Fleischverarbeitungsbetriebe

Dose mit Schmalzfleisch aus Meißen, BT Weinböhla.

Die Fleischverarbeitung in Meißen hatte eine lange Geschichte. Sie endet mit der Schließung vom Fleischverarbeitungsbetrieb „Meißner Land GmbH“ am 15. März 1993. Hergestellt wurden vor allem Frischfleisch und Wurstprodukte für den Einzelhandel, aber auch Konserven. Besonders die Kleinkonserven mit verschiedenen Wurstsorten sind äußerst bekannt gewesen. Sie wurden von 1951 bis 1990 für den gesamten DDR-Einzelhandel hergestellt.

Geschichte

Bereits im Jahre 1878 wurde durch die Fleischerinnung an der Poststraße 12 ein Schlachthof mit verschiedenen Kühlräumen gebaut. Ab sofort waren damit im Stadtgebiet von Meißen nur noch Schlachtungen im Schlachthof erlaubt (Schlachtzwang). Im Jahre 1890 baute man an der gleichen Stelle einen modernen Schlachthof. Ab 1934 gab es eine Zwangs-Innung der Fleischer. Ab 4. Dezember 1934 gab es eine Schlachthofbetriebsgenossenschaft e.G. um auch „erwerbende Geschäfte“ zu tätigen. Am 1. Januar 1943 erfolgte der Zwangsverkauf des Schlachthofes an die Stadt Meißen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Schlachthof an der Poststraße im Jahre 1951 ein Volkseigener Betrieb (VEB). 1953 erfolgte die Angliederung des Fleischverarbeitungsbetriebes in der Gustav-Graf-Straße 23/25 an den VEB Schlachthof Meißen. Die Schlachtungen wurden im Jahre 1963 im Schlachthof eingestellt. Es gab dort nur noch Not- und Krankschlachtungen. Man wandelte bald den Schlachthof in einen Fleischzerlegungsbetrieb um, der nun den Verarbeitungsbetrieb in der Gustav-Graf-Straße optimal mit Fleisch versorgte. Es erfolgte eine Umbenennung in VEB Fleischverarbeitungsbetrieb Meißen. Zudem existierte in dieser Zeit noch der Betriebsteil Weinböhla. Dort wurden Fleisch- und Wurstkonserven hergestellt.

Ab 1990 wird der Fleischverarbeitungsbetrieb Meißen an der Gustav-Graf-Straße in die „Meißner Land GmbH“ umgewandelt. Im Jahre 1992 schließt bereits der Schlachthof an der Poststraße. Am 15. März 1993 schließt dann auch die „Meißner Land GmbH“. Die gesamte Produktion, zuletzt waren es noch 10 t Fleisch- und Wurstwaren pro Tag, wird von einem Verarbeitungsbetrieb im Landkreis Großenhain übernommen.

Neben dem Schlachthof und des Fleischverarbeitungsbetriebs an der Gustav-Graf-Straße, gab es zwischen 1979 und 1989 noch eine Produktionsgenossenschaft des Fleischerhandwerks.[1][2]

Produkte

Im Kreisgebiet von Meißen wurden die Verkaufseinrichtungen, Gaststätten und Betriebsküchen mit Frischfleisch, sowie Fleisch- und Wurstwaren beliefert. Konservendosen mit Fleisch- und Wurstprodukten kamen aus dem Betriebsteil Weinböhla. Überall in der DDR waren die kleinen Wurstdosen in unterschiedlichen Sorten mit 90 g Inhalt bekannt. Man verwendete die Dosen bei Übungen der Nationalen Volksarmee (NVA), sowie bei Massenveranstaltungen (Festivals) in der DDR als Kaltverpflegung. Aber auch in der Freizeit beim Wandern, im Urlaub oder beim Camping, waren die kleinen handlichen Dosen sehr beliebt. Vom Betriebsteil Weinböhla kamen auch die „MEISSNER-SCHINKENBOCKWÜRSTE“, welche in kleinen und großen Konservendosen gehandelt wurden.

Literatur

  • Günter Naumann: Meißner Chronik 1989-1996, Kreissparkasse Meißen1996.
  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, ISBN: 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, 2009, S. 290 und 291.
  2. Günter Naumann: Meißner Chronik 1989-1996, Kreissparkasse Meißen, 1996, S. 121 und 122.