Helmuth Gröger (* 9. Dezember 1890 in Altenberg; † 16. Mai 1957 in Meißen) war ein Lehrer, Schriftsteller, Stadtarchivar und Vorsitzender des Geschichtsvereins in Meißen.

Zunächst studierte H. Gröger Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie in Leipzig. Im März 1920 schloss er das Studium ab und trat in den Schuldienst der Stadt Meißen ein. Am 16. Juni 1922 verlieh ihm die Philosophische Fakultät der Universität Leipzig die Doktorwürde. H. Gröger ist ab 1922 an der Höheren Mädchenschule als Studienrat beschäftigt.

Im Jahre 1923 wird H. Gröger von der Stadt Meißen vom Schuldienst freigestellt und damit beauftragt, anlässlich der bevorstehenden Tausendjahrfeier von Meißen eine umfassende Chronik der Meißner Stadtgeschichte zu verfassen. Ab 1929 tritt er auch beruflich in den städtischen Verwaltungsdienst ein. Am 18. April 1929 wird er vom Stadtrat zu Meißen zum Stadtarchivar berufen. In diesem Amt bleibt H. Gröger bis zum 23. Mai 1946.

Helmuth Gröger wurde nach dem Zweiten Weltkrieg kurzzeitig in das Speziallager Torgau eingewiesen. Kurz danach wurde er erneut beschuldigt und in ein sowjetisches Kriegsgefangenenlager gebracht. Auch das Zeugnis von Bürgermeister Albert Mücke, dass H. Gröger polnischen Zwangsarbeitern geholfen und sich im Mai 1945 für eine kampflose Übergabe Meißens eingesetzt hatte, blieb ohne Gehör. H. Gröger kam 1948 mit gesundheitlichen Schäden aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft zurück und wurde nun Mitarbeiter des neuen Stadtarchivars Helmut Reibig. Ab Mai 1951 wechselte H. Gröger zur Porzellanmanufaktur Meißen, um dort als Betriebsarchivar zu arbeiten. Er ordnete das Archiv der Porzellanmanufaktur nach modernen Gesichtspunkten und gestaltete die Ausstellung in der Schauhalle der Manufaktur um.[1][2]

Helmuth Gröger verstarb am 16. Mai 1957 in Meißen. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Alten Johannesfriedhof.

Werke

  • Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen, Druck und Verlag, Klinkicht & Sohn, Meißen, 1929.

Literatur

  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5.
  • Steffen Förster: Artikel: Helmuth Gröger, in: Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5, S. 321 und 322.
  2. Steffen Förster, Artikel: Helmuth Gröger, in: Sächsische Biografie, hrsg. vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde, https://saebi.isgv.de/biografie/24975