Emil Otto Grundmann
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Emil Otto Grundmann (* 4. Oktober 1844 in Meißen; † 27. August 1890 in Dresden) war ein Kunst-, Genre- und Portraitmaler. Er war später in Amerika der erster Direktor der Kunstschule des Museum of Fine Arts in Boston.
Leben und Werk
Emil Otto Grundmann wurde 1844 als Sohn eines Fleischermeisters in Meißen geboren. Er besuchte in der Meißner Altstadt die Bürgerschule und besuchte eine Zeitlang die Zeichenschule der Königlichen Porzellanmanufaktur-Meißen. Im Jahre 1861 wurde er an der Kunstakademie in Dresden angenommen. Später trat er 1865 in das Atelier des Kunstmalers Rudolf Julius Benno Hübner ein, welcher bereits seit 1845 ein Ehrenbürger der Stadt Meißen war. In dieser Zeit entstehen seine ersten Werke. Zunächst malt er das Portrait seiner Mutter und ein Portrait seiner Schwester. Es folgt das Landschaftsgemälde Loreley. Alle drei Bilder werden auf der Kunstausstellung in Dresden mit silbernen Medaillen ausgezeichnet.
Er geht nach Antwerpen und studiert an der dortigen Königlichen Kunstakademie bei Joseph van Lerius. Die Schule galt damals als eine der vorzüglichsten Malerschulen Europas. In Antwerpen malt E. O. Grundmann vorwiegend Kinderszenen, welche viel Befall fanden. Größere Reisen führen ihn in den Jahren 1868 und 1869 durch Belgien und Holland und im Winter 1869 ging er nach Paris. In Paris schuf er einige Bilder aus dem Volksleben, die er dort alle verkauft. Im Jahre 1870 geht er nach Belgien um gemeinsam mit den Künstlern Godfried Guffens (1823-1901) und Jan Swerts (1820-1879) die geplanten Wandmalereien im Stadthaus von Ypern zu übernehmen. Zusammen mit den beiden Künstlern malte Grundmann dann auch in der Kathedrale zu St. Nicholas in Flandern und St. Georg in Antwerpen. Erst 1873 kehrt er wieder nach Deutschland zurück und lässt sich zunächst kurzzeitig in Düsseldorf nieder. In Düsseldorf entstehen vorwiegend Gemälde aus dem holländischen Fischerleben. Diese Bilder finden Liebhaber in Berlin, London und in Amerika.
In Amerika
Anfang Dezember 1876 bekommt er den Auftrag als zukünftiger Direktor in Boston, USA, eine Kunstakademie nach europäischen Vorbild zu gründen. In den USA widmet er sich vorwiegend der Portraitmalerei. Eines seiner berühmtesten Bilder ist das Portrait von Benjamin Franklins, welches 1884 von der dortigen Regierung angekauft wird. Über seine Arbeit als Direktor der Akademie in Boston schreiben mehrere Zeitungen der USA anerkennend. An dieser Schule arbeitete er auch mit Joseph DeCamp zusammen. Die durch Grundmann organisierte Ausstellung an der Akademie (Kunstschule des Museum of Fine Arts in Boston) mit den Arbeiten der dortigen Schüler findet ebenfalls große Anerkennung. Der Boston Evening Transcript schrieb dazu: Zitat: „Wir haben jetzt offenbar ein Institut, welches die Notwendigkeit des Studiums der Kunst in Europa, wenn auch nicht ganz aufhebt, so doch den Kunstjünger wohl ausgerüstet dahin führt, dass er das höchste Ziel erreichen kann.“[1]
Im Jahre 1890 kehrt Emil Otto Grundmann nochmals nach Dresden zurück. Er verstirbt am 27. August 1890 in Dresden.[2]
Werke (Auswahl)
- Portrait der Mutter, Ölgemälde um 1863.
- Loreley“, Ölgemälde um 1863.
- Kabale und Liebe, Szene aus Schillers Werk, um 1863. Das Ölgemälde wurde zur Ausstellung in Antwerpen aufgekauft.
- Mädchen mit Goldfischglas, Ölgemälde von 1870.
- Sonntagsnachmittag, Genregemälde aus Amerika um 1882.
- Union Army Veteran, Portrait gemalt in Boston um 1882.
Ehrungen
Am 1. Juli 1908 wurde die ehemalige „Elisenstraße“ in Niederspaar in Erinnerung an den Künstler Emil Otto Grundmann in Grundmannstraße umbenannt.[3]
Literatur
- Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler (1888) , Meißen, 1888.
- Ulrich Thieme, Fred. C. Willis (Hrsg.): Emil Otto Grundmann. In. Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 15: Gresse-Hanselmann. E. A. Seemann, Leipzig 1922.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Einzelnachweise
- ↑ Wilhelm Loose: Lebensläufe Meißner Künstler, Meißen, 1888, S. 32 bis 35.
- ↑ Ulrich Thieme, Fred. C. Willis (Hrsg.): Emil Otto Grundmann. In. Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 15: Gresse-Hanselmann. E. A. Seemann, Leipzig 1922, S. 144.
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 112.