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Pietà aus Meißner Porzellan in der Hofkirche Dresden von F. Press.

Friedrich Press (* 7. September 1904 in Ascheberg, Westfalen; † 5. Februar 1990 in Dresden) war ein Bildhauer, Maler, und Kirchraumgestalter. Zudem ein Porzellankünstler und Manufakturist an der Porzellanmanufaktur Meißen. F. Press war Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und er wurde 1980 zum Mitglied der Akademie der Künste zu Parma in Italien gewählt. Er zählt mit zu den Künstlern der Porzellanmanufaktur Meißen, welche an der Gestaltung von Medaillen beteiligt waren.[1]

Leben und Werk

Friedrich Press wurde 1904 im westfälischen Ascheberg in der Nähe von Münster geboren. Nach dem Schulbesuch erlernte er in Münster das Handwerk eines Holz- und Steinbildhauers. Nach Studien an den Kunstgewerbeschulen in Dortmund und Berlin-Charlottenburg beginnt er ab 1927 ein Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Dresden. Dort war F. Press ein Meisterschüler von Georg Wrba (1872-1939). Im Jahre 1935 heiratete er die Malerin und Textilgestalterin Elfriede Kiefer. Nach Kriegsteilnahme von 1940-1945 und anschließender Gefangenschaft kehrt F. Press 1946 in das zerstörte Dresden zurück und lässt sich dort nieder.

Nach 1945

Ab Mitte der 1950er Jahre schuf er vor allem Innenausstattungen für mehr als vierzig katholische und protestantische Gotteshäuser mit seiner symbolhaften Formensprache. Für die Katholische Kirche St. Benno im Meißner Stadtteil Triebischtal schuf er 1959/1960 die überwältigende Plastik „Auferstehender Christus“ aus Meißner Porzellan. Die weiße unglasierte Figur (Höhe: 170 cm) wirkt sehr expressiv auf dem Betrachter, was noch zusätzlich durch das mit weit geöffneten Armen gespannte Gewand verstärkt wird. Bei der Ausgestaltung der Katholischen Kirche St. Bonifatius in Leipzig in den Jahren 1961/1962 bediente sich F. Press allerdings den warmen Tönen vom Böttger-Steinzeug. Er schuf dort einen ausdrucksstarken Kreuzweg mit vierzehn Stationen. Zudem lieferte er den Entwurf für die 1,5 Meter hohe Bronzeplastik „Verklärter Christus“. Weitere sakrale Ausgestaltungen folgen. So gestaltet er beispielsweise ab 1970 den kompletten Innenraum der Josefskirche im Dresdner Stadtteil Pieschen neu und auch der Altarraum der Kreuzkirche in Weimar wird von F. Press neu ausgestaltet.

Zu den bekanntesten Werken zählt jedoch die 1972/1973 vom Künstler auf monumentaler Weise geschaffene Pietà in der Katholischen Hofkirche (Kathedrale St. Trinitatis des Bistums Dresden-Meißen) in Dresden. Die Pietà befindet sich dort in der Nepomuk-Kapelle. Es handelt sich dabei um die größte Skulptur, die je aus Meißner Porzellan hergestellt wurde.

Es gibt noch zahlreiche Wandbilder aus Meißner Porzellan, welche heute in und an öffentlichen Gebäuden zu finden sind. Als Beispiel sei die Wandgestaltung aus sechs phantasievoll geformten „Seetieren“ aus dem Jahre 1966 für das Gästehaus „Stolteraa“ in Rostock-Warnemünde genannt.[2][3][4]

Friedrich Press verstarb am 5. Februar 1990 in Dresden. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem auf dem Loschwitzer Friedhof in Dresden.

Ehrungen

  • 1985 wurde Press Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Ascheberg.
  • In verschiedenen Städten wurden nach dem Tod von F. Press Straßen umbenannt. Heute gibt es im westfälischen Ascheberg und in Dresden-Loschwitz eine „Friedrich-Press-Straße.

Literatur

  • Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979.
  • Diether Schmidt: Friedrich Press – Kirchengestaltung und Glaubenszeichen, ‎ Evangelische Verlagsanstalt, Berlin, 1984.
  • Sigrid Walther: Fritz Löffler 1899-1988 – Ein Leben für Kunst und Denkmalpflege in Dresden, ‎Sandstein Kultur (Herausgeber) Dresden, 1999.
  • Uwe Bayer: Wandbilder-Bildwände-Künstlerische Wandgestaltung in Meissener Porzellan, in Meissener Manuskripte. XVII. Meißen 2003.

Einzelnachweise

  1. ↑ Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979, S. 404.
  2. ↑ Diether Schmidt: Friedrich Press – Kirchengestaltung und Glaubenszeichen, ‎ Evangelische Verlagsanstalt, Berlin, 1984, S. 12.
  3. ↑ Sigrid Walther: Fritz Löffler 1899-1988 – Ein Leben für Kunst und Denkmalpflege in Dresden, ‎Sandstein Kultur (Herausgeber) Dresden, 1999, S. 124.
  4. ↑ Uwe Bayer: Wandbilder-Bildwände-Künstlerische Wandgestaltung in Meissener Porzellan, in Meissener Manuskripte. XVII. Meißen 2003, S. 59-63.