Emmerich Ottfried August Andresen

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Böttger-Denkmal an der Talstraße.
Hölderlin-Denkmal in Tübingen.
Die Skulpturen „Weisheit“ und „Güte“ am Neuen Dresdner Rathaus.

Emmerich Ottfried August Andresen (* 20. Februar 1843 in Uetersen, Holstein; † 7. Oktober 1902 in Meißen) war ein Bildhauer und ab Frühjahr 1886 auch Porzellankünstler und Manufakturist an der Königlichen Porzellanmanufaktur-Meißen. Besonders bekannt ist das Meißner Böttger-Denkmal gegenüber der Porzellanmanufaktur Meißen an der Talstraße im Triebischtal, welches am 17. Oktober 1891 feierlich enthüllt wurde.[1]

Leben und Werk

Emmerich Ottfried August Andresen wurde 1843 als Sohn des Rektors der Stadtschule zu Uetersen in Holstein geboren. Den Vater verlor er 1849 sehr früh und seine Mutter hatte damit keine leichte Aufgabe die Kinder zu erziehen. Seine Neigung zum Zeichnen, Drechseln und Holzschnitzen zeigte sich schon im Kindesalter. Die Mutter erkannte das Talent und förderte ihren Sohn. Nach der Schulzeit in seiner Vaterstadt Uetersen in Holstein kam er in das Atelier des Bildhauers Ernst Gottfried Vivié (1823-1902) in Hamburg. Zeitgleich war er Schüler der Sonntagsklasse von E. G. Vivié für Modellieren und er besuchte die Zeichenklasse der Malers Günther Gesler. Seine ersten Werke waren beliebt und sogar der Dänische Hof wurde auf den jungen Künstler aufmerksam. Mehrfach flossen ihm von dort Unterstützungen zu.

1863 kommt E. O. A. Andresen nach Dresden und tritt in das Atelier von Ernst Julius Hähnel (1811-1891) ein. Dort konnte er sofort an der Reiterstatue des Fürsten Schwarzenberg mitarbeiten. Weitere Stipendien aus dem Schleswig-Holsteinischen Provinzialfond für Kunst und Wissenschaft machten es möglich seine eigenen Arbeiten fortzusetzen. Mit dem Relief Jupiter und Ganymed und der sitzenden Skulptur Die Sage bekam er akademische Preise. Bald schon kann er sein eigenes Atelier eröffnen. Er arbeitet an der Skulptur Gefesselte Psyche und modelliert die Statue Bertel Thorvaldsen. Studien dazu macht er auch in Kopenhagen.

Ein Stipendium der Regierung von Schleswig-Holstein ermöglicht ihm eine Studienreise nach Italien. In dieser Zeit schuf er auch die Marmor-Skulptur Psyche, welche er 1871 zu einer großen Ausstellung nach Berlin schickt. Die Skulptur erregt dort großes Aufsehen und wird vom Deutschen Kaiser für das Berliner Schloss angekauft. Auf der Wiener Ausstellung bekommt E. O. A. Andresen für seine Marmor-Statue Genius des Ruhmes und dem Modell der Psyche die Medaille für Kunst verliehen. Im Jahre 1877 schuf er eine Statue für das Grab seines Vaters in Uetersen, zudem vollendet der Künstler die Terrakotta-Kindergruppe Die vier Jahreszeiten. Die Kindergruppe wird später kopiert und im Kunsthandel vielfach verkauft. Die künstlerische Dekoration der kaiserlichen Jacht „Hohenzollern“ füllen die Jahre 1877 und 1878 aus. Nach 1880 entstand eine später oft verkaufte Springbrunnenfigur Knabe mit Frosch und für Dresden schuf er die Büste vom Gutzkow-Denkmal, welches dort am 11. Juli 1887 vor der Kreuzschule enthüllt wurde. E. O. A. Andresen verlegt seinen Wohnsitz nach Dresden und ist dort von 1883-1886 als Stadtverordneter tätig. Als Stadtverordneter hatte er mehrfach Gelegenheit die Interessen der Dresdner Kunst und der Künstler zu fördern.

Im Jahre 1886 wird Andresen an die Königliche Porzellanmanufaktur-Meißen berufen. Zwischen 1886 bis 1902 war er dort der Leiter der Bildhauerwerkstätten. In dieser Zeit ragen neben einigen Modellen zur Ausführung in Meißner Porzellan, besonders der Entwurf zum Böttger-Denkmal und die Böttger-Büste hervor.[2] Zudem wurde 1896 unter seinem Vorsitz der Meißener Dombauverein gegründet. In Meißen wohnte der Künstler im heutigen Stadtteil Cölln in der Hafenstraße Nr. 11 und wird im Adressbuch Meißen von 1902 als Königlich Sächsischer Hofrath, Professor und Bildhauer aufgeführt. Er ist in dieser Zeit der Besitzer der Häuser Hafenstraße Nr. 10 und 11.

Emmerich Ottfried August Andresen verstirbt im Jahre 1902 in Meißen.

Werke (Auswahl)

  • Jupiter und Ganymed, Relief.
  • Die Sage, sitzende Figur.
  • Gefesselte Psyche, Skulptur, 1871, ehemals im Berliner Schloss.
  • Onkel Bräsig, Statuette, 1880.
  • Evangelist Johannes, Kalkstein, für die Martin-Luther-Kirche Dresden.
  • Böttger-Denkmal in Meißen, 1891.
  • Entwurf zur Erneuerung der Domtürme in Meißen. Eine gemeinsame Arbeit mit Bernhard Sehring.
  • Gerechtigkeit und Güte, Skulpturen für das Neue Dresdner Rathaus.

Literatur

  • Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler (1888), Meißen, 1888. (Loose gibt den Lebenslauf E. O. A. Andresens nach eigenen Mitteilungen wieder. Die Lebensgeschichte Andresen war vorher bereits in den Itzehoer Nachrichten, Nr. 2 vom 6. Januar 1880 erschienen.
  • Verschiedene Adressbücher der Stadt Meißen bis 1902.
  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 42.
  2. Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler, Meißen, 1888, S. 4 bis 6.