Eisenbahnunglück am 7. Januar 1949

Die Unfallstelle nach dem 7. Januar 1949.
Pressemeldung zum Eisenbahnunglück in „Neue Zeit“.
In stillem Gedenken.

Das Eisenbahnunglück am 7. Januar 1949 ereignete sich auf der Schmalspurbahn-Linie „Meißen Triebischtal-Lommatzsch“ am Garsebacher Viadukt (Robschützer Viadukt) auf der Gefällestrecke von Löthain nach Garsebach. Das schwere Zugunglück forderte vier Menschenleben. Die Presse berichtete vom Unglück.[1]

Unfallhergang

Am 7. Januar 1949 war ein Nahgüterzug im Schmalspurbahnhof Löthain zusammengestellt worden. Der fahrplanmäßige Zug bestand aus insgesamt vier Schmalspurgüterwagen und einen Zugführerwagen. Der Zug setzte sich gegen 11 Uhr am Vormittag bei Frostwetter vom Bahnhof Löthain in Richtung Bahnhof Meißen Jaspisstraße über Garsebach in Bewegung. Auf der Fahrt kam es zur Vereisung der Heberleinbremsseile und einer vermutlichen vorherigen falschen Bremsberechnung zum Versagen der Bremsen auf dem Gefälleabschnitt vor dem Bahnhof Garsebach. Der gesamte Zug konnte dadurch nur noch auf der Talfahrt von der Lokomotive gebremst werden und fuhr mit viel zu hoher Geschwindigkeit auf das Garsebacher Viadukt (Robschützer Viadukt).

In der Kurve auf dem Viadukt entgleisten Lok und Wagen und fielen ca. acht Meter in die Tiefe. Dabei verunglückten die Eisenbahner, Lockführer Arthur Jurisch, der Heizer Paul Steglich, der Oberzugführer Richard Silbermann und der Hilfszugschaffner Gerhard Tempel tödlich. Alle verunglückten Eisenbahner waren aus Meißen und hatten ihre Dienststelle im Bahnhof Meißen Jaspisstraße. Der Lokführer A. Jurisch verstarb noch am Unfallort, alle anderen Eisenbahner erlagen noch am gleichen Tag im Meißner Landkrankenhaus ihren schweren Verletzungen. Der Unfallort bot ein Bild totaler Verwüstung. Sämtliche Schienenfahrzeuge waren ineinander verkeilt und völlig zerstört.

Bewegende Trauerfeier im Hamburger Hof

Die Trauerfeier fand im Hamburger Hof am 12. Januar 1949 statt und war ein bewegendes Ereignis. Sämtliche Meißner Betriebe hatten Halbmast geflaggt. Zahlreiche Eisenbahner hielten die Totenwache für ihre tödlich verunglückten Kollegen. Gegen 10 Uhr setzte sich dann ein großer Trauerzug durch die Straßen vom Stadtteil Cölln über die Altstadtbrücke und der Meißner Altstadt zum Krematorium Meißen in Bewegung. Die würdige Trauerfeier wurde damals von der Meißner Stadtverwaltung und dem FDGB gestaltet.

Fast an der gleichen Stelle ereignete sich am ersten Weihnachtsfeiertag 1962 ein weiters schweres Eisenbahnunglück, welches erneute Todesopfer und Verletzte forderte.[2][3]

Kritik

Bis heute erinnert an der Unfallstelle keine Gedenktafel und kein Hinweis an die Opfer der tragischen Zugunfälle vom 7. Januar 1949 und 25. Dezember 1962. Die Brückenpfeiler des ehemaligen Robschützer Viadukts (Garsebacher Viadukt) sind bis heute erhalten geblieben.

Literatur

  • Pressemeldung: Zug stürzte ab. In. Neue Zeit, Tageszeitung Nr. 12, Sonnabend 15. Januar 1949.
  • Wolfram Wagner, Peter Wunderwald, Udo Jankowski: Die Schmalspurbahn Meißen Triebischtal – Lommatzsch, Wunderwald Bahnbücher, Nossen, 2016.
  • Wolfram Wagner, Peter Wunderwald: Die Schmalspurbahn Wilsdruff – Meißen Triebischtal, Wunderwald Bahnbücher, Nossen, 2019.

Einzelnachweise

  1. ↑ Pressemeldung: Zug stürzte ab. In. Neue Zeit, Tageszeitung Nr. 12, Sonnabend 15. Januar 1949, S. 4.
  2. ↑ Wolfram Wagner, Peter Wunderwald: Die Schmalspurbahn Wilsdruff – Meißen Triebischtal, Wunderwald Bahnbücher, Nossen, 2019, S. 105 bis 110.
  3. ↑ Wolfram Wagner, Peter Wunderwald, Udo Jankowski: Die Schmalspurbahn Meißen Triebischtal – Lommatzsch, Wunderwald Bahnbücher, Nossen, 2016, S. 133 bis 136.