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Buchtitel von 1978.

Hans-Joachim Mrusek (* 7. Juni 1920 in Meißen; † 9. März 1994 in Halle an der Saale) war ein Bäcker, Kunsthistoriker und Professor mit Lehrauftrag am Institut für Kunstgeschichte in Halle. Seine wissenschaftlichen und persönlichen Interessen galten stets der Stadt Meißen und deren Stadtgeschichte.

Leben und Werk

Hans-Joachim Mrusek wurde am 7. Juni 1920 in Meißener Stadtteil Zaschendorf geboren. Sein Vater Paul Mrusek war ein Holzbildhauer und die Mutter eine Weißnäherin. Die Familie wohnte damals in der Moritzburger Straße Nr. 38 (heute Heinrich-Heine-Straße). Als Schüler besuchte er zunächst die Schule in Zaschendorf. Später wechselt er an die Johannesschule in Cölln. Nach der Schule absolviert er eine Lehre als Bäcker. Er meldet sich 1937 zur Marine und fährt zur See. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges dient er auf dem Kadettenschulschiff Schleswig-Holstein.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitet er zunächst 1946/47 als Verwalter und technischer Leiter des Schlosses Pillnitz. Als technischer Leiter ist er am Aufbau des Museums in Pillnitz maßgeblich beteiligt. Danach wechselt H. J. Mrusek 1947 an die Porzellanmanufaktur Meißen und leitet dort den Aufbau vom Werksmuseum. Im Jahre 1948 absolviert er ein Begabtenstudium an der Universität Leipzig und beginnt danach ein Studium in den Fächern Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Geschichte. 1950/51 wechselte er an die Martin-Luther-Universität nach Halle. In Halle promovierte er 1953 zum Dr. phil. und erhält eine Anstellung an der Universität Halle. Damit ist ein Wegzug aus Meißen 1954 verbunden.

Seine Habilitation erfolgt 1958 und 1963 wird er zum Professor berufen, mit gleichzeitiger Berufung zum Direktor des Kunstgeschichtlichen Instituts der Universität Halle. Im Jahre 1970 promovierte er zum Dr.-Ing. an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar. Von 1969 bis zu seiner Emeritierung 1985 hatte er die Leitung des damaligen Wissenschaftsbereiches Kunstgeschichte inne. Mit dem Rektorat und der Gründung der Zentralen Kustodie, der kunsthistorisch-museologischen Forschungs- und Verwaltungsstelle, wird er 1979 beauftragt, die er bis Dezember 1982 im Nebenamt leitete. Im Jahre 1983 legte H. J. Mrusek die Institutsleitung nieder und wird 1986 emeritiert. Seine Spezialgebiete waren Stadtkernforschung und Burgenkunde.

Meißner Vorträge, Veranstaltungen und Publikationen

Er hält nun regelmäßig Vorträge im Meißner Kulturbund zur Stadtgeschichte. Zudem stammen mehr als 90 wissenschaftliche Publikationen aus seiner Feder. Er wird Vorsitzender des Albrechtsburg-Beirates und organisierte auch in seiner Funktion, als Vorsitzender der Burgen-Kommission der DDR zahlreiche wissenschaftliche Veranstaltungen. Beispielsweise 1985 und 1990 auf der Albrechtsburg. Den Meißnern wurde Hans-Joachim Mrusek besonders bekannt durch sein Buch „MEISSEN“, welches in der Erstauflage bereits 1957 im Sachsenverlag erschienen war. Das Fachbuch ist dabei eine Kombination zwischen geschichtlichen sowie kunstgeschichtlichen Abhandlungen. Zudem aber auch ein Bildband über die Stadt Meißen. Den umfassenden Bildteil schufen dabei die beiden Meißner Kunstfotografen Margot und Adolf E. Heckmann. Später hat man in den Nachauflagen die Fotografien durch andere Bildautoren ergänzt. H. J. Mruseks Buch erlebte in der DDR noch drei Nachauflagen 1978, 1982, 1989. Eine weitere Nachauflage folgte 1991.

Sein Engagement galt außerdem den Baudenkmalen der Städte Magdeburg, Merseburg, Halle und dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich. H. J. Mrusek war Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen wissenschaftlichen Gremien.

Hans-Joachim Mrusek verstirbt am 9. März 1994 in Halle an der Saale. Seine letzte Ruhestätte findet er auf dem Friedhof St. Wolfgang im Meisatal.[1]

Publikationen (Auswahl)

  • MEISSEN, Sachsenverlag, Dresden, 1957. Spätere Nachauflagen vom VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig.
  • Gestalt und Funktion der Eigenbefestigung im Mittelalter, Meißen, 1958. Erschien 2024 auch als eBook (Reprint).
  • Thüringische und sächsische Burgen, Leipzig 1965, Die Publikation erscheint auch in der BRD unter dem Namen Burgen in Sachsen und Thüringen, München 1965.
  • Von der ottonischen Stiftskirche zum Bauhaus, Leipzig 1967.
  • Die Funktion und baugeschichtliche Entwicklung der Burg Giebichenstein in Halle (Saale) und ihre Stellung im früh- und hochfeudalen Burgenbau, Dissertation Weimar 1970.
  • Die Albrechtsburg zu Meißen, 1972, VEB E. A. Seemann Verlag Leipzig.
  • Drei sächsische Kathedralen – Merseburg, Naumburg, Meissen, Dresden, 1981.
  • Romanik, Freiburg, 1991.

Ehrungen

  • 1966: Der Bezirk Halle ehrt H. J. Mrusek mit dem „Händelpreis“.
  • 1970: Das Kuratorium der Winkelmann-Gesellschaft Stendal verleiht ihm die Winkelmann-Medaille.
  • 2023: An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg fand eine dreitägige Konferenz zum Wirken Hans-Joachim Mruseks statt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Meißner Chronik 1989-1996. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1996, S. 154 und 155.