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Stahlstempel zur Fertigung von Porzellanmedaillen.

Emil Grille (* 21. Februar 1890 in Meißen; † vermutlich in Meißen im Jahre 1947) war ein Graveurmeister in der Altstadt in Nähe der Frauenkirche. Seine Graveur-Werkstatt befand sich An der Frauenkirche im Wohnhaus Nr. 8.. Er gravierte für die Herstellung von Porzellangeld und Porzellanmedaillen die Metallstempel für die Porzellanmanufaktur Meißen. Zudem wurden noch Schmuckgravuren sowie Monogramm- und Schildergravuren ausgeführt. E. Grille gehörte zu den Graveuren, welche in ihrem arbeitsreichen Leben auch erfolgreich als Münzgraveur, Medailleur und Stempelschneider gearbeitet haben.

Leben

Emil Grille begann im Jahre 1904 eine Lehre als Graveur bei der Meißner Firma Rudolf Fiedler, in der Martinstraße Nr. 4. Seine Gesellenprüfung absolvierte er 1908 ebenfalls bei der Fa. Fiedler, welche ihm auch nach der Lehrzeit als Graveur anstellte. Die Meisterprüfung als Graveur legte er im Jahre 1930 ab. Um 1932 machte er sich Selbstständig und gründete eine eigene Graveur-Werkstatt.

E. Grille arbeitete eng mit Friedrich Wilhelm Hörnlein, dem Stempelschneider der Prägestätte in Muldenhütten und dem Meißner Porzellankünstler Emil Paul Börner zusammen. E. P. Börner schuf bereits ab 1920 unzählige Münz- und Medaillen-Entwürfe für die Meißner Porzellanmanufaktur. Viele Stahl-Stempelpaare waren damals notwendig um die eingehenden Aufträge zügig abzuarbeiten.

Hintergründe

Für Münzen und Medaillen die in größeren Auflagen gefertigt werden sollen, verwendet man in der Porzellanmanufaktur Stahlstempel welche, die Porzellanmasse prägen. Dazu benötigt man einen Ober- und einen Unterstempel für die beiden Medaillen-Motive. Steht ein Motiv endgültig fest, dann wird von einem Graveur das Negativbild in den Stahl des Ober- und Unterstempels graviert. Diese Arbeiten wurden nicht immer in der Manufaktur ausgeführt, sondern man hat damit entweder den Meißner Handwerksbetrieb Herbert Schellbach oder den Graveurmeister Emil Grille beauftragt. Die gelieferten Stahlstempel wurden später in eine Friktionspresse eingebaut, justiert und leicht geölt. Danach konnte ein sogenannter lederharter „Pressling“ aus Porzellanmasse eingelegt und durch Pressdruck geprägt werden.

Werke (Auszug)

Die Graveurwerkstatt E. Grille lieferte gravierte Stahl-Stempelpaare für Medaillen und Plaketten in Biskuitporzellan und Böttger-Steinzeug in verschiedenen Formen und Größen. Es entstanden daraus beispielsweise die Medaillen:

  • Johann Friedrich Böttger, Erinnerungsmedaille für Besucher der Porzellanmanufaktur Meißen in Böttger-Steinzeug, 1953. Motivgleiche Nachprägungen in den Jahren 1954, 1958 und 1961.
  • Sitzender Porzellanmaler mit Palette, Erinnerungsmedaille für Besucher der Porzellanmanufaktur Meißen in Böttger-Steinzeug, 1959. Motivgleiche Nachprägungen von 1934.

Obwohl das Adressbuch Meißen von 1950 Emil Grille noch als wohnhaft in der Talstraße Nr. 75 aufführt, soll er bereits im Jahre 1947 verstorben sein.[1]

Literatur

  • Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961 und Band 1970-1974, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1979 und 1988.

Einzelnachweise

  1. Autorenkollektiv: Medaillen aus Meissener Porzellan, Band 1947-1961, transpress VEB Verlag für Verkehrswesen Berlin, 1988, S. 447.