Heimatverein Meißen

Der Heimatverein Meißen wurde am 14. März 1927 auf Initiative des damaligen Direktors der Porzellanmanufaktur Meißen Max Adolf Pfeiffer (Pfeifferzeit) geründet. Pfeiffer war auch der spätere Vorsitzende vom Verein. Man hatte sich das Ziel gesetzt, bleibende Werte für die Stadt Meißen zu schaffen, ohne dabei die Stadtkasse finanziell zu belasten. Sämtliche Errungenschaften vom Verein sollten der Stadt zur Nutzung übergeben werden. Die notwendigen Mittel sollten durch mehrere Porzellan-Lotterien beschafft werden.
Der Verein
Der Verein war dabei sehr Heimatverbunden, denn man verfolgte den Zweck, sämtliche Belange der Heimat in jeder Hinsicht zu fördern und zu wahren. Außerdem hatte man sich zur Aufgabe gemacht, die würdige Gestaltung der anstehenden Tausendjahrfeier 1929 der Stadt Meißen zu leiten. Dabei sollte auch eine Stadthalle und ein städtisches Museum entstehen, doch auch andere Einrichtungen ermöglicht werden.
Nach der Tausendjahrfeier von Meißen legte Pfeiffer Ende 1929 den Vorsitz nieder und empfahl die Auflösung des Vereins. Erst am 5. September 1934 wurde die Auflösung vom Heimatverein Meißen beschlossen.[1]
Aktivitäten
Umgesetzt
- Die Vollendung der Ausstattung der Kriegergedächtnisstätte in der Nikolaikirche.
- Die Herstellung eines Porzellanglockenspiels und deren Installation an der Frauenkirche.
- Die Ergänzung der Johannesglocke und der Lukasglocke im Domgeläut. (Die Mittel dafür wurden vom Domkapitel und vom Heimatverein gemeinsam beschafft.)
- Nach umfangreichem Umbau wurde das Stadtmuseum Meißen in der Franziskanerkirche am 8. August 1934 eröffnet. Bereits am 10. Juni 1932 hatte es eine kleinere Ausstellung gegeben.
Nicht umgesetzt
- Die geplante „Stadthalle“ wurde nicht gebaut.
- Die Aufstellung eines „Kaendlerbrunnens“ auf dem Marktplatz vor der Markt-Apotheke. (Dieser Plan wurde nicht umgesetzt, erst zum 250. Jahrestag der Porzellanmanufaktur Meißen 1960 wurde ein Kaendler-Brunnen mit einem völlig neuen Motiv und an anderer Stelle eingeweiht.)
- Aufstellung eines Brunnens Gänsejunge von Meißen Gänsejungen-Brunnen auf dem Kleinmarkt. (Auch dieser Plan wurde nicht ausgeführt.)[2]
Literatur
- W. H.: Monumentalwerke der Meißner Porzellanmanufaktur, in Dresdner Nachrichten, 16. November 1928.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5.