Georg Eduard Langelütje

Grabtafeln der Unternehmerfamilie Langelütje.

Georg Eduard Langelütje (* 7. Mai 1824 in Hamburg; † 10. April 1888 in Gardone-Riviera) war ein deutscher Zuckerwarenhersteller.

G. E. Langelütje gründete am 26. August 1834 in Meißen eine Filiale des ursprünglich in Hamburg ansässigen Unternehmens „Gebrüder Langelütje GmbH“. Die Zuckerraffinerie war zunächst im nördlichen Teil des damaligen Gewandhauses (Stadttheater) untergebracht und verarbeitete dort Rohrzucker. Nachdem die Hamburger Fabrik im Jahre 1842 völlig abgebrannt war und nicht mehr aufgebaut wurde, verlegte man den Stammsitz der Firma nach Meißen.

In den Jahren 1870/1871 wurde die Fabrik nach Cölln an der Elbe an die Dresdner Straße verlegt, wo man größere Räumlichkeiten in einer ehemaligen Wallosinfabrik (Wallosin = Fischbeinersatz) bezog. Gleichzeitig erfolgte die Umstellung der Zuckersiederei vom offenen Feuer auf Dampfbetrieb. Von der Firma Langelütje wurde in dieser Zeit erstmals Kandiszucker ohne Fäden hergestellt.

G. E. Langelütje bekam 1884 den Titel eines Königlich Sächsischen Kommerzienrates vom sächsischen König Albert per Dekret verliehen. Um 1884 wurden überwiegend heimischer Rübenzucker verarbeitet. Da man damals bereits die hergestellten Zuckerprodukte nach Skandinavien, Frankreich, England, Spanien sowie Sibirien exportierte, wurde die Fabrik durch einen Erweiterungsbau vergrößert. Nach dem Tod von G. E. Langelütje 1888 wurde das Familienunternehmen weitergeführt und erst 1909 in eine GmbH umgewandelt. Im Jahre 1897 wurde bei Langelütje und somit erstmals in einer Zuckerwarenfabrik überhaupt, das Produkt „Kunsthonig“ produziert. Kunsthonig hatte gerade im Ersten Weltkrieg eine große Bedeutung für die Volksernährung erlangt. Der hergestellte Kunsthonig kam damals vor allem in Tafeln oder im Becher in den Handel. Neben Kunsthonig wurden auch Bonbons und Zuckerhüte hergestellt.[1][2]

Auf dem Alten Johannesfriedhof direkt an der Kirchmauer der Urbanskirche befinden sich die Grabtafeln der Unternehmerfamilie Langelütje. Hier fand auch G. E. Langelütje seine letzte Ruhestätte.

Literatur

Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Diverse Rechnungen der Firma Langelütje.
  2. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, S. 379 bis 380.