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Kroegis-Badeanstalt um 1903.
Badeanstalt und Geipelburg um 1908.
Das Johannabad um 1914.
Städtisches Elbfreibad in Cölln um 1915.
Badeanstalt vom Schwimmverein im Winterhafen.

Die sogenannten Elbbäder waren Einrichtungen zum Baden in der Elbe. Heute ist das Baden in der Elbe, abgesehen von Veranstaltungen, grundsätzlich verboten. Früher war dagegen ein Bad in der Elbe eine beliebte Freizeitbeschäftigung in den Sommermonaten. Elbbäder gab es an verschiedenen Standorten am Elbufer. Es gab Elbbäder bei Neudörfchen und bei Fischergasse aber auch am Elbufer von Cölln an der Badgasse.

Geschichte

Bereits ab Beginn des 19. Jahrhundert sind Elbbäder bei Meißen belegt. Um 1802 gab es das „Buchnersche Elbbad“ in Neudörfchen. Die Badegäste wurden dabei in „Buchners Garten“ mit Kaffee, Wein, Butter, Brot und Käse bewirtet. Zwischen der Triebischmündung und der Altstadtbrücke erbaute 1834 der Amtszimmermeister Johann Christian Adam ein „schwimmendes Badehaus“. Darin befanden sich drei voneinander abgetrennte Bäder. Im Jahre 1835 folgte noch ein zweites Badehaus auf der Elbe. Die sogenannten Badehäuser waren von oben nicht einsehbar und mit Brettern abgedeckt. Von unten waren die Bäder noch zusätzlich mit einem Lattenverschlag versehen.

Die Genehmigung hatte J. Ch. Adam für die Bäder relativ schnell bekommen, da in dieser Zeit das „wilde“ Schwimmen am „hellen Tage“ zwischen den Brücken überhandgenommen hatte. Zudem galt das „öffentliche“ Schwimmen damals bei den Behörden noch als „sittlich anstößig“. Im Jahre 1835 hatte man dann auch den Fürstenschülern die regelmäßige Benutzung des Adamschen Schwimmbades erlaubt. Adam erhöhte allerdings bald die Badegebühren und viele Badegäste zogen nun zum Bade in der Elbe in Richtung unterhalb des Klosters zum Heiligen Kreuz. Die Fürstenschule baute daraufhin 1842 ein eigenes, mit Bretterverschlag umgebenes Schülerbad am rechten Elbufer an der Siebeneichener Straße.

Das Probleme mit „Nacktbaderei“

Nachdem die Badegäste nun das Adamsche Schwimmbad nicht mehr aufsuchten und sich neue Badestellen am Elbufer suchten, begann zudem die Nacktbaderei in der Nähe der „Elbterrasse“ und bei Neudörfchen. Dort und an anderen Stellen fühlten sich Spaziergänger und Gäste jedoch durch das aufkommende Nacktbaden „belästigt“. Aber die Nacktbaderei konnte vorerst nicht unterbunden werden. Sogar der Stadtrat zu Meißen musste sich 1847 zum Unterbinden der Nacktbaderei einschalten und erwirkte beim sächsischen Finanzministerium eine „Konzession zur Aufstellung von Elbbädern“. Die Konzession wurde 1849 von der Stadt an die Fischermeister Mergner, Hottewitzsch und Kroegis abgetreten.

Die Fischermeister errichteten im Auftrag des Stadtrats und mit Unterstützung der Fürstenschule in der Nähe des vorhandenen Schülerbades ein „Elbbad für Männer und Knaben“. Die Fürstenschule gab dagegen ihr eigenes Schülerbad auf. Das neu entstandene Bad bekam ebenfalls den Namen „Schülerbad“. Die drei Fischermeister bauten einige Jahre später noch eine „Damen-Badeanstalt“. Das Damen-Bad bekam die Bezeichnung „Johannabad“. Die beiden Bäder wurden ab 1885 vom Fischermeister Otto Kroegis allein betrieben, da der letzte Teilhaber Hottewitzsch 1884 verstorben war. O. Kroegis hatte dessen Erben mit 6750 Mark abgefunden. Die Ausstattungen der Elbbäder wurden durch O. Kroegis in den folgenden Jahrzehnten verbessert.

Elbbad an der Jugendwiese und in Cölln

Um 1885 wurde durch den Stadtrat zu Meißen auch noch zusätzlich ein „Elbeschwimmbad“ an der Jugendwiese aufgestellt. Das Bad wurde bereits 1886 an das Elbufer bei der Fischergasse verlegt. Der Cöllner Gemeinderat beschloss am 28. April 1893 anstelle des schon vorhandenen „Gemeinde-Freibades“ den Bau eines schwimmenden Gemeindebades in der Form eines Elbfreibades in schwimmender Form. Mit dessen Beaufsichtigung wurde am 19. Mai 1893 ebenfalls der Fischermeister Otto Kroegis beauftragt. Das Cöllner-Elbfreibad konnte am 7. Juni 1893 eröffnet werden. Nach den Sommermonaten wurden die „schwimmenden Elbbäder“ stets wegen Hochwassergefahr und Eisgang abgebaut und eingelagert.

Städtische Elbbäder ab 1901

Nach der Eingemeindung von Cölln nach Meißen im Jahre 1901 wurden nun zwei städtische Elbfreibäder aufgestellt. Es gab 1901 das „Cöllner Gemeindebad“ für die Einwohner rechts der Elbe und letztmalig auf der linken Elbseite das Freibad bei Fischergasse für die Einwohner der Meißner Altstadtseite. Es war dabei streng verboten, dass die linkselbischen Einwohner der Altstadt das am Cöllner Ufer aufgestellte Elbbad und die rechtselbischen Einwohner von Cölln das Bad bei Fischergasse benutzten.

Ab dem Jahr 1902 stellte man dann nur noch ein städtisches Elbfreibad am Cöllner Elbufer auf. Die beiden „Kroegisschen Bäder“ gingen im Jahre 1924 durch Kauf ebenfalls an die Stadt. O. Kroegis betreute sie aber noch bis 1931 im Auftrage der Stadt. Bereits 1926 hatte man das „Johannabad“ aus Kostengründen nicht mehr aufgestellt. Nach einer Forderung des „Elbstrom-Amt“ zwecks Verlegung der Elbbäder an einen anderen Aufstellort, wurden ab 1934 keine Elbbäder mehr aufgestellt.

Schwimmbad Winterhafen

Der im Jahre 1907 gegründete „Erste Meißner Schwimmverein“ hatte am 24. Mai 1908 sein Schwimmbad im Winterhafen eingeweiht. Es gab dort eine schwimmende Plattform (26 m x 5 m) auf dem das Vereinshaus mit den Umkleideräumen stand. Dazu gab es ein 3-m-Sprungbrett. Im Juni 1908 kam dann noch für Nichtschwimmer ein 16 m langes Bade-Bassin mit gedielten Senkboden hinzu.[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 70 und 71.