Eisenbahnunglück am 25. Dezember 1962

Das Eisenbahnunglück am 25. Dezember 1962 ereignete sich auf der Schmalspurbahn-Linie „Meißen Triebischtal-Lommatzsch“ am Garsebacher Viadukt (Robschützer Viadukt) auf der Gefällestrecke von Löthain nach Garsebach. Das schwere Zugunglück forderte ein Menschenleben, es gab einen Schwerverletzten und zwei Verletzte.
Unfallhergang
Am 1. Weihnachtsfeiertag dem 25. Dezember 1962 war der Nahgüterzug (N 11176) im Schmalspurbahnhof Löthain aus vier Wagen zusammengestellt worden und es erfolgte eine Bremsprobe. Dabei lagen alle Bremsklötze fest an. Der Zug setzte sich am Nachmittag gegen 15 Uhr vom Bahnhof Löthain in Richtung Bahnhof Meißen Jaspisstraße über Garsebach in Bewegung. Im Zug befanden sich der Zugführer Willy Fiedler, der Schaffner Max Philipp, der Lokführer Heidrich und der Heizer Friedrich Raeder.
Auf der Fahrt kam es zum Versagen der Bremsen auf dem Gefälleabschnitt vor dem Bahnhof Garsebach und der Zug gewann immer mehr an Geschwindigkeit. Zugführer und Zugschaffner versuchten verzweifelt mit der Handbremse vom Packwagen den Zug abzubremsen. Es wurde jedoch keine zusätzliche Bremswirkung erzielt. Der Lokführer gab mit der Dampfpfeife Notsignal und sprang ab. Mit viel zu hoher Geschwindigkeit fuhr der Güterzug auf das Garsebacher Viadukt (Robschützer Viadukt).
In der Kurve auf dem Viadukt entgleiste gegen 15:20 Uhr die Lok und fiel mit zwei Wagen ca. acht Meter tief rechts von der Brücke. Der Lokheizer Friedrich Raeder schaffte es nicht mehr rechtzeitig vom Zug zu springen und stürzte mit Lok und Wagen in die Tiefe. Er verstarb zwei Tage später im Meißner Landkrankenhaus an den schweren Verletzungen und Verbrühungen. Der Zugführer Willy Fiedler wurde beim Unfall aus dem Packwagen auf die Brücke geschleudert. Der Schaffner Max Philipp wurde ebenfalls aus dem Zug geschleudert und verletzte sich schwer. Ihm musste später ein Bein amputiert werden. Der vorher abgesprungene Lokführer Heidrich hatte sich ebenfalls eine schwere Fußverletzung zugezogen und stand unter Schock. Die erste Hilfe kam von den Hausbewohnern des ersten Hauses neben der Brücke Garsebach Nr. 1. Von hier aus wurden auch die Hilfskräfte alarmiert.
Der Unfallort bot ein Bild totaler Verwüstung. Die abgestürzten Schienenfahrzeuge waren ineinander verkeilt und völlig zerstört. Die Wagen mussten infolge der Schäden vor Ort zerlegt werden. Die abgestürzte Lok 99 584 der Gattung IV K konnte geborgen werden. Sie wurde anschließend im RAW in Görlitz Schlauroth faktisch neugebaut.
Fast an der gleichen Stelle ereignete sich bereits am 7. Januar 1949 ein schweres Eisenbahnunglück, welches damals vier Menschenleben forderte.[1][2]
Kritik
Bis heute erinnert an der Unfallstelle keine Gedenktafel und kein Hinweis an die Opfer der tragischen Zugunfälle vom 7. Januar 1949 und 25. Dezember 1962. Die Brückenpfeiler des ehemaligen Robschützer Viadukts (Garsebacher Viadukt) sind bis heute erhalten geblieben.
Literatur
- Wolfram Wagner, Peter Wunderwald, Udo Jankowski: Die Schmalspurbahn Meißen Triebischtal – Lommatzsch, Wunderwald Bahnbücher, Nossen, 2016.
- Wolfram Wagner, Peter Wunderwald: Die Schmalspurbahn Wilsdruff – Meißen Triebischtal, Wunderwald Bahnbücher, Nossen, 2019.