Ehemalige Befestigungstürme
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Ehemalige Befestigungstürme wurden meist aus Granitsteinen gebaut und nur in Ausnahmefällen hat man dafür Ziegelsteine oder Porphyrquader verwendet. Die einstige Meißner Stadtmauer mit ihren Stadttoren hatte durch ihre Aufgabe als Befestigungswerk auch derartige Befestigungstürme.
Ältester Befestigungsturm
Erstmals wird ein Befestigungsturm im Verlaufe der Hauptmauer im Jahre 1433 erwähnt. Der Turm wurde einst als „Fronhaus“ bezeichnet und befand sich zwischen dem Brückentor und dem Jüdentor. Vermutlich benutzte man den Turm schon damals auch als Stadtgefängnis. 1540 wird der Befestigungsturm als „Büttelei“ und auf der Stadtansicht von Hiob Magdeburg von 1558 als „Carzer“ bezeichnet. Später wurde der Turm „Fronfeste“ genannt. Das Stadtgefängnis wurde erst 1828 auf den Burgberg verlegt. Dieser Befestigungsturm befand sich auf dem Areal an der heutigen Gerbergasse in der Nähe vom Kleinmarkt und war 12 Ellen lang und 6 Ellen breit.
Nachdem im Dreißigjährigen Krieg die Meißner Stadtmauer zerstört worden war bekam 1673 der Landbaumeister Ezechiel Eckhart den Auftrag einen Kostenanschlag für den Wiederaufbau der Stadtmauer zu erstellen. Der Befestigungsturm wurde erst im Zusammenhang mit dem Bau der Roten Schule abgetragen. Das Görnische Tor hatte seitlich der heutigen Kerbe ebenfalls einen stattlichen Befestigungsturm.
Pönitenzturm
Ein weiterer Befestigungsturm befindet sich noch heute im Ökonomiehof der Fürstenschule. Rückwärtig wird der einstige Klosterhof noch von einem vollständig erhaltenen Teil der mittelalterlichen Stadtmauer mit gotischem Wehrturm abgeschlossen. Der Wehrturm wurde 1984 rekonstruiert, enthält einen gotischen Stufengiebel und wird im Volksmund als „Pönitenzturm“ bezeichnet. Abgeleitet ist die Bezeichnung vermutlich von lateinisch „poena“ = Strafe. Der Turm hat aber zu keiner Zeit tatsächlich als Gefängnis gedient.[1]
Literatur
- Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993.
Einzelnachweise
- ↑ Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993, S. 30 und 68.