Gottfried Kohl
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Gottfried Kohl (* 3. April 1921 in Freiberg; † 20. Januar 2012 in Freiberg) war ein Bildhauer, Medailleur, Plaketten- und Porzellankünstler. Er zählt mit zu den Künstlern, welche an der Gestaltung von Porzellanmedaillen der Porzellanmanufaktur Meißen beteiligt waren.[1]
Leben und Werk
Gottfried Kohl wurde 1921 in Freiberg geboren. Nach seiner Schulzeit absolviert er ab 1937 eine Lehre als Holzbildhauer in Dresden. Gleichzeitig bildet er sich in Abendstudien an der Kunstakademie Dresden weiter. Er bekommt 1939/1940 ein Stipendium für eine Ausbildung an der Holzschnitzschule Bad Warmbrunn als Vorbereitung vom Studium an der Kunstakademie München. 1940 wird G. Kohl zur Wehrmacht eingezogen, dient im Zweiten Weltkrieg und kommt in französische Kriegsgefangenschaft.
Nach seiner Rückkehr 1946 nach Freiberg arbeitet er dort freischaffend aus Bildhauer und wird ab 1952 Mitglied im Verband der Bildenden Künstler der DDR. Zudem ist er am Nationalen Aufbauwerk in Berlin ab 1951 beteiligt. Er kehrt 1956 wieder nach Freiberg zurück und unternimmt 1957 eine Studienreise nach Italien.
Werke als Bildhauer (Auswahl)
- 1948: In Freiberg schuf er am Schloßplatz das „Denkmal 1848/49“ („Die Achtundvierziger“) für die Stadt.
- 1954: In Berlin schuf er die Arkaden am Straußberger Platz und das Säulenportal für das „Hochhaus an der Weberwiese“.
- 1959: Bergmann Figur aus Bronze am Obermarkt in Freiberg.
- Weitere Werke: Den Brunnen Klatschbasen (Klatschweiber auf dem Klatschweiberbrunnen am Rathaus Freiberg) in Freiberg. Dazu noch zahlreiche Portraits, Reliefs und Kleinplastiken sowie einige Kinder- und Tierplastiken in Bronze für Freiberg und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz).
Ausstellungen und Ehrungen
Gottfried Kohl nahm an der 11. Deutschen Kunstausstellung und auch an der VI. Kunstausstellung der DDR in Dresden teil. Zudem hatte er Einzelausstellungen in Freiberg und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz). Er war auch auf internationalen Kunstausstellungen in Ústí nad Labem und Prag in der ČSSR, in Paris, Aachen und Köln mit Werken vertreten.[2]
Er erhielt den Kunstpreis des damaligen Bezirkes Karl-Marx-Stadt, die Ehrenmedaille der Nationalen Front, den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze und die Johannes-R.-Becher-Medaille in Silber. 1987 erhält er den Nationalpreis der DDR und wurde 2008 zum Ehrenbürger der Stadt Freiberg ernannt.
Medaillen für die Porzellanmanufaktur Meißen
Ab dem Jahre 1958 unterhielt der Künstler auch enge Beziehungen zur Porzellanmanufaktur Meißen. Er erstellt nun auch Entwürfe und Modelle für Porzellanmedaillen und Plaketten. Beispielsweise lieferte er 1959 Entwurf und Modell zur Portrait-Großplakette für die Bergakademie – Geologisches Institut Freiberg, Alexander von Humboldt 1769-1859 aus Böttger-Steinzeug. Die Großplakette gibt es in zwei Ausführungen mit 50 bzw. 2000 Exemplare.[3]
Gottfried Kohl verstirbt am 20. Januar 2012 in seiner Heimatstadt Freiberg. Seine letzte Ruhestätte findet er auf dem Freiberger Donatsfriedhof. Die Grabstätte wurde 2028 zum Ehrengrab.
Literatur
- Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1988.
Einzelnachweise
- ↑ Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1988, S. 452 und 453.
- ↑ Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1988, S. 453.
- ↑ Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1988, S. 252, 253 und 438.