Erhard Großer
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Erhard Großer (* 14. Dezember 1902 in Meißen) war ein Manufakturist, Porzellankünstler, Modelleur und Medailleur. Im Jahre 1917 begann er eine siebenjährige Ausbildung an der Königlichen Porzellanmanufaktur-Meißen zum Modelleur. Er ist in dieser Zeit ein Schüler von Emil Paul Börner. Nach dem erfolgreichen Lehrabschluss arbeitet er im Meisteratelier von E. P. Börner. Später vorwiegend als Modelleur und auch als Medailleur. E. Großer zählt in der Zeit von 1947 bis 1967 mit zu den Medailleuren der Porzellanmanufaktur Meißen.
Leben und Werk
Erhard Großer wurde vor allem durch seine flüssige Linienführung bei entworfenen Porzellan-Gefäßen bekannt. Man bezeichnet seine modellierten Formen als genau passend zum strengen Stil der Ton in Ton gehaltenen Blumenmalerei von Heinz Werner.[1] Einige Kaffee- und Teegeschirr-Kreationen entstehen in den 1960er und 1970er Jahren als sogenannte Kollektivarbeit bei der noch weitere Künstler beteiligt waren. Mitglieder der in der Manufaktur gebildeten Künstlergruppe, welche auch E. Großer angehörte, waren Heinz Werner, Ludwig Zepner, Alexander Struck und Rudi Stolle.
Beim Entwerfen und Modellieren von Porzellanmedaillen ist Erhard Großer ebenfalls ein gefragter Experte. Seine ersten Modelle entstehen bereits vor 1950. In der Zeit von 1947 bis 1961 modelliert er allein 24 Medaillen und Plaketten. Ausgeführt wurden die Medaillen in Biskuitporzellan oder in Böttger-Steinzeug. Als Medailleur arbeitete er oft mit den Porzellankünstlern Emil Paul Börner, Helmut Schulz und Rudolf Rehbeil zusammen.[2]
Noch nach seinem Ausscheiden aus der Porzellanmanufaktur im Jahre 1967 ist er an einigen Form- und Dekorentwicklungen beteiligt. Laut Adressbuch der Stadt Meißen von 1950 wird Erhard Großer dort als „Modelleur“ geführt und wohnt im Triebischtal in der Talstraße Nr. 27.
Werke als Modelleur (Auszug)
- Dekorentwicklung für das Kaffeeservice „Wickenmuster“ von Heinz Werner. Das Dekor wurde als Kollektivarbeit von Ludwig Zepner, Erhard Großer und Alexander Struck um 1960 entwickelt.
- Formentwurf zum Kollektivservice mit der Bemalung „Münchhausen“. Eine Arbeit gemeinsam mit Alexander Struck und Ludwig Zepner von 1961. Der Dekorentwurf stammt von Heinz Werner und Rudi Stolle von 1964.
- Form- und Dekorentwicklung für das Kaffee- und Teeservice „Form 607“, gemeinsam mit Ludwig Zepner im Jahre 1964.
- Dekorentwicklung für das Kaffeeservice „Prachtvogel in Rot und Gold“. Es ist ein Form-Entwurf aus dem Kollektivservice von Erhard Großer, Alexander Struck und Ludwig Zepner. Die Dekorentwicklung stammt von Heinz Werner. Um 1970.
- Dekorentwicklung für das Teeservice „Prachtvogel in Rot und Gold“. Es ist ein Form-Entwurf aus dem Kollektivservice von Erhard Großer, Alexander Struck und Ludwig Zepner. Die Dekorentwicklung stammt von Heinz Werner. Um 1970.
Werke als Medailleur (Auszug)
- Ehrenmedaillon der Stadt Leipzig, Portrait von Johann Sebastian Bach in Biskuitporzellan, 1950.
- Internationaler Bekleidungswettbewerb Berlin, Plakette aus Biskuitporzellan, 1955.
- Stadt Augsburg, Porzellanmedaille, 1961.
- Rudolfzell-Bodensee, Porzellanmedaille, 1961.
- Ehrenplakette der Stadt Erfurt, Großmedaille aus Böttger-Steinzeug zum Aufhängen, 1961.
Literatur
- Adreßbuch MEISSEN mit Landkreis Meißen im Spiegel der Wirtschaft - 195О.
- Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961 und Band 1970-1974, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979 und 1988.
- Otto Walcha: Meissner Porzellan. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Dresden: Verlag der Kunst, 1986, 8. Aufl., ISBN 3-364-00012-3.