Elektrizitäts-, Heiz- und Dampflieferwerk
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Das Elektrizitäts-, Heiz- und Dampflieferwerk war ein Elektrizitätswerk der Stadt Meißen in der Brauhausstraße Nr. 17 im Stadtteil Cölln zur Energieversorgung.
Geschichte
Es gab in Meißen zunächst kleinere fabrikeigene Elektrizitätswerke, die wie zum Beispiel in der Jutespinnerei und Weberei im Triebischtal schon ab 7. Dezember 1883 für elektrische Beleuchtung sorgten. Die Versorgung der Stadt Meißen mit Energie begann am 1. Februar 1896 durch Errichtung eines Gleichstrom-Eltwerkes an der Uferstraße Nr. 3 von der Meißner Firma Otto & Schlosser. Unter der Mitverwendung einer aushaltenden Wasserkraft der Triebisch und des Mühlgrabens von 40 PS und Erstellung zweier Gasmotore von je 55 PS konnte die innere Stadt Meißen sowie weitere kleine in der Nähe befindlichen Stellen mit elektrischem Strom versorgt werden. Zunächst betraf es das Areal zwischen Elbe, Triebisch und Burgstraße, etwas später auch für die Albrechtsburg.
Die Lieferung mit Elektroenergie konnte am 22. Juli 1897 bis zum Ende der Neugasse und des Neumarktes sowie auf die Gemeinden Fischergasse, Obermeisa, Niedermeisa und Hintermauer ausgedehnt werden. 1899 erhielten auch einige Villen auf dem Plossen einen Elt-Anschluss. Dazu führte man das Leitungsnetz von der Geipelburg bis auf den Plossen.
Schon damals wurde angestrebt ein stadteigenes Eltwerk zu errichten, welches in der Lage war die gesamte Stadt sowie die umliegenden Orte mit Elektrizität zu versorgen. Ein geeigneter Platz fand sich in der Nähe des Bahnhofs Meißen in Cölln. Zunächst hatte am 1. Februar 1910 die Stadt Meißen das Elt-Werk von Otto & Schlosser übernommen.
Am 31. März 1911 konnte der Neubau an der Brauhausstraße Nr. 17 vorzeitig in Betrieb genommen werden. Zur Aufstellung gelangten: 2 Turbo-Generatoren von je 1040 PS = 875 Kilo-Volt-Amperes, 2 Dampfkessel von je 280 qm Heizfläche und 14 atm Überdruck nebst den erforderlichen Schaltanlagen. Dazu gab es eine Bekohlungsanlage ausgeführt als selbsttätige Elektrohängebahn, welche die Kohle mittels Greifer in einem Arbeitsgange stapelte oder in einen Hochbunker über den Kesseln ausschüttete. Zudem waren dem neuen Eltwerk noch eine Werkstatt- und Installations-Abteilung angegliedert. Dort wurden vor allem für Dritte alte Einrichtungen instandgesetzt, jedoch auch neue elektrische Anlagen jeden Umfanges gebaut. Für das notwendige Aufsichtspersonal baute man ein eigenes Verwaltungsgebäude mit Dienstwohnungen.
Doppeltarif-Umschaltanlage
Im Eltwerk kam eine damals neuartige zentrale Doppeltarif-Umschaltanlage zum Einsatz, die mit einer zentralen Normal-Uhrenanlage gekoppelt war. Die Doppeltarif-Umschaltanlage hatte den Zweck, die Doppeltarifzählwerke, mittels deren der elektrische Strom zum Einheitspreis für Licht- und Kraftzwecke abgegeben wurde, zu einer bestimmten Zeit umzuschalten. Im Winter galt bei Einbruch der Dunkelheit bis ca. 21 Uhr ein höherer Preis und außerhalb dieser Zeit galt ein niedriger Preis. Im Sommer galt allerdings nur der niedrige Preis. In dieser Zeit gab es außerdem schon einen Grundgebührentarif für „Hausbedarf-Kunden“.
Ab 1919 wurde das Eltwerk ständig erweitert. Diese Erweiterung steigerte die Leistungsfähigkeit des Werkes um 4000 Kilo-Volt-Ampere (KVA) auf 5750 KVA. Am 24. Oktober 1920 konnte eine 60 000-V-Leitung sowie eine Trafostation (4000 kW) in Betrieb gehen. Damit war die Verbindung zum Großkraftversorgungsnetz des Elektrizitätsverbandes Gröba hergestellt. Ab dem Jahre 1926 erfolgte der Ausbau zum Heiz- und Dampflieferwerk. Um sich vom Elt-Fremdbezug unabhängiger zu machen baute man ein weiteres Kesselhaus für vorläufig 2 Kessel, die einschließlich Vorwärmern ca. 3000 qm Heizfläche hatten. Zudem baute man einen 45 m hohen Schornstein, eine Pumpstation an der Plangasse. Mit dem Bau der Pumpstation (heute Wohnhaus) konnte der bisherige Kühlturm an der Ecke Brauhausstraße/Loosestraße wegfallen, da man nun mit dem Wasser der Elbe auf Wasserkühlung umstellen konnte. Im Jahre 1929 lieferte das Elektrizitäts-, Heiz- und Dampflieferwerk 12,5 Mio. kWh.
Heiz- und Dampflieferwerk
Bereits vor 1929 lieferte das Eltwerk für industrielle Zwecke Frisch-Dampf an Abnehmer der Stadt. So zum Beispiel an die Zuckerraffinerie von Georg Eduard Langelütje an der Dresdner Straße. Später wurde der Dampf als Abfallprodukt an die Industrie für Koch-, Trocknungs- und Wärmezwecke zum Beispiel für Gebäudeheizung geliefert. Allerdings wurde der Dampf nicht für Kraftzwecke geliefert.[1]
In der Zeit von 1977 bis 27. September 1979 erfolgte die Umstellung aller Haushaltabnehmer auf 220 V. Vorher waren noch 110 V in Meißen obligatorisch. In den Jahren 2004/2005 erfolgte der Abriss vom Kesselhaus. Die an der Brauhausstraße gelegenen Gebäude vom Eltwerk wie die Maschinenhalle und das Verwaltungsgebäude blieben stehen.[2]
Literatur
- Rat der Stadt Meissen: Die Stadt Meissen und ihre Umgebung, DARI-Verlag Berlin-Halensee, 1928.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax–Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5