Georg Türke
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Georg Türke, eigentlich Robert Georg Türke (* 27. November 1884 in Cölln bei Meißen; † 30. Januar 1972 in Meißen) war ein Bildhauer, Grafiker, Zeichner und Medailleur. Er schuf in Meißen das Reliefbild „Häftlingsappell“ für die Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus am Käthe-Kollwitz-Park an der Kerstingstraße. Das Steinrelief wurde nach einer Entwurfszeichnung von Lea Grundig (1906-1977) geschaffen.
Leben und Werk
Georg Türke wurde als Sohn des Fleischers Robert Ernst Türke in Cölln bei Meißen geboren. Später arbeitete der Vater als Unterglasurmaler an der Königliche Porzellanmanufaktur-Meißen. Die Schule besucht er zunächst in Zscheila wechselt jedoch später an die Pestalozzischule in Cölln. Schon früh besucht er die Zeichenschule an der Porzellanmanufaktur und ab 1901 wird er an der Gewerbeschule in die Modellierklasse aufgenommen. Ab 1904 studiert er die Bildhauerei an der Dresdner Kunstakademie und wird ein Schüler von Karl Heinrich Epler (1846-1905). In dieser Zeit schuf er seine erste bedeutende Büste, die seine Mutter Agnes darstellte.
Im Ersten Weltkrieg wird G. Türke zum Dienst an die Westfront eingezogen und wird dort verwundet. Im Jahre 1923 verlegte Türke sein Atelier in das Künstlerhaus der Kunstakademie Dresden und erstmals stellt er einige seiner Werke im Münchner Glaspalast aus. Später ist der Künstler auf allen großen deutschen Kunstausstellungen von 1937 bis 1944 mit seinen Arbeiten vertreten. In der Zeit des Nationalsozialismus entstehen weitere Werke wie beispielsweise die überlebensgroße Figurengruppe Schifffahrt am Dresdner Elbufer. Im Jahre 1944 wird G. Türke zur Wehrmacht eingezogen. Er kann jedoch in Dresden bleiben und dort seinen Dienst versehen. Bei den verheerenden Bombenangriffen auf Dresden am 13. Februar 1945 verlor er alle seine im Dresdner Atelier befindlichen Kunstwerke, vernichtet wird auch seine umfangreiche Graphiksammlung. Die Familie Türke überlebt glücklicherweise die Bombenangriffe wird aber obdachlos.
Zurück nach Meißen
Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt die Familie wieder zurück nach Meißen. Georg Türke wohnt in Meißen in der Großenhainer Straße Nr. 88 und wird im Adressbuch Meißen 1950 als akademischer Bildhauer geführt. Sein kleines Atelier befindet sich an der Zscheilaer Straße Nr. 13. Im Jahre 1947 nimmt er an der 1. Meissner Kunstausstellung mit vier Werken teil und 1958 bekommt er den Kunstpreis der Stadt Meißen verliehen. Mit dem Meißner Künstler Oskar Burkhardt ist Georg Türke eng befreundet. Auch privat widmen sich beide den Themen Plastik und Malerei.
Aus gesundheitlichen Gründen beendet er im Jahr 1968 sein künstlerisches Schaffen und gab sein Atelier auf. Georg Türke verstirbt am 30. Januar 1972 in Meißen. Seine letzte Ruhestätte findet er auf dem Trinitatisfriedhof auf dem Zscheilaberg.
Werke (Auswahl)
- Entwürfe und Umsetzung der Medaillen der Dresdner Kunstakademie (Kleine und Große Medaille; in Bronze, Silber und Gold), 1908.
- Madonna mit Kind, Figur aus getöntem Gips nach der Madonna aus dem Meißner Dom.
- Fünf lebensgroße Sandsteinfiguren, Ornamentrahmen des Eingangs sowie mehrere Ornamente und Reliefs in Steinguss für das Verwaltungsgebäude der Nordböhmische Elektrizitätswerke AG in Bodenbach (Elbe) (heute Děčín) im Jahre 1923.
- Figur Mutter mit zwei Kindern und einem Laib Brot, Ottendorf-Okrilla, 1937.
- Werbung, Akt-Skulpturengruppe, 1940.
- Sinnende, Plastik aus Gips.
- Liegende, Plastik aus Keramik.
- Haarflechterin, Plastik aus Keramik.
- Mädchen mit Tuch, Plastik aus Keramik.[1]
- Sandsteinfigur Pandora als neue Kopie für die Humboldt-Universität in Berlin, 1952.
- Bronzebüsten von Wilhelm Pieck, Oskar Burkhardt und Karl Marx, 1953. Heute im Stadtmuseum Meißen.
- Mädchen mit Taube, Skulptur aus Steinguss, um 1950. Standort war einst gegenüber vom Bahnhof Meißen. Heute nicht mehr vorhanden.
- Lesender Bauernstudent, Skulptur um 1958, steht im Park des St. Afra Gymnasiums.
Viele seiner für die Stadt Dresden geschaffenen Werke gingen bei den Bombenangriffen auf Dresden am 13. Februar 1945 verloren. Als Beispiel soll hier die überlebensgroße Sandsteinfigur Schreitende, geschaffen für die Stadt Dresden, aufgeführt werden.
Ehrungen
- um 1910: Große Anerkennungsmedaille in Silber der Kunstakademie Dresden.
- 1911: Kleine Anerkennungsmedaille in Gold der Kunstakademie Dresden.
- 1958: Kunstpreis der Stadt Meißen.
Literatur
- Städtisches Kulturamt Meißen: Ausstellungskatalog zur 1. Meissner Kunstausstellung, Sachsenverlag, Zweigstelle Meißen, 1947.
- Ernst-Günter Knüppel: Georg Türke: 1884–1972, Akademischer Bildhauer – Leben und Werk. Sächsische Bildhauerkunst aus Dresden und Meißen. 1. Auflage. Verlag der Kunst Dresden, Husum 2005, ISBN 3-86530-061-8.
Einzelnachweise
- ↑ Städtisches Kulturamt Meißen: Ausstellungskatalog zur 1. Meissner Kunstausstellung, Sachsenverlag, Zweigstelle Meißen, 1947, S. 1 bis 13.