Helmut Schulz
Helmut Schulz (* 16. April 1906 in Weinböhla; † 13. Dezember 1984 in Coswig) war ein Manufakturist, Porzellankünstler, Porzellanmaler und Medailleur. Im Jahre 1920 begann er eine fünfjährige Ausbildung an der Porzellanmanufaktur Meißen zum Porzellanmaler. Er war ein Schüler von Emil Paul Börner in der sogenannten Pfeifferzeit. Nach dem erfolgreichen Lehrabschluss arbeitet er ab 1925 an der Porzellanmanufaktur als Kunstporzellanmaler und später auch als Medailleur. H. Schulz zählt in der Zeit von 1947 bis 1971 mit zu den schaffensreichsten Medailleuren der Porzellanmanufaktur Meißen.
Nach 1945
Ab 1945 arbeitet H. Schulz auch als Entwerfer an der Meißner Manufaktur und es entstehen Figuren, welche wie beispielsweise die Figur „Der kleine Muck“ durch ihre Lebendigkeit auffallen und überzeugen. In der Zeit des „Neubeginns“ nach dem Zweiten Weltkrieg ist H. Schulz ebenfalls an Neuentwicklungen beteiligt, welche nun auch in Kollektivarbeit entstanden sind.[1]
Zunehmend widmet er sich später mit großer Hingabe der Medaillenkunst und arbeitet als Medailleur. Er entwirft und modelliert bis in die 1970er Jahre hinein eine große Anzahl an Plaketten und Medaillen zu besonderen Anlässen wie die Leipziger Messe, die Internationale Friedensfahrt und für das Olympische Komitee der DDR. Zudem entwirft er Medaillenmotive zu Heimat-, und Stadtfesten. Ausgeführt werden die Medaillen in Biskuitporzellan oder in Böttger-Steinzeug.
Für die Stadt Meißen ist Helmut Schulz ebenfalls oft tätig. Er entwirft und modelliert beispielsweise einige Medaillen für das Meißner Weinfest und wagt sich dabei auch an etwas ungewöhnliche Formen (Wein- und Erntefest Meissen 1963) und Farbgestaltungen (Leipziger Herbstmesse 1957) heran. Einige seiner Arbeiten gibt es nur in sehr geringer Stückzahl. Für den Rat der Stadt Meißen gestaltet er 1956 eine Ehrengabe mit der Auflage von 500 Exemplaren. Drei Motive dominieren auf der Großplakette. Das Rathaus, die beiden Domtürme und das Meißner Stadtwappen. Bis zum Eintritt in den Ruhestand 1971 entwirft der Künstler noch viele weitere Medaillenmotive.[2]
Im Jahre 1971 scheidet Helmut Schulz aus der Porzellanmanufaktur Meißen aus und begibt sich in den wohlverdienten Ruhestand. Helmut Schulz verstarb am 13. Dezember 1984 in Coswig.
Werke (Auszug)
- Leipziger Herbstmesse 1947, Medaille aus Böttger-Steinzeug.
- III. Weltfestspiele 1951 in Berlin, Porzellanmedaille.
- VII. Internationale Friedensfahrt, Medaille aus Böttger-Steinzeug, 1954.
- Ehrengabe vom Rat der Stadt Meißen, Großplakette aus Böttger-Steinzeug, 1956.
- Der kleine Muck Porzellanfigur.
- Die Jugend, Porzellanfigur weiß, Entwurf von 1959, geschaffen 1960.
- Dagmar, Porzellanfigur weiß, Entwurf von 1959, geschaffen 1960.
- Wein- und Erntefest Meissen, Plakette zum Weinfest Meißen, 1963.
Literatur
- Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961 und Band 1970-1974, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979 und 1988.
- Otto Walcha: Meissner Porzellan. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Dresden: Verlag der Kunst, 1986, 8. Aufl., ISBN 3-364-00012-3.