmete sich H. Oehmichen der Herstellung eines Puppenspiels, welches er immer wieder verbesserte. Aber auch sein zeichnerisches Talent bleibt nicht unentdeckt. Angeregt durch das zeichnerische Geschick seines Bruders, welcher als Schlosser kunstreiche Beschläge und Gittertore zu Papier brachte, wollte auch er ein Schlosser werden.

Sein älterer Bruder soll der erste Zeichenlehrer gewesen sein und Hugo Oehmichen ging dabei stets mit höchstem Eifer ans Werk. In Meißen durfte er bald die Sonntagsschule besuchen und der dortige Zeichenlehrer war ebenfalls von den sauberen Zeichnungen angetan, sodass er ihm kostenlos Privatunterricht gab. H. Oehmichen wanderte damals jeden Sonntag von Brockwitz nach Meißen in die Sonntagsschule um sich dort von Karl Gottlob Köhler unterrichten zu lassen. K. G. Köhler empfahl Oehmichen bald gern an die Zeichenschule der Königlichen Porzellanmanufaktur-Meißen, die damals von Karl Samuel Scheinert geleitet wurde. Auch Scheinert war wie Köhler der Meinung, dass in dem Knaben mehr als nur ein kopierender Künstler stecken muss.

Hugo Oehmichen kam mit den besten Empfehlungen als Vierzehnjähriger an die Kunstakademie in Dresden. Dort wird er im Oktober 1857 angenommen Er studierte in der Malklasse von Professor Adolf Ehrhardt bis 1860. In dieser Zeit bekommt er bereits Stipendien und erhält erste Aufträge. Im Jahre 1861 bekam er den Auftrag das Bildnis seines alten Dorflehrers zu malen. Der Auftragsgeber war damals die Gemeinde Brockwitz. 1862 war er in das Dresdner Atelier von Julius Hübner eingetreten und er bekommt im gleichem Jahr für ein weibliches Brustbild und das Gemälde „Aschenbrödel“ die kleine silberne und die kleine goldene Medaille verliehen. Kurz darauf wird vom Dresdner Kunstverein seine Gemälde „Schneewittchen“ angekauft. Das Gemälde „Großvater die Seinen segnend“ kauft der damalige Sächsische König Johann und gibt kund, dass er den jungen Urheber mit froher Zuversicht zu den großen Künstlern zählt.

Der Künstler übertrug in seinen Werken den Stil und die Farbe der großen Historie und orientierte sich dabei noch immer an J. Hübner. Im Jahre 1866 absolviert er eine Studienreise nach Rom, welches in dieser Zeit schon zum allgemeinen akademischen Brauch geworden war. Im Sommer 1867 kehrt er wieder nach Dresden zurück und beginnt mit der Portraitmalerei. Nebenher malte er schon am Gemälde „Der erste Kirchgang nach der Genesung“. Auch dieses Bild wird nach der Vollendung vom Dresdner Kunstverein erworben.

Immer mehr zeigte sich in seinen Bildern das Talent zur Sittenmalerei (Genremalerei), welches auch von J. Hübner bestätigt wurde. Von Hübner kam dann auch der Vorschlag nach Düsseldorf überzusiedeln, da man sich damals nach seiner Meinung in Dresden dieser Malerei nicht genug erfreute. H. Oehmichen folgte den Rate und ging im Herbst 1869 nach Düsseldorf. Vorher schuf er jedoch noch sein Bild „Die Dorfschule“, welches bald vom Fabrikbesitzer Trübenbach aus Dorfschellenberg (heute Schellenberg) erworben wird. In Düsseldorf lernt der Künstler von Benjamin Vautier (1829-1898) die Darstellung des seelischen Lebens der unteren Gesellschaftskreise im Rahmen einfacher, von der Natur beobachteter Vorgänge mit festen Schritten umzusetzen. Es entstehen noch viele Bilder wie zum Beispiel „Der erste Zahn“ (1875), „In der Nähstube“ (1877), „Bei der kranken Schulfreundin“ (1878), „Kindergarten“ (1879) oder „Gute Nacht“ (1881) und „Die Geschwister“ (1888).

Viele seiner Werke wurden als Stiche vervielfältigt und fanden damit ein großes Publikum. Im Dezember 1932 verstirbt Hugo Oehmichen in Düsseldorf.[1]

Werke (Auswahl)

  • Der Schulausgang, Ölgemälde 1865.
  • Das Mutterglück, Ölgemälde 1866.
  • Der erste Kirchgang nach der Genesung, Ölgemälde um 1868.
  • Die Dorfschule, Ölgemälde um 1869.
  • Schulprüfung, Ölgemälde um 1870.
  • Die Todesbotschaft, Ölgemälde um 1872.

Literatur

  • Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler, Meißen, 1888.

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler, Meißen, 1888, S. 71 bis 76.