Wandbild an der Außenfassade der Porzellanmanufaktur Meißen.
Titelseite des Katalogs von 1947

Fritz Simon (* 9. November 1906 in Dresden; † 23. Juni 1983 in Meißen) war ein Kunstmaler, Manufakturist, Porzellankünstler, Zeichenlehrer, Porzellanmaler und entwerfender Medailleur. F. Simon zählte bis 1971 mit zu den Medailleuren der Porzellanmanufaktur Meißen.

Leben und Werk

Ab 1922 absolvierte er eine fünfjährige Ausbildung an der Porzellanmanufaktur Meißen zum Porzellanmaler. Nach dem erfolgreichen Lehrabschluss arbeitet er ab 1927 an der Manufaktur als Porzellanmaler und später auch als Medailleur. In seiner Freizeit malt er vorwiegend Landschaftsbilder aus der Nassau, dem Elbtal oder Stillleben. Um 1932 unternimmt er eine Studienreise nach Italien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitet F. Simon von 1946 bis 1971 an der Zeichenschule der Manufaktur als Zeichenlehrer und wird dessen Leiter. Er kümmert sich dabei intensiv um den Nachwuchs. In dieser Zeit widmet er sich aber auch der gerade wieder aufblühenden Medaillenkunst und entwirft einige Motive. Aber erst ab 1947 begann man in der Porzellanmanufaktur wieder mit der Medaillenherstellung. Im Jahre 1946 war F. Simon bereits dem künstlerischen Beirat der Manufaktur beigetreten. 1947 nimmt er an der 1. Meissner Kunstausstellung mit vier Werken teil. Auch auf der Meißner Ausstellung 1949 mit dem Titel „Ein Werk stellt aus – Querschnitt durch das Schaffen der Künstlerischen Mitarbeiter der Porzellan-Manufaktur Meissen“ im Stadtmuseum ist er vertreten.

Als Medailleur entwirft er die Motivvorgaben, welche nach konkreten Vorstellungen der Auftraggeber in Biskuitporzellan oder Böttger-Steinzeug umgesetzt werden sollen. Fritz Simon arbeitet in dieser Zeit eng mit den Graveuren vom Handwerksbetrieb Rudolf Fiedler, dem Handwerksbetrieb Herbert Schellbach, dem Graveur Emil Grille und der Firma Richard Krautwald aus Dresden zusammen.[1] Beispielsweise wurden folgende Medaillen-Entwürfe geprägt:

Werke als Medailleur (Auszug)

  • Kurort Bärenfels, mit Gemeindewappen und dem Blick auf die Gemeinde, Großplakette in Böttger-Steinzeug für den Rat der Gemeinde Bärenfels, 1948, 100 Exemplare.
  • Kurort Bärenfels, mit Gemeindewappen und dem Blick auf die Gemeinde, Auftraggeber war ebenfalls der Rat der Gemeinde Bärenfels, 1948, 330 Exemplare in Böttger-Steinzeug ohne Dekor und 120 Exemplare in Böttger-Steinzeug mit grünem Dekor.
  • Fest der Freude 28./29. August 1948. Medaille aus Böttgersteinzeug zum Volksfest der Volkssolidarität Dresden, 1948, 83.920 Exemplare aus Böttger-Steinzeug.

Werke als Kunstmaler (Auszug)

  • Canale Grande in Venedig mit Blick auf die Kirche Il Redentore, Ölgemälde, um 1932.
  • Frühling, Ölgemälde, vertreten mit der Nr. 95 auf der „1. Meißner Kunstausstellung“ 1947.
  • In der Nassau, Aquarell, vertreten mit der Nr. 96 auf der „1. Meißner Kunstausstellung“ 1947.
  • Nebel in der Nassau, Aquarell, vertreten mit der Nr. 97 auf der „1. Meißner Kunstausstellung“ 1947.
  • Im Erzgebirge, Kreidezeichnung, vertreten mit der Nr. 98 auf der „1. Meißner Kunstausstellung“ 1947.[2]

Laut Adressbuch der Stadt Meißen von 1950 wird Fritz Simon dort als „Zeichenlehrer“ geführt und wohnt in Cölln in der Gabelsbergerstraße Nr. 5. Im Jahre 1971 verlässt er die Porzellanmanufaktur Meißen und begibt sich in den wohlverdienten Ruhestand. Fritz Simon verstirbt in Meißen am 23. Juni 1983.

Literatur

  • Städtisches Kulturamt Meißen: Ausstellungskatalog zur 1. Meissner Kunstausstellung, Sachsenverlag, Zweigstelle Meißen, 1947.
  • Adreßbuch der Stadt Meißen, 1950.
  • Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1988.

Einzelnachweise

  1. Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1988, S. 460.
  2. Städtisches Kulturamt Meißen: Ausstellungskatalog zur 1. Meissner Kunstausstellung, Sachsenverlag, Zweigstelle Meißen, 1947, S. 1 bis 13.