Entwicklung zum Industriestandort Meißen ab 1828

Dieser Artikel könnte unvollständig, unzureichend belegt oder anderweitig überarbeitungsbedürftig sein.

Du bist herzlich eingeladen, ihn zu überarbeiten und zu ergänzen (Registrierung erforderlich). Bitte entferne danach diesen Hinweis. Vielen Dank!

Blick zum Elbkai.
Der Winterhafen in Niederfähre.

Die Entwicklung zum Industriestandort Meißen ab 1828 vollzog sich in mehreren Etappen und betraf verschiedene Schwerpunkte. Entscheidende Impulse gingen dabei nicht zuletzt vom damaligen Bürgermeister Karl Richard Hirschberg aus. Weitere Voraussetzungen waren die Gründung des Deutschen Zollvereins im Jahre 1834, dem auch das Königreich Sachsen von Anfang an angehörte und die mit 1. Januar 1862 eingeführte Gewerbefreiheit. Vor diesem politischen und wirtschaftlichen Hintergrund vollzog sich die Entwicklung Meißens zur modernen Industriestadt.

In dieser Zeit konnten sich viele als kleine Handwerksbetriebe gegründete Unternehmen in kürzester Zeit zu bedeutenden Industriebetrieben entwickeln. Beispielgebend war dafür die Meißner Ofen- und Wandplattenindustrie, welche bis 1928 zum Marktführer ihrer Branche in Deutschland wurde.

Die Entwicklung der Infrastruktur ist mit folgenden Schwerpunkten vorangetrieben worden:

Verkehr

  • 1860: Es erfolgte der Anschluss an die Leipzig-Dresdener-Eisenbahnstrecke.
  • 1868: Die Eröffnung der Eisenbahnverbindung Meißen-Döbeln-Borsdorf mit dem Anschluss nach Leipzig.
  • 1909: Die Eröffnung der Kleinbahnstrecke nach Wilsdruff und Lommatzsch.

Medien

  • 1896: Der Bau eines privaten Elektrizitätswerkes (Gleichstrom-Eltwerk) im Haus Uferstraße Nr. 3.
  • 1897: Ab 1897 erfolgt schrittweise die Beschleusung der Stadt.

Kommunikation

  • 1856: Es erfolgt der Anschluss an das Telegraphennetz.
  • 1889: Man beginnt mit dem Aufbau eines Fernsprechnetzes.

Sparkassen und Banken

  • 1828: Es gibt eine private Sparkasse, die 1837 in städtische Trägerschaft übernommen wird. Es folgen noch weitere Sparkassen und Banken.

Die Stadt Meißen wird im Zuge der Industrialisierung ebenfalls ein attraktiver Wohnstandort.

Straßenbau/Wohnungsbau/Stadtbild

  • 1826/1837: Es erfolgt der Abriss aller Meißner Stadttore. Ziel ist es den Verkehr auf den Straßen flüssiger zu gestalten. Zudem erfolgt die Anlage neuer Wohnviertel, wie beispielsweise das sogenannte Martinsviertel in der Altstadt.
  • 1868/1877: Es werden neue Straßen angelegt. Fast alle Straßen erhalten eine neue oder ihre erste Pflasterung. Außerdem wird in dieser Zeit die Meißner Altbausubstanz schrittweise durch Neubauten ersetzt. Zu wesentlichen Veränderungen im Stadtbild kommt es vor allem ab 1834 außerhalb des historischen Stadtkerns wie beispielsweise in der Neugasse, Gerbergasse, Hahnemannsplatz und am Neumarkt. Ab der Gründerzeit bis um 1900 entstehen noch viele Bauten wie die neo-gotische Rote Schule. Um 1900 wird sich ebenfalls der Jugendstil bei Neubauten durchsetzen. Dazu gehört auch das Gebäude des Realgymnasiums auf dem Ratsweinberg.

Galerie

Kulturbauten und Schulen

  • 1907: Die Eröffnung des Gymnasiums-Gebäudes auf dem Ratsweinberg.  

Schulische Einrichtungen der Stadt

  • 1875: Die Stadt hat eine Realschule mit Progymnasium.
  • 1907: Es gibt ein Realgymnasium mit Realschule.

Denkmalpflege

Mit dem Anschluss der Landgemeinde Cölln an Meißen im Jahre 1901 bekam die Stadt jene Flächen, welche sie dringend für ihre Entwicklung benötigte. Bereits ab der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die Industrie von der Cöllner Flur Besitz ergriffen. Bis zum Jahre 1928 erfolgten die meisten weiteren Eingemeindungen. In der Zeit von 1912 bis 1948 führte der Meißner Bürgermeister den Titel „Oberbürgermeister“. Von 1923 bis 1946 ist Meißen eine kreisfreie Stadt.

Bedeutung als Verwaltungssitz

Die Stadt Meißen erhielt ab 1874 eine noch größere Bedeutung als Verwaltungssitz.

  • 1874: Ab dem Jahr wird der amtshauptmannschaftliche Aufsichtsbezirk zur „Amtshauptmannschaft“ als untere Verwaltungsbehörde ausgebaut. Gleichzeitig wurde eine „Bezirksschulinspektion“ errichtet.
  • 1856: Die Stadt Meißen wird Sitz des Königlichen Bezirksgerichts.
  • 1879: An die Stelle des Königlichen Bezirksgerichts tritt ab 1879 das Königliche Amtsgericht.[1][2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993, S. 99 und 100.
  2. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 313-316, 318 und 319.