Geburtstag von Ch. F. S. Hahnemann



Um den korrekten Geburtstag von Ch. F. S. Hahnemann gibt es seit vielen Jahren Meinungsverschiedenheiten bei Historikern und Biografen. Es wird sowohl der 10. April 1755 als auch der 11. April 1755 in den Publikationen genannt. Aber auch an Denkmälern kommen beide Angaben zur Geburt vor.
Der Streit
Während man heute im allgemeinen den 10. April 1755 als Geburtsdatum von Christian Friedrich Samuel Hahnemann benennt, spricht man andererseits auch vom 11. April 1755. Beide Daten wurden in der Literatur um den Begründer der Homöopathie verwendet oder es gibt entsprechende Hinweise um das im Werk genannte Datum zu bekräftigen.
Regelung über Aufzeichnungen bis 1875
Einträge in den vorhandenen Kirchenbüchern/Kirchenregistern gelten heute als öffentliche Urkunden über die in ihnen verzeichneten kirchlichen Amtshandlungen. Erst ab dem Jahre 1876 gibt es in Deutschland die Standesämter dafür. Bis dahin wurden Personenstandsfälle wie beispielsweise Taufe, Heirat oder Tod nur von den Religionsgemeinschaften aufgezeichnet.
Argumentation für den 10. April 1755 (Auszug)
- Die Geburt von Ch. F. S. Hahnemann soll genau um Mitternacht, also zwischen dem 10. April.1755 und dem 11. April 1755 gewesen sein.[1]
- Es wird eine „Nottaufe“ vermutet, da bereits drei Tage später die Taufe erfolgte.[2]
- Ch. F. Samuel Hahnemann soll nach Auskunft seiner Tochter seinen Geburtstag stets am 10. April gefeiert haben.[3]
- Den 10. April 1755 gibt auch Hahnemann in seiner „Selbstbiografie“ vom 30. August 1791 an.[4]
- Die Gedenktafel von 1855 am heutigen Nachfolgebau vom Geburtshaus Hahnemanns am Hahnemannsplatz. Es soll sich dabei noch um die Original-Tafel handeln, welche den 10. April 1755 benennt.[5]
- Eine Argumentation die ebenfalls für den 10. April 1755 spricht, findet sich auf der Internetseite vom „Meißner Hahnemannzentrum e.V.“ von August 2020. Im Beitrag Auf den Spuren Samuel Hahnemanns in Meißen gibt es den Hinweis. Zitat: Christian Friedrich Samuel Hahnemann wurde in der Nacht vom 10. zum 11. April 1755 in Meißen geboren. Es soll kurz vor 0 Uhr gewesen sein.[6]
Argumentation für den 11. April 1755 (Auszug)
- Die allererste amtliche Quelle, welche die Geburt von Ch. F. S. Hahnemann belegt ist das Taufregister der Meißner Frauenkirche (damals Stadtkirche) aus dem Jahre 1755. Unter dem Eintrag Nr. 65 wird demnach die Geburt von Ch. F. S. Hahnemann am 11. April 1755, mit dem Zusatz "früh" belegt. Die Taufe wird mit dem 13. April 1755 benannt.[7] Seit der Eintragung, gab es keinerlei Korrekturen, welche den Eintrag Nr. 65 betreffen.
- Der 100. Geburtstag von Ch. F. S. Hahnemann wurde in der Stadt Meißen am 11. April 1855 gefeiert. Die Feier wurde damals vom „Centralverein homöopathischer Ärzte“ ausgerichtet. Im Meißner Tageblatt und in der Illustrierten Zeitung wird darüber berichtet.[8]
- Die Gedenktafel am Geburtshaus von Hahnemann in Meißen wurde ebenfalls am 11. April 1855 feierlich enthüllt. Im Meißner Tageblatt und in der Illustrierten Zeitung wird darüber berichtet.[9]
- Anlässlich des 100. Geburtstag von Ch. F. S. Hahnemann wird am 11. April 1855 in Meißen durch den Finanzprokuratur Moritz Hallbauer eine „Hahnemann-Stiftung“ zur Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts an der hiesigen Stadtschule gegründet.[10]
- Karl Wilhelm Loose gibt im Buch Lebensläufe Meißner Künstler einen Hinweis auf den 11. April 1755 als Geburtstag und verweist auf das Taufregister mit dem Eintrag Nr. 65.[11][12]
- Das Hahnemann-Denkmal in den USA Washington D.C. trägt den 11. April 1755 als Geburtsdatum. Das Denkmal wurde von Charles Henry Niehaus (1855-1935) entworfen und 1900 als ein Geschenk des „American Institute of Homeopathy“ aufgestellt. Die Planungen dazu gehen dabei bis auf das Jahr 1892 zurück. Die Einweihung des Denkmals am 21. Juni 1900 war eine große Veranstaltung in der amerikanischen Hauptstadt.
Literatur
- Taufregister der Meißner Stadtkirche (Frauenkirche) von 1755, Eintrag Nr. 65.
- Christian Friedrich Samuel Hahnemann: Ein biographisches Denkmal (Selbstbiographie), Verlag J. L. Hinrichs’ sche Buchhandlung, Leipzig, 1851.
- Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler, Meißen, 1888.
- Richard Haehl: Samuel Hahnemann – Sein Leben und Schaffen, Verlag Dr. Willmar Schwabe, Leipzig, 1922.
- Günter Naumann: Meißner Chronik 1989-1996. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1996.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Weblinks
Meißner Hahnemannzentrum e. V.. abgerufen am 22. März 2026.
Einzelnachweise
- ↑ Vergleiche dazu Richard Haehl: Samuel Hahnemann – Sein Leben und Schaffen, Verlag Dr. Willmar Schwabe, Leipzig, 1922, S. 10 bis 12.
- ↑ Vergleiche dazu Richard Haehl: Samuel Hahnemann – Sein Leben und Schaffen, Verlag Dr. Willmar Schwabe, Leipzig, 1922, S. 11.
- ↑ Vergleiche dazu Richard Haehl: Samuel Hahnemann – Sein Leben und Schaffen, Verlag Dr. Willmar Schwabe, Leipzig, 1922, S. 10.
- ↑ Vergleiche dazu Christian Friedrich Samuel Hahnemann: Ein biographisches Denkmal (Selbstbiographie), Verlag J. L. Hinrichs’ sche Buchhandlung, Leipzig, 1851, S. 1.
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 118.
- ↑ Vergleiche dazu Hahnemannrundgang Meißen 2020.pdf auf der Homepage vom Meißner Hahnemannzentrum e.V.
- ↑ Vergleiche dazu den Eintrag im Taufregister der Stadtkirche (Frauenkirche) von 1755, Eintrag Nr. 65.
- ↑ Aufruf an die Meißner Einwohner an den Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag von Ch. F. S. Hahnemann am 11. April 1855 teilzunehmen. In. Meißner Tageblatt, Meißen, 4. April 1855.
- ↑ Artikel über die Feierlichkeiten in Meißen zum 100. Geburtstag von Ch. F. S. Hahnemann in Illustrierte Zeitung, Leipzig, 5. Mai 1855.
- ↑ Vergleiche dazu entsprechende Ankündigung am 16. April 1855 in der „Meißner Zeitung“.
- ↑ Vergleiche dazu die Fußnote in Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler, Meißen, 1888, S. 39.
- ↑ Taufregister der Stadtkirche (Frauenkirche) von 1755, Eintrag Nr. 65.