Einweihung der Roten Schule 16. September 1857

Die Einweihung der Roten Schule 16. September 1857 wurde feierlich und mit vielen Ehrengästen begangen. Das Schulgebäude in der Nähe vom Kleinmarkt von Meißen ist für die damalige Zeit beispielhaft. Als architektonisch gekonnt ist besonders die räumliche gegeneinander versetzte Anordnung der beiden getrennten Treppenhäuser für Jungen und Mädchen zu bezeichnen. Der neugotische Stil der Fassade knüpft dabei harmonisch an die Gotik der gegenüberliegenden Franziskanerkirche an. Die Gesamtbaukosten betrugen zum Bau der Roten Schule 60.374 Taler.
Am 19. September 1855 war die feierliche Grundsteinlegung. Wegen des ungünstigen Untergrunds mussten die Grundmauern des Schulgebäudes auf Pfahlpfosten errichtet werden. Der Neubau ging zügig voran und bereits am 1. Oktober 1857 konnte der neue Schulbau bezogen werden.
Schüler und Lehrer
Mit der Einweihung der Roten Schule gab es einige Veränderungen. In den Schulneubau in der Meißner Altstadt zogen ab dem 1. Oktober 1857 ein.
- Die Schüler der 6klassigen Stadtschule mit 349 Knaben und 358 Mädchen.
- Die Schüler der Selekta mit Progymnasium mit 5 Klassen und 6 Sprachabteilungen mit insgesamt 70 Knaben und 55 Mädchen.
- Die Schüler der 5klassigen Vorstadtschule mit 158 Knaben und 169 Mädchen.
Das Lehrerkollegium bestand aus einem Rektor, dem Konrektor, 9 ständige Lehrer, 5 Hilfs- bzw. Sprachlehrer und 1 Schreib- und Zeichenlehrer.
Weitere Verlegung von Schulen
Die Armenfreischule, welche bisher im Gebäude neben der Jakobskapelle untergebracht war, zog mit 123 Schülern in 2 Klassen und nur einem Lehrer direkt in die Jakobskapelle um. Die bisher dort untergebrachte Vorstadtschule wurde in die Rote Schule verlegt.
Schulgeld in der Roten Schule
Auch in der Roten Schule war ein sogenanntes monatliches „Schulgeld“ zu entrichten. Das Schulgeld war dabei unterschiedlich.
- Selekta: 20 Neugroschen bis 1 Taler und 10 Neugroschen.
- Stadtschule: 5 Neugroschen und 4 Pfennig bis 16 Neugroschen und 3 Pfennig.
Literatur
- Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993.
- Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5.
Einzelnachweise
- ↑ Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993, S. 116.
- ↑ Günter Naumann: Stadtlexikon Meißen. 1. Auflage. Sax-Verlag, Beucha 2009, ISBN 978-3-86729-013-5, S. 283 und 284.