Die Meißner Sparkasse kam 1837 unter städtische Verwaltung

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Die Meißner Sparkasse zog bereits 1837 in das Rathaus.

Die Meißner Sparkasse kam 1837 unter städtische Verwaltung und wurde mit Wirkung vom 1. Januar übernommen. Das damalige Unternehmen konnte sich bereits 1828 als Privatinstitut gründen. Mit der Übernahme durch die Stadt Meißen war auch ein Umzug der Geschäftsräume vom sogenannten „tiefen Laden“ am Heinrichsplatz Nr. 5 zum Rathaus notwendig geworden.

Hintergründe

Schon in einer Versammlung des Sparkassen-Vereins am 11. Juni 1834 gab es den Gedanken die Sparkasse künftig unter die Aufsicht und Verwaltung des Stadtrates zu stellen. Es war in dieser Zeit immer wieder zu Schwierigkeiten der Anlage der stark angestiegenen Spareinlagen der Meißner Bürger gekommen. Die Krisensicherheit des Unternehmens war allerdings auch nur mit hohen Spareinlagen zu gewährleisten. Zudem kam, dass der Verbleib der Geschäftsräume im „tiefen Laden“ als unsicher galt und ein Umzug dringend notwendig war. Der Stadtrat zu Meißen erklärte sich schließlich 1836 mit der Übernahme der bisherigen „Privat-Sparkasse“ einverstanden.

Per Dekret vom 30. Juli 1836 wurden die Statuten der städtischen Sparkasse durch die sächsische Regierung genehmigt. Die nun städtische Sparkasse verfolgte ab 1837 vordergründig wirtschaftliche Ziele. So durfte der aus dem Gewinn gebildete Reservefonds mit dem Erreichen einer Höhe von 4.000 Thalern ausschließlich nur für gemeinnützige Zwecke verwendet werden.

Einlagenbestand, Personal und neue Zinssätze

Der Einlagenbestand betrug zum Zeitpunkt der Übernahme 30.603 Thaler, 10 Groschen und 6 Pfennig. Der Sparkassenvorstand wurde nun vom Stadtrat zu Meißen berufen und bestand aus dem Ratsmitglied Herbst, dem Stadtverordneten Ziegler, dem Stadtverordneten Freyer jun., dem Malervorsteher an der Porzellanmanufaktur Meißen Miersch und die Kassierer der Porzellanmanufaktur Christian Gottlob Steuer und Hauptmann v. Schwarzbach. Das Sparkassen-Personal bestand nun aus einem Kassierer, einem Kontrolleur und einem Buchhalter. Die Zinssätze wurden mit der Übernahme durch die Stadt Meißen von 3 1/8 % auf 2 7/9 % herabgesetzt. Erst im Jahre erreicht die Verzinsung wieder 3 %. Diese 3 % werden in der Folgezeit jedoch nie wieder unterschritten.

Trend bis zum Ersten Weltkrieg

Im Allgemeinen war eine Aufwärtsentwicklung der Spareinlagen zu verzeichnen. Die Einlagen betrugen in Mark:

  • 1837: 108.629 Mark
  • 1860: 1.018.546 Mark
  • 1875: 2.813.213 Mark
  • 1890: 6.856.576 Mark
  • 1905: 15.542.767 Mark
  • 1914: 22.174.083 Mark

Für seine großen Verdienste um die Stadtsparkasse Meißen wurde der Rechnungsführer an der Königlichen Porzellanmanufaktur Meißen, Christian Gottlob Steuer (1776-1856) am 28. März 1852 zum Ehrenbürger der Stadt Meißen ernannt.[1]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Günter Naumann: Meißner Geschichte in Daten 929-1993. Kreissparkasse Meißen, Druck: Druckerei Thieme, Meißen 1993, S. 104.