Ernst Sigismund Kirchbach

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Ernst Fragua del Vulcano von E. S. Kirchbach um 1870.
Dido und Aeneas von E. S. Kirchbach um 1874.

Ernst Sigismund Kirchbach, auch als Ernesto Kirchbach bekannt (* 23. April 1831 in Meißen; † 15. August 1876 in Dresden) war ein Historien- und Portraitmaler. Zudem war er der Direktor der Kunstakademie in Santiago de Chile. Sein Onkel war der Kunst- und Portraitmaler Karl Gottlob Köhler.

Leben und Werk

E. S. Kirchbach wurde 1831 als Sohn eines Meißner Briefträgers geboren. Seinen ersten Zeichenunterricht bekam der talentierte Knabe vom Onkel Karl Gottlob Köhler, welcher auch später dafür sorgte, dass E. S. Kirchbach an der Kunstakademie Dresden studiert. Nach dem Studium trat er in das Meisteratelier von Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872) ein. Als jungen Mann von 20 Jahren betraute man ihn mit der Ausschmückung des Rubenssaales der damals noch im Bau befindlichen Gemäldegalerie zu Dresden. Am Ende des Jahres 1856 verließ Kirchbach die Stadt Dresden und ging nach England. In London malte er das Bild Flucht nach Ägypten und fand damit bei der Royal Academy allgemeinen Beifall. Außerdem malte er in dieser Zeit das Gemälde Othello und einen ersten Entwurf zu Lady Macbeth. Im Jahre 1860 kehrt er nach Dresden zurück.

In Dresden malte er das für eine Kirche in Russland bestimmte Bild Ophelia und dazu eine Kreuzigung. Zudem entstanden einige prächtige Vignetten zu deutschen Volksliedern. 1864 ist E. S. Kirchbach an der Ausschmückung der Dresdner Sängerhalle beteiligt. Er liefert dazu eine Anzahl große Transparente, welche später auch von Leopold Hugo Bürkner (1818-1897) als Holzschnitte entstanden sind. Es folgt die figurenreiche Komposition Moses am Brunnen in sehr großer Dimension. An einer Dresdner Villa schuf er vier Sgraffito-Friese aus der griechischen Göttersage.

Als seine Gattin im Jahre 1869 verstirbt, trifft E. S. Kirchbach ein schwerer Schlag. Er geht nach Chile und nimmt dort die Stelle als Akademiedirektor in Santiago de Chile an. Unter seiner Leitung bekommen seine besten Schüler nun auch Stipendien zu Studienreisen nach Paris und Italien. Für die Stadt Santiago de Chile malte er das neue Theater sowie das städtische Bad aus. Zudem malt er einen Zyklus von Portraits der Präsidenten der Republik Chile. Zu den letzten Werke in Chile gehört auch die figurenreiche Komposition Frankfurt a/O wird von der Pest entsetzt. Um seine Kinder wiederzusehen reiste E. S. Kirchbach 1876 nach Dresden zurück und lässt sich in Striesen nieder.

Ernst Sigismund Kirchbach verstarb am 15. August 1876 in Dresden. Wie damals berichtet wurde, fand man den Künstler tot vor seinem Bild mit der Farbpalette in der Hand.[1]

Werke (Auswahl)

  • Zyklus Aeneide, um 1868.
  • Prinzessin Lamballe vom Pöbel geschleift, Gemälde um 1870.
  • Lady Macbeth, Gemälde um 1871.
  • Viola von Olympia zurückgehalten, Gemälde um 1871.
  • Irrlichter streuen Gold aus, Gemälde um 1874.
  • Madonna unter Rosen, Kirchenbild, um 1875.

Literatur

  • Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler, Meißen, 1888.

Einzelnachweise

  1. Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler, Meißen, 1888, S. 48 und 49.