Geldscheine für Meißner Porzellan


Die Notgeldscheine für Meißner Porzellan wurden in der Zeit der Hochinflation in Deutschland von der Porzellanmanufaktur Meißen an die Mitarbeiter der Manufaktur als Geldersatz ausgegeben.
Die Notgeldscheine
Die Notgeldscheine waren nur für den internen Verkehr der Manufaktur in Zeiten der Hochinflation 1923 bestimmt. Da der Wert des damaligen Geldes galoppierend, oft innerhalb weniger Stunden sank, wollte man den Angestellten wenigstens einen gewissen Wert als Arbeitslohn in die Hände geben. Mit diesen Geldscheinen konnte man Porzellan der Manufaktur erwerben. Das Porzellan aus Meißen war weltweit bekannt und hatte stets seinen Wert behalten.
Mit dem Erwerb von Porzellan war den Angestellten die Möglichkeit gegeben, auf dem freien Markt dringend benötigte Lebensmittel zu tauschen oder zu erwerben. Diese Tatsache sprach sich sehr schnell herum und bald gab es einige Händler in Meißen, welche die Geldscheine auch direkt akzeptierten. Die Motive die Scheine sprechen durch die Grafiken eine deutliche Sprache der damaligen Zeit.
Entworfen wurden die Scheine von Emil Paul Börner. Dabei zog der Künstler alle Register seines grafischen Könnens. Die Scheine sind nur einseitig bedruckt und die Papierarten sind unterschiedlich. Unter der Grafik hat Börner mit seinem Kürzel "EPB" die Scheine signiert. Es gab dabei verschiedene Serien von Scheinen. Es gab sie mit Grafiken oder auch nur mit Schrift. Gültig waren die Scheine erst wenn in den gewellten Linien rechts die Seriennummer handschriftlich eingetragen war. Zudem musste die Unterschrift von Max Adolf Pfeiffer oder die Unterschriften von zwei Vertretern der Direktion auf dem Schein sein. Die Scheine wurden dabei handschriftlich unterschrieben, die Unterschriften waren damit nicht aufgedruckt.
Heute gelten solche Scheine als Rarität der Notaphilie, denn sie tragen oftmals die eigenhändige Unterschrift von Max Adolf Pfeiffer oder August Achtenhagen.[1]
Literatur
- Caren Marusch-Krohn: Meissener Porzellan 1918-1933 Die Pfeifferzeit, Edition Leipzig, 1993, ISBN 3-361-00402-0.
- Jürgen Schärer: Auf den Punkt gebracht, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen, Meißen 2000, ISBN 3-910063-28-4.
- Steffen Förster: Kriegergedächtnisstätte und Glockenspiel – Porzellankunst für den öffentlichen Raum zur Jahrtausendfeier Meißens 1929, aus Manufakturisten als Bürger der Stadt Meißen. Stadtmuseum, Meißen, 2011.
- Reiner Graff: Emil Paul Börner ein vielseitiger Meißner Künstler mit klingender Mission, Buch zum Vortrag am 18. März 2018 im Krematorium Meißen, Eigenverlag, Hönow, 2018.
Einzelnachweise
- ↑ Reiner Graff: Emil Paul Börner ein vielseitiger Meißner Künstler mit klingender Mission, Vortrag vom 18. März 2018 im Krematorium Meißen, Eigenverlag, 2018.