Handwerksbetrieb Herbert Schellbach
Dieser Artikel könnte unvollständig, unzureichend belegt oder anderweitig überarbeitungsbedürftig sein.
Du bist herzlich eingeladen, ihn zu überarbeiten und zu ergänzen (Registrierung erforderlich). Bitte entferne danach diesen Hinweis. Vielen Dank!


Der Handwerksbetrieb Herbert Schellbach war eine Gravieranstalt in der Kurt-Hein-Straße Nr. 19 in Meißen. Der Graveurmeister hat besonders nach dem Zweiten Weltkrieg für die Porzellanmanufaktur Meißen die erforderlichen Stahlstempel zur Herstellung von Porzellanmedaillen und Plaketten gefertigt. In den 1970er Jahren war die Firma schon seit vielen Jahren mit dieser Aufgabe betraut. Die Graveurfirma hat in dieser Zeit für fast alle in der Manufaktur hergestellten Porzellanmedaillen die Stempel geschnitten.
Herbert Schellbach
Herbert Schellbach wurde am 20. Januar 1907 in Meißen geboren. Er absolvierte eine Lehre als Graveur bei der Firma Rudolf Fiedler in der Martinstraße Nr. 4 in Meißen. Die Meisterprüfung als Graveur legte er im Jahre 1940 ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte 1948 die Gründung des Handwerkbetriebes „Herbert Schellbach“ in Meißen. Der Firmenschwerpunkt lag in der Herstellung von Prägestempeln für die Porzellanmanufaktur Meißen. Zudem wurden noch Druckwalzen für Maßbänder hergestellt. Ausgeführt wurden aber auch Schmuckgravuren sowie Monogramm- und Schildergravuren.
Aufgaben der Meißner Gravieranstalt
Für Medaillen bis zu 65 mm Durchmesser, die in größeren Auflagen gefertigt werden sollen, verwendet man in der Porzellanmanufaktur Stahlstempel welche, die Porzellanmasse prägen. Dazu benötigt man einen Ober- und einen Unterstempel für die beiden Medaillen-Motive. Steht ein Motiv fest, dann wird von einem Graveur das Negativbild in den Stahl des Ober- und Unterstempels graviert. Diese Arbeiten wurden nach 1945 nicht immer in der Manufaktur ausgeführt, sondern man hat damit entweder den Meißner Handwerksbetrieb Herbert Schellbach oder den Graveurmeister Emil Grille beauftragt. Die von der Firma gelieferten Stahlstempel wurden später in eine Friktionspresse eingebaut, justiert und leicht geölt. Danach konnte ein sogenannter lederharter „Pressling“ aus Porzellanmasse eingelegt und durch Pressdruck geprägt werden.
Im Katalog Medaillen aus Meissener Porzellan sind die Arbeiten der Gravieranstalt H. Schellbach belegt. Schon allein im ersten Band der Katalog-Reihe gibt es unzählige Porzellanmedaillen, welche mit gravierten Stahlstempel der Firma Schellbach aus Meißen in der Porzellanmanufaktur Meißen hergestellt wurden.
Werke (Auszug)
Die Graveuranstalt H. Schellbach lieferte gravierte Stahl-Stempelpaare für Medaillen und Plaketten in Biskuitporzellan und Böttger-Steinzeug in verschiedenen Formen und Größen. Es entstanden daraus beispielsweise die Medaillen:
- Dom zu Meissen, 1969, 1970.
- APGH Holz-Meissen (AG der Produktionsgenossenschaften des holzverarbeitenden Handwerkes), 1970.
- Dem Deutschen Meister, Turn- und Sportklub der DDR, 1970, 1971.
- Die sechsteilige Medaillen-Serie mit Motiven vom Dresdner Georgentor, Kronentor vom Dresdner Zwinger, Goldener Reiter (Reiterstandbild August des Starken in Dresden), Schloss Pillnitz und Schloss Moritzburg aus dem Jahre 1970.
- Für den Rat der Stadt Leipzig mehrere Medaillen. Darunter die Brustbilder von J. S. Bach, J. W. Goethe, Clara Zetkin, Richard Wagner, August Bebel und G. W. Leibnitz. 1970.
- Georg Friedrich Haendel – Haendelfestspiele Halle 1971 (Auftraggeber Rat der Stadt Halle Saale), 1971.
- 500 Jahre Albrechtsburg – Großer Wendelstein, 1971.
- Rathaus Arnstadt 1971 und 1974.
- Burg Kriebstein“ (Auftraggeber Museum Burg Kriebstein), 1974.
- Ginkgo-biloba Baum (Auftraggeber Friedrich-Schiller-Universität in Jena), 1974.[1]
Literatur
- Adressbuch der Stadt Meißen von 1950.
- Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979. Das Gesamtwerk umfasst aktuell neun Bände (Stand 2026).
Einzelnachweise
- ↑ Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979, S. 16 bis 24 und 112, 124, 187 bis 191, 255, 262, 263 bis 269, 288, 290, 291, 404 und 405.