Eierlikör im Schokoladenmantel.

Der Eierlikör-Rauhental war besonders in der Zeit von 1950 bis zum Ende der 1970er Jahre eine im Haushalt selbst hergestellte Likörsorte. Der Eierlikör war an Sonntagen im Garten oder wenn sich Besuch angesagt hatte stets willkommen. Zudem wurde der Eierlikör auch gern an die Verwandtschaft verschenkt und er kam sogar als „Tauschware“ zum Einsatz.

Hintergründe

An den beidseitigen Hängen der Meißner Rauhentalstraße gab es damals viele Gärten und Wiesen und es wurde noch vielerorts eine intensive Kleintierhaltung mit Hühnern und Kaninchen betrieben. Aber auch Schafe und Ziegen waren keine Seltenheit. Die frischen Eier zum Likör kamen dabei aus dem eigenen Hühnerstall. Da die Likör-Herstellung von vielen Familien betrieben wurde, entstand offenbar die Bezeichnung „Eierlikör aus dem Rauhental“ oder schlicht „Eierlikör-Rauhental“.

Der Likör lässt sich relativ einfach und schnell zubereiten. Er sollte später gut gekühlt stehen und innerhalb zwei Wochen verbraucht werden.

Rezept

Für den „Eierlikör-Rauhental“ benötigt man 10 große Bio-Eier, 1 Vanilleschote, 1 gehäufter Teelöffel Rohrzucker, Puderzucker nach Geschmack, Kaffeesahne 12% Fett, und eine 0,7l Flasche Doppelkorn (mindestens 38%). Zudem eine Schüssel zum Anrühren der Grundstoffe. Die Schüssel muss im Wasserbad genügend Platz haben. Außerdem brauchen wir einen großen Schneebesen sowie einen Trichter. Dazu noch einige sauber ausgespülte Flaschen mit Verschluss zum Befüllen.

Zubereitung

Zunächst die Eier sorgfältig trennen. Wir brauchen zum Likör nur das Eigelb. Das Eigelb in die große Schüssel geben und darauf einen gehäuften Teelöffel Rohrzucker streuen. Die Vanilleschote in der Länge aufschneiden und etwas, je nach Geschmack, vom Vanillemark abschaben. Das Vanillemark kommt zum Eigelb und dem Rohrzucker in die Schüssel. Nun muss gut verrührt werden und langsam den gesiebten Puderzucker, je nach Geschmack, zugeben. Zwischendurch probieren, es sollte nicht zu süß werden und dabei weiter kräftig rühren. Inzwischen auch das Wasserbad auf dem Herd erhitzen.

Nun langsam die Kaffeesahne zugießen, so sahnig man es möchte. Dabei immer weiter rühren. Ist alles gut verrührt kommt zum Abschluss der Korn hinzu. Zunächst eine halbe Flasche Korn unterrühren, je nach Belieben noch Korn dazugeben. Dabei den Geschmack prüfen und danach die Schüssel in das heiße Wasserbad stellen und weiter rühren.

Im heißen Wasserbad wird die Flüssigkeit langsam dicker. Sie sollte jedoch nicht zu heiß werden, daher beim Erwärmen weiterrühren und die Flüssigkeit unbedingt in Bewegung halten! Scheint die Konsistenz dick genug zu sein, den Eierlikör mithilfe vom Trichter in die bereitgestellten Flaschen gießen. (Dabei die Flaschen nicht ganz füllen und noch etwas Platz lassen! Sollte der Likör doch zu dick geraten sein, kann man noch etwas Korn nachfüllen und durchschütteln.) Zum Schluss die Flaschen verschließen. Der Eierlikör ist genussfertig, wenn er völlig erkaltet ist.

Der hausgemachte „Eierlikör-Rauhental“ wird gut gekühlt aus Schoko- oder Waffelbechern getrunken.