Georg Falk (Zauberkünstler)

Autogrammkarte von Georg Falk.
Ein Zauberkasten für Kinder von Georg Falk.
Zauberkasten für Kinder von Georg Falk.

Georg Falk (* 17. August 1909 in Meißen; † 5. Oktober 1985 ebenda) war ein deutscher Zauberkünstler sowie Hersteller von Zaubergeräten und dessen Zubehör. Das Geschäft und der Fachversand für Zauberkunst und Scherzartikel befand sich am Lutherplatz im Stadtteil Cölln. Georg Falk gründete im Jahre 1946 ein kleines Zaubergeschäft in Meißen. Das Geschäft wurde bald eine gut bekannte Adresse bei Magier in Ost- und Westdeutschland.

Leben und Werk

Bereits als junger Sportbegeisterter war G. Falk Mitglied im Arbeitersportverein Meißen. Er trat zum Anfang als „Kautschuk-Künstler“ auf und zeigte seine „Klischnigg-Darbietungen“ auf der Bühne. G. Falk gehörte zu den Leuten die ihren Körper extrem verbiegen können (Schlangenmensch).

Zunächst erlernte er den Beruf eines Maschinenbauers. Nach der Lehre bekam er eine Anstellung als Postbeamter im Hauptpostamt Meißen. Mit Vorliebe verbrachte er schon damals den Feierabend mit der Zauberkunst. Er hatte viele Ideen und begann verschiedene Utensilien für Magier selbst herzustellen oder bereits Erfundenes noch weiter zu Verbessern. Ab 1934 reiste Georg Falk mit über 40 Zentner Gepäck als Zauberkünstler durch Europa. Interessant ist dabei, alles was an Artistengepäck auf Tournee mitgenommen wurde, war von ihm selbst entwickelt und gebaut worden. Einen großen Erfolg brachte bereits seine Schau „Menschen, Tiere, Illusionen“. Mit dieser Schau bereiste er bis zum Kriegsende 1945 alle größeren Front-Bühnen.

Im Jahre 1946 gründete G. Falk das Geschäft „Magische Werkstatt Meißen“, welches dann auch zeitgleich als Grundsteinlegung für sein Lebenswerk anzusehen ist. Das Geschäft wird später auch mit dem Firmennamen „GEFA-Zauberkunst Meißen“ bekannt. Ab 8. Mai 1946 ist Georg Falk als Aussteller von magischen Produkten auf der 1. Leipziger Frühjahrsmesse nach Kriegsende am eigenen, meist dicht umlagerten Messestand vor Ort. Er hatte die Geschäftsidee, sich auf Artisten- und Zirkusbedarf mit dem Schwerpunkt Zauberkunst zu spezialisieren, was ihm auch gelang. Ein weiteres Geschäftsfeld wurde die Herstellung von besonderem Federschmuck, der vor allem im Showbereich auf der Bühne, im Theater oder im Zirkus gefragt war. Er verstand es von Anfang an, vielerlei Produkte aus bunten Federn herzustellen und so entstanden in der Meißner Werkstatt auch unzählige Federpüschel als Kopfschmuck für das Ballett oder für Zirkuspferde. Viele Magier der Welt bevorzugten ebenfalls die schönen Federblumen aus der Werkstatt Falk für ihre Show.

Unter den geschickten Händen seiner Frau Hedwig Falk, entstanden wahre Kunstwerke aus Federn. Weit über die Grenzen der DDR war damals der Name Falk ein Begriff geworden. Liebevoll wurde er auch „Federblumen-Falk“ genannt. Die Firma Falk war dabei der einzige Hersteller von Federschmuck in der gesamten DDR. Auf der Händlermesse zum Zauberkongress 1954 in Triberg im Schwarzwald, waren seine Federarbeiten zur Spezialität geworden. Es gab Bestellungen aus der ganzen Welt. Auch später war die Firma aus Meißen auf internationalen Zauberkongressen immer ein gern gesehener Gast. Zu den zufriedenen Stammkunden zählten viele berühmte Magier aus dem In- und Ausland wie „Kalanag“, „Sorcar“ oder auch „Kassner“. G. Falk hatte mit seinem Unternehmen viel zu tun und konnte dadurch immer weniger öffentliche Auftritte absolvieren. Dennoch zog es ihn während der Sommermonate alljährlich hinaus, um im Kinderferienlager als „Zauberpostmeister“ zu zaubern. Er war dabei auch der erste Zauberer in der DDR, der in einem Ferienlager ein Zweistundenprogramm zeigte. Zur Legende wurden auch die beiden Kinder-Zauberkästen, welche er über sein Geschäft vertrieb. Auf seine Initiative kam es zur Gründung der „Magischen Gruppe Meißen“, welche noch heute, nun als „Magischer Zirkel“, bekannt ist. Durch seine Bekanntschaften zu fast allen Größen des Showgeschäftes hatte er auch die Möglichkeit einige Nachlässe von Zauberkünstlern zu übernehmen. Somit übernahm er zum Beispiel den Zaubergerätenachlass von „Kassner“.

Im Jahre 1974 übergab Georg Falk sein Geschäft in die jungen Hände seines Sohnes Peter Falk. Er selbst ruhte allerdings nicht aus, sondern tüftelte und baute stundenlang an seinen Maschinen um neue Dinge zu erfinden. Der kleine Zauberladen am Lutherplatz lief nebenher und war gut bekannt. Damals umfasste das Produktionsprogramm mehr als 200 Artikel. Mit einem eigenen Zauberkatalog und der Herausgabe zweier Zauberkästen für Kinder, setzte G. Falk neue Maßstäbe. Besonders der einzigartige Zauberkasten „HOKUSPOKUS 6 x ZAUBEREI FÜR KINDER“, wurde ein Verkaufsschlager. In Spitzenzeiten verarbeiteten vier Familienmitglieder und sechs Beschäftigte im Jahr über sechs Tonnen Spiel- und Trickkarten.

Am 5. Oktober 1985 verstarb Georg Falk in Meißen. Peter Falk, der das Lebenswerk seines Vaters fortgesetzt und weiter ausgebaut hat, ist selbst mit Leib und Seele ein Zauberkünstler geworden.[1]

Literatur

  • Günther, Ernst: Am Zaubertisch – Ein Besuch bei Zauber-Falk in Meißen, einem Dienstleistungsbetrieb besonderer Art, in: DDR-Magazin, 1979, ab Seite 18.
  • Reiner Graff: Was? Sie kennen den „Galoppschuster“ noch nicht? Vortrag vom 20. September 2020 im Krematorium Meißen, Eigenverlag, 2020.

Einzelnachweise

  1. Reiner Graff: Was? Sie kennen den „Galoppschuster“ noch nicht? Vortrag vom 20. September 2020 im Krematorium Meißen, Eigenverlag, 2020.