Falschmünzerei
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In der fast 1100jährigen Geschichte der Stadt Meißen hat es auch einige Falschmünzer gegeben. Schon immer hat man Geldfälscher, wurden sie ertappt und überführt, hart bestraft. Im Mittelalter stand auf Fälschung von Münzen meist die Todesstrafe.
Als Fälschungen werden die zur Täuschung anderer gerichtete Fertigungen unechter oder Abwandlungen echter Münzen bezeichnet. Münzfälschungen werden zum Schaden des Staates oder des Sammlers betrieben. Münzfälschungen gibt es seitdem es Münzen gibt. Auch die sogenannten „Münzverfälschungen“ (zum Beispiel durch das Abfeilen vom Edelmetall) gehören mit zu den Geldfälschungen und wurden ebenso hart bestraft.
Fall 1
Auch Meißner Bürger, wie der Ratsherr Carl Vopelius, wirkte bei der Münzverschlechterung in der sogenannten Kipper- und Wipperzeit mit. Die Landesregierung verhandelt 1621/23 gegen Meißner „Kipper“, die Falschmünzerei betrieben haben oder die minderwertige Münzen in Umlauf gesetzt hatten.
Fall 2
Im Jahre 1636 entdeckt man in Meißen eine weitere Fälscherwerkstatt für Münzen in der Siebeneichener Straße.[1]
Fall 3
Die in der Porzellanmanufaktur Meißen hergestellten Notmünzen aus braunem Böttger-Steinzeug hatten in Sachsen eine gesetzliche Gültigkeit bis zum 31. Dezember 1921. In dieser Zeit kam es in Meißen zu Münzfälschungen. Das Riesaer Tageblatt berichtete in seiner Ausgabe am 26. August 1921 über „Gefälschtes Meissner Porzellangeld“. Demnach waren falsche Porzellanmünzen in den vergangenen Wochen in Böhmen angehalten worden und die Kriminalpolizei hatte die Ermittlungen aufgenommen. Ermittelt wurden mehrere Geldfälscher, die man am 13. September 1921 auf dem Grundstück Elbstraße Nr. 22 festnehmen konnte. Es gab dort im Keller eine komplette Fälscherwerkstatt, mit Schamottekapseln, Formen und auch einige Kilo originale Porzellanmasse der Manufaktur Meißen in weiß und braun. Zudem konnte man eine Anrichteplatte, einen Pinsel, eine Spachtel, zwei Messer, drei Putzstifte und 38 Formteile sicherstellen. Zum Brennen der Stücke hatte man sich einen Brennofen zugelegt.
Fall 4
Am 17. Oktober 1921 wurde eine weitere Meißner-Fälscheraffäre bekannt. Wiederum hatten Fälscher Kopien von Porzellanmünzen aus der Porzellanmanufaktur Meißen hergestellt, wiederum wurde dafür Porzellanmasse aus der Manufaktur gestohlen und für die Falsifikate verwendet. Gebrannt wurden die Stücke dann von einen Mitarbeiter (Brenner) in den Öfen der Plattenabteilung der Saxonia G.m.b.H.. Die Angeklagten kamen damals mit einer Geldstrafe davon. Einige Falsifikate wurden auch noch 60 Jahre später in einer Privatsammlung gefunden.[2]
Literatur
- Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten, Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, 1993.
- Frank Ringleb: Zur Geschichte der aus Böttgersteinzeug und Biskuitporzellan hergestellten Münzen und Jetons der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen, Abschnitt Staaten und Ländermünzen Deutsches Reich 1920, Eigenverlag Riesa, 2014.
Einzelnachweise
- ↑ Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten, Kreissparkasse Meißen, 1993, S. 64.
- ↑ Frank Ringleb: Zur Geschichte der aus Böttgersteinzeug und Biskuitporzellan hergestellten Münzen und Jetons der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen, Abschnitt Staaten und Ländermünzen Deutsches Reich 1920, Eigenverlag Riesa, 2014, S. 21 bis 24.