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Werbeanzeige vom Elbdom-Meißen von 1950.

Der VEB Elbdom-Meißen war eine Zuckerwarenfabrik an der Dresdner Straße Nr. 17 im Stadtteil Cölln. Der Betrieb wurde im Sommer 1991 stillgelegt, am 19. Dezember 1991 verkauft und war lange Zeit ein Spekulationsobjekt und die Immobilie verfiel. Zwischen 1992 und 1994 wurden die Räume vom „Elbdom“ an das „Europazentrum Meißen“ vermietet. Die Gebäude wurden später abgerissen und an dessen Stelle ein Einkaufszentrum mit Parkplatz errichtet.

Geschichte

Georg Eduard Langelütje (1824-1888) gründete am 26. August 1834 in Meißen eine Filiale des ursprünglich in Hamburg ansässigen Unternehmens „Gebrüder Langelütje GmbH“. Die Zuckerraffinerie war zunächst im nördlichen Teil des damaligen Gewandhauses am Theaterplatz in der Altstadt untergebracht und verarbeitete dort Rohrzucker. Nachdem die Hamburger Fabrik im Jahre 1842 abgebrannt war und nicht mehr aufgebaut wurde, verlegte man den Stammsitz der Firma nach Meißen. In den Jahren 1870/1871 wurde die Fabrik dann nach Cölln an die Dresdner Straße verlegt, wo man größere Räumlichkeiten in einer ehemaligen Wallosinfabrik (Wallosin = Fischbeinersatz) bezog. Gleichzeitig erfolgte die Umstellung der Zuckersiederei vom offenen Feuer auf Dampfbetrieb. Von der Firma Langelütje wurde in dieser Zeit erstmals Kandiszucker ohne Fäden hergestellt.

G. E. Langelütje bekam 1884 den Titel eines K. S. Kommerzienrates vom sächsischen König Albert per Dekret verliehen. Um 1884 wurden überwiegend heimischer Rübenzucker verarbeitet. Da man damals bereits die hergestellten Zuckerprodukte nach Skandinavien, Frankreich, England, Spanien sowie Sibirien exportierte, wurde die Fabrik durch einen Erweiterungsbau vergrößert. Nach dem Tod von G. E. Langelütje 1888 wurde das Familienunternehmen weitergeführt und erst 1909 in eine GmbH umgewandelt. Im Jahre 1897 wurde bei Langelütje und somit erstmals in einer Zuckerwarenfabrik überhaupt, das Produkt „Kunsthonig“ produziert. Kunsthonig hatte gerade im Ersten Weltkrieg eine große Bedeutung für die Volksernährung erlangt. Der hergestellte Kunsthonig kam damals vor allem in Tafeln oder im Becher in den Handel. Neben Kunsthonig wurden dort auch Bonbons und Zuckerhüte hergestellt. Auf dem Alten Johannesfriedhof direkt an der Kirchmauer der Urbanskirche befinden sich die Grabtafeln der Unternehmerfamilie Langelütje.

VEB Elbdom-Meißen

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen im Jahre 1946 enteignet und zum „VEB Zuckerraffinerie Meißen“ umbenannt. Im Januar 1952 erfolgte die Umbenennung in „VEB der Süßwarenindustrie Elbdom Meißen“ und später in „Elbdom Meißen“.

Im Jahre 1989 gab es dort 120 Beschäftigte, welche täglich ca. 60 t Zucker zu Flüssigzucker für die Getränkeindustrie sowie für Kunsthonig und Bonbons verarbeiteten. Bekannt war der Betrieb für die Herstellung von „Echt Bayrisch-Malz“ für den Export in die BRD.[1]

Literatur

  • Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen, Sax-Verlag, Beucha, 2009, ISBN 978-3-86729-013-5

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. Sax-Verlag, Beucha, 2009, S. 379 und 380.