Die erste Sparkasse in Meißen
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Die erste Sparkasse in Meißen wurde am 11. Juni 1828 in den Räumen der Firma „Thieme & Rudolph“ im sogenannten „tiefen Laden“ direkt am ehemaligen Packhof am Heinrichsplatz Nr. 5 in der Altstadt eröffnet. Das Eröffnungsdatum gilt heute auch als Gründungsdatum der späteren Kreissparkasse.
Hintergründe
Die Gründung einer Meißner Sparkasse war damals vom Verein „Gesellschaft zu Rath und That“, insbesondere durch dem Malerschreiber der Königlichen Porzellanmanufaktur „Johann Gottfried Miersch“ ausgegangen. Der Verein hatte zuvor am 22. Dezember 1827 in einer öffentlichen Sitzung zur Gründung eines privaten Sparkassen-Vereins aufgerufen. Die Versammlungsteilnehmer hatten darauf an die Landesregierung ein entsprechendes Gesuch gestellt und baten höflichst um Genehmigung. Die Genehmigung wurde am 30. April 1828 erteilt.
Am 21. Mai 1828 wurde bei einer Versammlung vom „Meißner Sparkassen-Vereins“ im Gasthof Goldene Sonne am Theaterplatz der Kaufmann Carl Heinrich Etzler jun., der Malerschreiber Johann Gottfried Miersch und der Maler Johann Gottlieb Lommatzsch als Direktoren (entspricht dem heuten Vorstand) gewählt.
Statuten, Sparbücher und Einlagen
Die Statuten der „Spar=Kasse in Meißen“ vom 30. April 1828 ließen erkennen, dass es sich um eine Wohlfahrtseinrichtung handelte. Besonders den ärmeren Bevölkerungsschichten sollte ermöglicht werden, entsprechendes Geld für ihren Lebensunterhalt im Alter sicher anzulegen. In den Statuten war festgelegt, dass nur Einzahlungen zwischen 4 Groschen und 10 Thalern angenommen werden. Die Zinsen betrugen damals 3 1/8 %. Weiterhin hatte man festgelegt, dass Einzahlungen, welche offenbar nur der Vermehrung des Geldes durch Zinsen dienen sollen, zurückgewiesen werden. Ein weiterer notwendiger Schritt war, dass die Sparkasse zur Sicherheit, die gesamten Einlagen beim Rat der Stadt in Form von Staatspapieren hinterlegt bzw. Hypotheken erwirbt.
Die Sparkasse stand in dieser Zeit nur den Bewohnern der Stadt Meißen einschließlich der Freiheit, der Vorstädte und den Bewohnern der angrenzenden Gemeinden Hintermauer, Obermeisa und Niedermeisa, Fischergasse, Wasserburg, Vorbrücke und Niederfähre zur Verfügung. Allerdings zählten auch noch alle Angehörigen der Porzellanmanufaktur – unabhängig vom jeweiligen Wohnsitz – dazu.
Die Anzahl der ausgegebenen Sparbücher betrug am Ende des Jahres 1828 bereits 213 Stück. Ende 1829 waren es 415 Sparbücher und Ende 1837 war die Anzahl der ausgegebenen Sparbücher schon auf 2160 angestiegen. 1828 betrugen die entsprechenden Einlagen 2.595 Thaler, im Jahre 1829 schon 6.068 Thaler und im Jahre 1837 waren es 108.629 Thaler.[1]
Literatur
- Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993.
Einzelnachweise
- ↑ Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993, S. 94.